Eine Frau beißt jeden Moment in eine Erdbeere und sie hat die Lippen stark rot geschminkt
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Vorsicht, Kreuzallergie! Erdbeeren sind nicht für jeden was (Symbolfoto).

Kreuzallergie

Erdbeer-Allergie: Gibt es das wirklich oder handelt es sich um eine Kreuzreaktion?

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Erdbeeren sind süß, rot und lecker. Doch für manche Pollenallergiker sind sie tabu, denn sie reagieren auf bestimmte Proteine in den beliebten Früchte mit einer Kreuzallergie. 

München – Kribbeln im Mund, geschwollene Lippen, der Hals wird eng – diese Symptome können auftreten, wenn Pollenallergiker Erdbeeren essen. Denn bei der Erscheinung handelt es sich nicht um eine alleinige Reaktion auf Erdbeeren, sondern um eine Kreuzreaktion, die dann auftritt, wenn eben auch Pollen eine allergische Reaktion auslösen.

Erdbeer-Allergie: Häufig sind Birkenpollen-Allergiker betroffen

Bei einer Kreuzallergie reagiert der Körper nicht nur auf den primären Allergieauslöser, sondern auch auf ähnliche Proteine in Lebensmitteln, Nüssen und Kräutern. Die typischen Symptome sind Schnupfen, Reizungen des Mundraums bis hin zu Atemnot und Kreislaufbeschwerden. Die Diagnose gleich oft einer Detektivarbeit, denn oft wird das auslösende Allergen nicht direkt erkannt.

Im Schnitt sind bis zu fünf Prozent der Menschen von einer Nahrungsmittel-Allergie betroffen. Experten erwarten, dass die Zahlen künftig zunehmen werden. Neben Erdnüssen und Zitrusfrüchten gehören dabei Erdbeeren und auch Tomaten zu den pflanzlichen Allergieauslösern.

Erdbeer-Allergie: Diese Symptome treten häufig auf

Eine Kreuzreaktion tritt auf, wenn sich Allergene aus verschiedenen Quellen sehr ähneln. Das ist beispielsweise bei Proteinen in bestimmten Lebensmitteln der Fall, die ähnliche Eigenschaften haben wie Proteine in Pollen, die bei Allergikern Heuschnupfen auslösen. Gegen die Kreuzallergie gibt es keine spezifische Behandlung. Sie wird wie eine Allergie behandelt. Die stärke der Symptome variiert von Mensch zu Mensch.

Diese Symptome treten häufig auf, wenn es zu einer Kreuzreaktion auf Erdbeeren kommt:

  • Juckreiz
  • Brennen der Lippen
  • Hautausschlag, Nessel-Sucht
  • Magen-Darm-Beschwerden

Erdbeer-Sorten gibt es ziemlich viele. Forscher um Wilfried Schwab von der Technischen Universität München, Fachgebiet Biotechnologie der Naturstoffe, haben daher in einer Studie untersucht, ob es denn einen Unterschied macht, welche Erdbeersorte die Betroffenen verzehrt haben.

In der Studie wurden 20 verschiedene Erdbeersorten untersucht. Darunter die klassischen, roten Sorten, aber auch natürlich vorkommende weiße und gelbe Erdbeersorten. Fazit: Bei den Erdbeeren kommt es tatsächlich sehr auf die Sorte an, ob sie allergen wirken.

Erdbeer-Allergie: Diese Sorten sind stark allergen

Dabei stachen drei rote und zwei weiße Sorten besonders heraus, weil sie deutlich mehr von dem Allergen Frau a1 enthielten als der Rest der Proben. Besonders allergieträchtig sind demnach Florika, Wurzburg und Profumata di Tortona, sowie Snow White und Lucida Perfecta, wie Schwab und seine Kollegen ermittelten. Die Sorte Florika zeigte dabei den höchsten Fra a 1-Gehalt, die Sorte Leigong den niedrigsten. Beide Sorten sind für den Verbraucher eher unbekannt. Die Erkenntnisse könnte aber künftig dabei helfen, weniger allergene Sorten zu züchten.

Auch alte Sorten wie die Mieze Schindler hatten die Forscher im Blick: Da Sie nicht besonders gut gelagert werden kann, ist sie trotz ihres Aromas meist nur noch Hobbyzüchtern ein Begriff. Im Supermarkt werden dagegen häufig Erdbeeren der Sorte Elsanta angeboten. Der Unterschied bezüglich des Allergen-Potentials ist den Studienergebnisse zufolge in Bezug auf alte oder neue Sorten jedoch zu vernachlässigen. Auch bezüglich der Anbaumethode, ob nun Bio- oder konventioneller Anbau, lassen die Ergebnisse keine Rückschlüsse auf das Allergie-Potential zu.

Erdbeer-Allergie: Kochen und trocknen mildert das allergene Potential

Die Gute Nachricht: Kochen und Hitzetrocknen in der Sonne oder im Ofen zerstören die Allergene in Erdbeeren. Anbaumethode oder der Zeitpunkt der Ernte haben dagegen kaum einen Einfluss auf das Allergiepotenzial von Erdbeeren. Die sinnvollste Therapie gegen eine Erdbeer-Allergie ist übrigens der Verzicht - so kann die Kreuzallergie am besten vermieden werden.* merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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