Verschiedene Nüsse liegen in einer Schüssel (Symbolbild).
+
Für Menschen mit Nussallergie können schon Spuren von Nüssen gefährlich werden (Symbolbild).

Ernährung bei Erdnussallergie

Nussallergie: Vorsicht, diese Lebensmitteln können Spuren von Nüssen enthalten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Schon „Spuren von Nüssen“ können bei Nussallergikern schwere Symptome hervorrufen. Doch bei welchen Lebensmitteln müssen Betroffene besonders vorsichtig sein?

Berlin – Wer unter einer Allergie gegen Nüsse leidet, muss nicht nur beim wöchentlichen Einkauf vorsichtig sein, auch der Besuch im Restaurant oder ein unbedachter Snack im Urlaub können schnell gefährlich werden. Häufig verstecken sich Spuren von Nüssen in scheinbar harmlosen Lebensmitteln und Speisen. Zudem ist nur selten auf den ersten Blick zu erkennen, welche Lebensmittel Nüsse enthalten und welche nicht. Doch bei einer Nussallergie können schon kleine Mengen der Allergene zu schweren allergischen Reaktionen führen. Viele Allergiker sind daher verunsichert. Worauf Nussallergiker im Alltag achten müssen und bei welchen Lebensmitteln Betroffene besonders vorsichtig sein sollten.

Nussallergie: Verzicht nicht immer einfach

Wer unter einer Nussallergie leidet, reagiert in der Regel nur auf Nussfrüchte allergisch, die an Bäumen wachsen. Dazu zählen neben Hasel- und Walnüssen auch Macadamianüsse und Kastanien. Darüber hinaus können laut der Europäischen Allergiestiftung (ECARF) auch nussähnliche Samen und Kerne von Stein- und Kapselfrüchten zu den möglichen Auslösern einer Nussallergie gehören. Schalenfrüchte, die ebenfalls eine Nussallergie auslösen können, sind Pistazien, Pekannüsse, Mandeln, Cashewnüsse, Paranüsse und Pinienkerne.

Doch bei einer Nussallergie müssen Betroffene nicht zwangsläufig auf alle Nusssorten verzichten. Denn nicht alles, was als Nuss bezeichnet wird, ist auch tatsächlich eine Nuss. Bestes Beispiel ist die Erdnuss: Auch wenn sie umgangssprachlich zu den Nüssen zählt, gehört sie botanisch gesehen zu den Hülsenfrüchten. Da es zudem zahlreiche Nusssorten gibt, können Betroffene auch auf verschiedene Allergene allergisch sein. Denn jede Nuss trägt ein eigenes Eiweiß, das die allergischen Symptome auslöst. Diese Form tritt jedoch aufgrund der Ähnlichkeit zwischen den Nusssorten eher selten auf.

„Spuren von“: Inhaltsstoffe von Lebensmitteln beachten

Auch beim täglichen Einkauf ist mit einer Nussallergie nicht zu spaßen. Denn die Allergie gegen Nüsse ist besonders tückisch. Schon kleine Mengen der Allergene können bei Betroffenen zu schweren allergischen Reaktionen mit starkem Hautausschlag, Atembeschwerden und Kreislaufproblemen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. Besonders schwierig bei einer Nussallergie ist zudem, dass in vielen Lebensmitteln Spuren von Nüssen enthalten sind.

Seit 2014 gilt in der Europäischen Union eine genaue Kennzeichnungspflicht der häufigsten Allergene. Dazu zählen neben Erdnüssen und Schalenfrüchten wie Mandeln, Pistazien, Hasel- und Walnüssen:

  • Eier
  • Fisch
  • glutenhaltiges Getreide
  • Krebstiere
  • Milch
  • Schwefeldioxid und Sulfite
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Soja
  • Süßlupinen
  • Weichtiere

Sind diese Zutaten in einem Lebensmittel enthalten oder kommen bei der Herstellung mit dem Produkt in Kontakt, müssen Lebensmittelhersteller diese im Zutatenverzeichnis nachweisen. Auch bei nicht abgepackten Lebensmitteln sind diese Informationen verpflichtend. Problematisch ist jedoch, dass der Warnhinweis „Kann Spuren von Nüssen enthalten“, für die Hersteller freiwillig ist. Produkte, die keine Nüsse enthalten, aber bei der Verarbeitung mit Nüssen in Kontakt gekommen sind, können daher trotzdem kritische Allergene enthalten.

Beim Einkauf: Diese Lebensmittel können Nüsse enthalten

Nüsse und Spuren von Nüssen können in vielen verschiedenen (verarbeiteten) Lebensmitteln enthalten sein. Dazu gehören laut dem Nuss und Anaphylaxie Netzwerk (NAN):

GetreideproukteBrot, Backwaren, Kuchen, Kekse, Salzgebäck, Chips, fertigbackmischungen, Getreidebratlinge, Müslie, Müslieriegel
Gemüse und ObstFertiggerichte mit Gemüse, vegetarische Brotaufstriche, Gemüse aus der Dose, fertiger Obstsalat
KartoffelnFertiggerichte auf Basis von Kartoffeln wie Kartoffelgratin, Kroketten, Knödel
Milch und MilchprodukteJoghurt, Milchmixgetränke und Milchfertiggetränke mit Nussgeschmack, Käsezubereitungen mit Nüssen, Eis, Pudding, Dessert
FleischWurstwaren wie Mortadella mit Pistazien
SüßigkeitenNuss-Nougat-Cremes mit Haselnüssen, Schokolade, Marzipan, Studentenfutter, Müsliriegel, Erdnussbutter
Fette und ÖleKalt gepresste Öle aus Nüssen, Margarine mit Nussbetsandteilen, Curry, fertige Soßen, Pesto, Salatdressings

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren