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Nach dem Mückenstich: So lässt sich empfindliche Haut schnell beruhigen

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Von: Jasmina Deshmeh

Mückenstiche lösen eine lokale Entzündungsreaktion aus, die bei manchen Menschen besonders stark ausfällt. Mit ein paar einfachen Tipps lässt sie sich aber meist in Schach halten.

Berlin – Sie schwirren um einen herum und dann stechen sie zu: Mücken sind im Sommer echte Plagegeister! Für die meisten Menschen sind sie eher eine lästige Begleiterscheinung, als eine Gefahr. Wer jedoch besonders empfindlich auf die Insekten reagiert, sollte nach einem Stich schnell handeln, um Entzündungen oder eine allergische Reaktion zu vermeiden.

Nach dem Mückenstich: Das passiert im Körper

Weibliche Mücken benötigen das im Blut enthaltene Eiweiß zur Produktion ihrer Eier. Damit das Blut schön flüssig bleibt und bei Kontakt mit der Luft nicht gerinnt und den Rüssel verstopft, spritzen die Insekten ihren Speichel mit einem Gerinnungshemmer in die Einstichstelle. Dieser sorgt dafür, dass im Körper Histamin ausgeschüttet wird. Eine Entzündungsreaktion setzt ein, um den „Eindringling“ loszuwerden, die Einstichstelle wird rot, dick und beginnt zu jucken.

Das Problem: Durch den Juckreiz kratzen wir uns, wodurch der Speichel im Bereich der Einstichstelle weiter verteilt und die Entzündungsreaktion noch verstärkt wird. Ein Teufelskreis entsteht. Wird die Haut aufgekratzt, haben Erreger leichtes Spiel einzudringen, es kann zu einer bakteriellen Infektion kommen.*

Nach dem Mückenstich: Sind Mückenstiche gefährlich?

Für die meisten Menschen sind Mückenstiche zwar extrem lästig, aber harmlos. Doch es gibt auch Ausnahmen: Manche Menschen reagieren allergisch auf die Proteine des Mückenspeichels. Allerdings sind solche Allergien im Gegensatz zu Insektengiftallergien, wie Bienengift- oder Wespengiftallergien extrem selten. Auch der Nachweis einer solchen Allergie ist schwierig, da bisher nur wenige Allergene im Mückenspeichel identifiziert wurden. Meistens handelt es sich bei stark geschwollenen Mückenstichen „nur“ um Entzündungen ohne allergische Reaktion. Besteht aber tatsächlich eine Allergie, kann es zu einem anaphylaktischen Schock mit Übelkeit, Atemnot, Herzrasen und im schlimmsten Fall Kreislaufstillstand kommen, wie die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) verweist. Betroffene sollten im Sommer dann entsprechende Notfallmedikamente griffbereit haben.

Hinzu kommt, dass Mücken auch in unseren Breitengraden gefährliche Krankheiten übertragen können. So gab es 2019 in Deutschland erstmals Fälle des eigentlich aus Afrika stammenden West-Nil-Virus. Durch den Klimawandel siedeln sich zudem vermehrt nicht-heimische Mückenarten wie die Asiatische Tigermücke oder die Gelbfiebermücke an, die das Zika-Virus übertragen können. Insgesamt ist Infektionsrisiko aber immer noch gering.

Nach dem Mückenstich: Das hilft

Wie ein Mückenstich am besten behandelt wird, hängt davon ab, wie die Haut auf den Mückenspeichel reagiert. Bei normalen Stichen empfehlen Experten nicht zu kratzen, sondern zu klatschen. Auch Reiben mit den Fingerkuppen ist eine Möglichkeit, die den Juckreiz allerdings (ähnlich wie Kratzen) verstärken kann. Auch Kühlen oder Wärmen, zum Beispiel mit einem batteriebetriebenen Wärmestift, hilft: Kälte mindert den Entzündungsprozess, während man davon ausgeht, dass Wärme die Proteine im Mückenspeichel zerstört und die Histaminausschüttung im Körper reduziert.

Bei großflächigen Entzündungen raten Experten hingegen:

Nach dem Mückenstich: Am besten gar nicht erst stechen lassen

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte versuchen, es gar nicht erst zu einem Mückenstich kommen zu lassen. Dazu eignen sich lange, helle Kleidung am Abend und handelsübliche Mückensprays. Wer zu empfindlicher Haut neigt, kann auch naturreines Zitronen- oder Lavendelöl nutzen. Am besten das Öl an einer kleinen Hautstelle testen, bevor es großflächig angewendet wird. Da Mücken von Schweißgeruch angezogen werden, ist es außerdem sinnvoll, am Abend zu duschen und die Nähe von Gewässern zu meiden, die die Insekten als Brutstätte nutzen.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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