violett farbene Blüten an einem Stengel
+
Lupine sind als Gartenblume bekannt, sie kommen aber auch als Zutat in Speisen zum Einsatz (Symbolfoto).

Lebensmittelzusatz

Allergieauslöser Lupinen: Reaktion nach Lebkuchen oder Pizza möglich

  • vonChristine Pander
    schließen

Lupinen statt Getreide: Menschen, die unter Zöliakie leiden, müssen auf glutenfreie Lebensmittel umsteigen. In Ersatzprodukten wird Getreide auch durch Lupinen ersetzt. Doch bestimmte Eiweiße in der Zutat können allergische Reaktionen auslösen.

Berlin – Nach dem Pizzaessen oder dem Naschen von Lebkuchen kommt plötzlich ein Hautausschlag, Atemprobleme, Krämpfe oder sogar ein anaphylaktischer Schock: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtete in der Vergangenheit von einigen Fällen, in denen Zöliakie-Betroffene nach dem Verzehr von glutenfreien Ersatzprodukten mit Lupinen unter einem oder mehreren dieser Symptomen gelitten hatten. Das gab für das Institut den Anlass, die Hülsenfrucht für eine Stellungnahme genauer unter die Lupe zu nehmen.

Allergieauslöser Lupinen: Alleskönner mit Allergiepotential

Auf den ersten Blick sieht die Lupine eher wie eine Gartenblume aus.* Lupinen sind aber Hülsenfrüchte. Nach der Blüte bilden sich beim Stängel längliche Hülsen, welche Samen beinhalten. Diese werden getrocknet geerntet und in der weiteren Folge zu Lebensmitteln oder Futtermittel verarbeitet.

Lupinen sind aber eben nicht nur als Gartenblumen bekannt: Sie gehören wie Sojabohnen, Erbsen, Linsen und Bohnen zu den eiweißreichen Hülsenfrüchten. Außerdem enthalten sie jede Menge Eiweiß und Ballaststoffe.

Allergieauslöser Lupinen: Von Natur aus glutenfrei

Daher werden Lupinen gern als Fleischersatz in der vegetarischen Küche oder als Ersatz für Milcheiweißallergiker verwendet. Lupinen sind außerdem wie Reis und Mais von Natur aus glutenfrei. Kalorienarm, mineralstoffreich und cholesterinfrei sind sie zu noch dazu.

Die guten Backeigenschaften und der angenehme Geschmack sorgen dafür, dass die Lebensmittelindustrie Lupine gern bei Backwaren, Nudeln, Schokolade, Ei-Ersatz, Soßen, Suppen, Wurstwaren, Kartoffelfertigprodukten, Fertigprodukten und vor allem bei glutenfreien Gerichten einsetzt.

Generell klingt das alles durchweg positiv, doch auch wenn Lupinen sehr gute ernährungsphysiologische Eigenschaften haben, gibt es einen Haken: Bestimmte Eiweiße in Lupinen lösen bei immer mehr Menschen Allergien aus. Die Lupinen-Allergie kann isoliert oder als Kreuzreaktion bei Erdnussallergien auftreten. Sie kann sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenalter auftreten.

Allergieauslöser Lupinen: Hülsenfrucht zählt zu 14 Hauptallergenen

Schon kleine Mengen können bei empfindlichen Menschen Beschwerden auslösen, bis hin zum allergischen Schock. Daher zählen die Lupine zu den 14 Hauptallergenen und müssen nun auch bei verpackter Ware als Zutat gekennzeichnet werden.

Aufgrund des besonders hohen allergenen Potentials fallen die Lupine unter die EU-Kennzeichnungspflicht für Allergene. Lupinen gehören zu den 14 Hauptallergenen und müssen damit mit einem „P“ ausgewiesen werden. Hersteller sind verpflichtet anzugeben, wenn sie Lupine oder Lupinenerzeugnisse wie Lupinenmehl verwenden. Nach Angaben des BfR erhöht sich dennoch durch den steigenden Einsatz von Lupinen in Lebensmitteln die Zahl der Allergiker.

Hinter diesen Begriffen verstecken sich Lupine als Zutat:

  • Lupinen
  • Lupinenmehl
  • Süßlupinen
  • Süßlupinenmehl
  • Lupinenprotein
  • Lupinenschrot

Lupinenprodukte sind schmackhaft und haltbar, daher werden sie oft auch in geringeren Mengen den unterschiedlichsten Lebensmitteln beigemischt. Wie immer macht die Dosis das Gift: „In der Vergangenheit gab es einige Fälle, in denen Verbraucher nach dem Essen von Pizza oder Lebkuchen, deren Teigmischungen Lupinenmehl als Zutat enthielten, mit Hautreaktionen (...) reagierten“, heißt es seitens des BfR.

Studien zeigen außerdem ein hohes Risiko für Kreuzallergien: 30 bis 60 Prozent aller Personen mit Erdnussallergie reagierten auch auf Lupinen.

In diesen Fertigprodukten können Lupinen zugesetzt sein:

  • Quark
  • Tofu
  • Würstchen
  • Flüssigwürze
  • Schnitzel
  • Bratlinge
  • Aufstriche
  • Nudeln
  • Backwaren
  • Kaffeeersatz

Nach Angaben des BfR reichen die Symptome einer allergischen Reaktion auf Lupinenprodukte von mild bis bedrohlich. Die Zeitspanne zwischen dem Konsum und der Reaktion kann demnach sehr kurz sein. In einigen Fällen seien auch geringe Mengen ausreichend gewesen, um eine allergische Reaktion auszulösen.

Betroffene sollten daher immer ihren Arzt um Rat fragen, wenn sie ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen oder sich Hilfe bei einer Ernährungsberatung suchen. *24garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare