Ein Korb mit verschiedenen Apfelsorten steht auf einem hölzernen Untergrund (Symbolbild).
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Bei einer Apfelallergie müssen Allergiker nicht zwangsläufig auf das Obst verzichten - einige alte Apfelsorten sind auch für sie verträglich (Symbolbild).

Prinz Albrecht von Preußen und der Berner Rosenapfel

Apfelsorten für Allergiker: Alte Apfelsorten gegen Heuschnupfen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Allergiker müssen nicht auf Äpfel verzichten. Allerdings müssen sie sich darauf einstellen, weniger süße Äpfel zu essen. Denn in ihnen stecken meist mehr Allergene. Lesen Sie alles zu allergikergeeigneten Apfelsorten.

  • Die Zunge wird dicker und juckt: Viele Menschen reagieren allergisch auf bestimmte Apfelsorten.
  • Das heißt aber nicht, dass sie nie mehr Äpfel essen dürfen. Denn einige Sorten sind auch für Allergiker geeignet.
  • Besonders beliebt bei Apfel-Allergikern sind alte Apfelsorten. Sie enthalten besonders viel Polyphenol.

Berlin – Ein knackiger Apfel gehört im Sommer und Herbst mit auf die Obstliste eines jeden Haushaltes. Vielen Menschen bleibt der frische, saftige Genuss allerdings verwehrt, da sie im Laufe ihres Lebens eine Allergie gegen Äpfel entwickeln. Rund vier Millionen Deutsche sind bereits davon betroffen. Allergiker müssen aber nicht verzagen, es gibt genügend allergenarme und gut verträgliche Ausweichmöglichkeiten wie die alte Apfelsorte Boskop.  

Apfelsorten für Allergiker: Das steckt hinter der Apfelallergie

Eine Allergie kommt selten alleine – so ist es auch bei einer Apfelallergie. Viele Betroffene leiden zeitgleich noch unter Heuschnupfen. Diese Kreuzreaktion beruht auf einer Art Verwechslung des Immunsystems: Eigentlich ist der Körper auf Pollenallergene sensibilisiert und hat Antikörper gegen diese gebildet. Da Pollenallergene von Pflanzen wie Hasel, Erle und Birke denen in vielen Äpfeln aber sehr ähneln, kommt es auch zu einer Immunreaktion auf Apfelallergene. Mögliche Symptome sind Brennen, Juckreiz und Pusteln im Rachen oder auf der Zunge, Schwellungen, Schluckbeschwerden und schlimmstenfalls Atemnot. Für Allergiker ist das Allergen „Mal d1“ in Äpfeln meist am problematischsten. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) steigt die Konzentration des Allergens im Apfel, je älter dieser ist.

Apfelsorten für Allergiker: Was alte Apfelsorten von neuen Züchtungen unterscheidet

Probleme bereiten Apfelallergikern vor allem neue Apfelsorten wie Gala oder Jonagold, da sie besonders viele Allergene enthalten. Das liegt vor allem an einer geringen Konzentration Polyphenolen. Polyphenole sind aromatische Verbindungen und gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie schützen den Apfel vor Schimmelpilzen und schwächen zugleich die Wirkung der Apfelallergene ab.

Polyphenole sind vor allem in alten Apfelsorten vorhanden. Aus neueren Sorten wurden sie bewusst heraus gezüchtet, da sie den Apfel säuerlich machen und dafür verantwortlich sind, dass er sich nach dem Anschneiden bräunlich färbt. In alten Apfelsorten finden sich meist zehn bis hundert Mal mehr Polyphenole als in neuen Sorten, dafür enthalten diese Äpfel weniger Zucker. Eine Studie im Auftrag der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Berlin kam zu dem Ergebnis, dass der regelmäßige Verzehr alter Apfelsorten sogar dazu führen kann, dass Allergiker neue Apfelsorten wieder besser vertragen. Sogar die Heuschnupfen-Symptome nahmen bei einigen Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern langfristig durch den Apfelkonsum ab.

