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Allergene vermeiden: So lassen sich Fertigprodukte einfach selber machen

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Frau gießt eine Flüssigkeit in eine Einmachglas mit Gemüse (Symbolbild)
Viele Fertiggerichte, die wir regelmäßig nutzen, lassen sich mit wenig Aufwand selbst herstellen (Symbolbild) © Science Photo Library/imago-images

Industriell vorgefertigte Produkte sind zwar praktisch, bei Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten aber auch eine Gefahrenquelle. Die gute Nachricht: Betroffene können die Lebensmittel mit wenig Aufwand selber machen.

Bonn – Fertigprodukte sind praktisch, denn sie sparen Aufwand und damit auch Zeit beim Kochen und Backen. Leider enthalten die meisten industriell hergestellten Lebensmittel aber viele Zusatzstoffe und sind damit alles andere als gesund. Wer eine Nahrungsmittelallergie hat, muss außerdem aufpassen, dass die Produkte keine Allergene oder Spuren von Allergenen enthalten. Was viele nicht wissen: Viele Fertiggerichte lassen sich mit relativ wenig Aufwand und wenigen Zutaten auch selbst herstellen. Das ist nicht nur für Allergiker praktisch: Mit DIY-Lebensmitteln in Einmachgläsern oder anderen wieder verwendbaren Gefäßen reduziert man auch den Verpackungsmüll und schont ganz nebenbei die Umwelt.

Allergene vermeiden: Gemüsebrühe selber machen

Ein Klassiker unter den Fertigprodukten, der gerne und häufig beim Kochen zum Einsatz kommt, ist Gemüsebrühe. Das Problem: Einige Menschen reagieren allergisch auf die darin enthaltene Sellerie oder Spuren von Weizen (Gluten). Auch Spuren von Eiern, Senf, Milch und Soja können in Instant-Gemüsebrühe stecken, ebenso wie Zucker und verschiedene Aromen. Besser also selber machen. Dazu braucht es nichts anderes als frisches Gemüse, Salz, Öl und Kräuter. Wer sich einen kleinen Vorrat zulegen möchte, sollte nach Empfehlung des Bundeszentrum für Ernährung (BzfE) etwa ein Kilo Gemüse einplanen. Aber besten eignet sich hier klassisches Suppengrün (je nach Verträglichkeit Karotten, Sellerie, Lauch und anderes Wurzelgemüse wie Pastinaken, aber auch Zwiebeln, Knoblauch, Champions und Tomaten). Als Kräuter empfiehlt das BzfE Petersilie, Rosmarin, Thymian, Liebstöckel oder Salbei. Die Würzkräuter lassen sich auch leicht selbst anbauen.*

Und so geht‘s: Das Gemüse säubern, schälen und zerkleinern. Die Kräuter waschen, trocken schütteln und die Blätter vom Stiel entfernen. Alles zerkleinern (zum Beispiel mit einem Küchengerät) und mit Salz (10 Gramm pro 100 Gramm Gemüse) zu einer Paste vermischen. Das Ganze mit einem Esslöffel Pflanzenöl (zum Beispiel Raps- oder Olivenöl) vermengen. Alles in ein Einmachglas füllen, fest verschließen und im Kühlschrank lagern. Durch den hohen Salzgehalt ist die rohe Paste laut den Ernährungsexperten bis zu einem Jahr haltbar. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann das Gemüse auch kochen, pürieren und dann heiß abfüllen. Wer lieber Pulver statt Paste hat, kann die Paste im Ofen bei 70 Grad mehrere Stunden auf einem Backblech trocknen. Achtung, dabei ist es wichtig, den Ofen einen Spalt offen zu lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Das Pulver anschließend in ein Glas füllen und luftdicht verschließen.

Allergene vermeiden: Semmelbrösel und Croutons

Semmelbrösel eignen sich hervorragend um Soßen zu binden – Croutons sind ein leckeres Topping für Suppen und Salate. Wer eine Glutenunverträglichkeit hat, wird allerdings gewöhnlich um diese Produkte im Supermarkt einen großen Bogen machen. Verzichten müssen Betroffene aber nicht, denn Semmelbrösel und Croutons lassen sich schnell und unkompliziert aus glutenfreiem Brot selber machen.

Für Croutons das Brot in Würfel schneiden und in etwas Öl oder Butter in der Pfanne goldbraun rösten und nach dem Abtropfen nach Belieben würzen. Für Semmelbrösel das Brot trocknen lassen (Achtung, es muss frei von Schimmel sein!) und mit einer Küchenmaschine zerkleinern. Wer keine hat, kann das Brot vorher in Stücke schneiden, in einen Gefrierbeutel füllen und mit einem Nudelholz zu Bröseln zerkleinern.

Allergene vermeiden: Puddingpulver selbst mischen

Puddingpulver ist praktisch, denn es ist lange haltbar und lässt sich einfach und schnell mit etwas Milch oder Pflanzenmilch zu einem leckeren Dessert verarbeiten. Fertiges Puddingpulver aus dem Supermarkt enthält allerdings häufig große Mengen Zucker, künstliche Aromen und manchmal auch Lebensmittelfarbstoffe. Dabei braucht es dafür eigentlich nur wenige Grundzutaten:

Für das DIY-Puddingpulver Speisestärke und Zucker im Verhältnis 2:1 mischen und in ein luftdicht verschließbares Glas füllen. Für die Zubereitung des Puddings einen halben Liter Milch mit 60 Gramm der Pulver-Mischung vermengen und aufkochen. Kocht die Mischung, etwas Vanillemark (für Vanillepudding), Kakao oder geriebene Schokolade (für Schoko-Pudding) unterrühren. Statt Kuhmilch eignet sich – je nach Geschmack und Verträglichkeit – auch Reis-, Mandel- oder Hafermilch. Wer mehr Flüssigkeit verwendet, kann die Mischung auch für Schokoladen- oder Vanillesauce nutzen.

Allergene vermeiden: Schokocreme fürs Brot

Schoko- oder Nuss-Nougat-Creme gehört für viele einfach zum Frühstück dazu. Handelsübliche Schoko-Nuss-Creme ist bei einer Nuss- oder Milcheiweißallergie aber meistens tabu. Außerdem enthalten die Fertigprodukte oft große Mengen Palmöl, dessen Anbau der Umwelt schaden kann und das durch die Raffination bei hohen Temperaturen mit Fettschadstoffen belastet sein kann. Wer ihnen aus dem Weg gehen will, kann mit eine überschaubaren Anzahl an Zutaten den Brotaufstrich einfach selber machen. Dazu braucht es:

Die Nüsse im Ofen rösten und anschließend mahlen und mit allen anderen Zutaten vermengen. In ein saubere Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Fertig! *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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