Apfelsorten für Allergiker: Diese Sorten vertragen Allergiker gut

Allergiker sollten laut dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) auf Sorten wie Braeburn, Elstar und Golden Delicious verzichten. Dafür sollten sich Allergiker diese Liste verträglicher Apfelsorten merken:  

  • Boskop
  • Gravensteiner
  • Prinz Albrecht von Preußen
  • Holsteiner Cox
  • Jonathan
  • Kaiser Wilhelm
  • Graue Herbstrenette
  • Finkenwerder Herbstprinz
  • Biesterfelder Renette
  • Berner Rosenapfel
  • Gloster
  • Altländer Pfannkuchenapfel
  • Celler Dickstiel
  • Seesthermühe Zitronenapfel
  • Alantapfel
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Der -Klarapfel- eine sehr frühe Apfelsorte.... Auf unserer Wiese stehen verschiedene alte Obstbäume, die meisten sind uralt und tragen keine Früchte mehr...oder sie sind ganz "tot", nur dieser Baum hat in diesem Jahr besonders große Äpfel. ..und deshalb gab es heute Apfelkuchen😋 Wir möchten bald neue Bäume pflanzen...habt ihr Tipps? #apfelfgarten #apfelbaum #apfel #meingarten #meingemüsegarten #schrebergarten #landleben #landlebenliebe #landgarten #garteninspo #gartengestaltung #gartenglück #slowliving #naturelover #lovethelittlethings #everydaymagic #thelittlethings #obst #obstbaum #selbstversorger #apfelku #ernteglück #ernte #eigenergarten #eigeneäpfe #klarapfel #kleinerfeinerfeed #apfelsorten

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Der bekannte und beliebte Boskop-Apfel, früher auch Renette von Montford genannt, wurde im Rheinland 1923 vom Obstbaumzüchter Otto Schmitz-Hübsch (72, † 1950) als eine Knospenmutation entdeckt. Der Pionier im deutschen Obstgeschäft wurde auf dem Rittergut Winnenthal bei Xanten geboren. Wesentlich weniger bekannt, aber neben dem Frischverzehr auch wunderbar geeignet zum Backen und Kochen ist der Holsteiner Cox aus Norddeutschland. Er gehört zur Gruppe der Renetten, einer Untergruppe im Reich der Apfelsorten.

Ebenfalls gut für Menschen mit einer Apfelallergie eignet sich die Sorte Santana. Dabei ist sie eher ein Zufallsfund: Niederländische Forscher kreuzten die Sorten Pricilla und Elstar und kreierten so einen Apfel, der sehr wenige Eiweiße enthält. In Deutschland sind diese Apfelsorten meist nicht im normalen Supermarkt erhältlich – Allergiker erkundigen sich am besten beim nächsten Bauern im Hofladen oder im Biomarkt.

Apfelsorten für Allergiker: Der vorsichtige Test

Allergiker sollten aber vor dem Verzehr des Apfels in jedem Fall einen Test durchführen. Dabei nehmen Betroffene ein kleines, nicht geschältes Stück ihres Apfels und halten es kurz an die Lippen. Wenn Symptome wie Kribbeln auf der Lippe auftreten, sollten Betroffene den Apfel nicht essen.

Ebenfalls hilfreich ist Hitze. Wärme zerstört die Allergene, sodass der Verzehr von Apfelkuchen und anderen Speisen mit gekochten oder gebackenen Äpfeln meistens keine Problem bereitet. Wer einen Apfel naschen möchte, kann diesen beispielsweise in kleine Stücke schneiden und in der Mikrowelle eine Minute bei bei 600 Watt erhitzen. So ist er noch knackig, das Allergiepotenzial ist aber deutlich verringert und er kann ohne Beschwerden genossen werden. So mit diesem Trick Allergiker auch neue Apfelsorten verzehren.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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