Kastanien sind auf einem Tisch angerichtet (Symbolbild).
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Eine Allergie gegen Kastanien ist relativ selten (Symbolbild).

Latexallergie

Allergie gegen Kastanien: Ursachen und Symptome der seltenen Kreuzallergie

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Eine Allergie gegen Kastanien ist zwar sehr selten, kann jedoch als Kreuzreaktion mit anderen Allergien auftreten.

Berlin – Wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen, ist es wieder soweit: Es kann fleißig gesammelt werden. Egal ob Pilze, Nüsse oder Kastanien, die herbstliche Natur hat einiges zu bieten. Maronen, wie die Esskastanien auch genannt werden, findet man allerdings auch im Supermarkt oder schon zubereitet und geröstet auf Wochenmärkten. Anders als die giftigen Edelkastanien, die sich beispielsweise zum Basteln eignen, sind Esskastanien jedoch nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund. So enthalten Maronen neben hochwertigen Proteinen, wertvolle Vitamine und Nährstoffe.

Allergie gegen Esskastanien: Ursachen und Symptome der seltenen Kreuzallergie

Ursprünglich stammt die Kastanie, die zu den Buchengewächsen zählt, aus Asien. Doch schon seit einigen Jahrhunderten werden Maronen auch in Europa angebaut. Hierzulande werden Esskastanien meist geröstet verzehrt. In dieser Form können Maronen, die eigentlich zu den Nüssen zählen, bei empfindlichen Menschen zu allergischen Reaktionen führen.

Eine Allergie gegen Esskastanien äußert sich in der Regel durch Beschwerden im Mund- und Rachenbereich, auch orales Allergiesyndrom genannt. Typische Symptome sind Juckreiz an den Lippen, Zunge, Gaumen, Ohren und Rachen. Zudem leiden Betroffene häufig unter einer Kontakturtikaria der Mundschleimhaut. Kommt es zu einer besonders heftigen Reaktion, schwillt die Schleimhaut an und es zeigen sich Rötungen und Bläschen auf der Haut. In der Regel verschwinden die Symptome jedoch meist von selbst wieder. (Allergische Reaktionen im Herbst: Diese Allergien haben jetzt Hochsaison)

Allergie gegen Kastanien: Steckt eine Latexallergie dahinter?

Bei einer Allergie gegen Kastanien reagieren Betroffene auf bestimmte Inhaltsstoffe in der Esskastanie allergisch. Wissenschaftler konnte herausfinden, dass vor allem das Lipitransferprotein Cas s 8 für die allergische Reaktion verantwortlich ist. Der Eiweißstoff ist sehr stabil, transportiert Fette zwischen den Zellen, baut die äußere Wachsschicht auf Blättern und schützt die Pflanze vor Bakterien und Pilzen sowie vor Kälte und Dürre.

Eine Esskastanienallergie kann jedoch auch auf anderem Weg entstehen. So kann die Allergie laut der Europäischen Allergiestiftung (ECARF) ebenfalls durch eine Kreuzallergie mit Latex verursacht werden. Beim sogenannten Latex-Frucht-Syndrom ist Latex die Hauptursache der allergischen Reaktion. Ist das Immunsystem der Betroffenen bereits auf das Latex-Allergen Hev b 8 sensibilisiert, kann es bei Kontakt mit Kastanien ebenfalls zu allergischen Beschwerden kommen. (Vorsicht bei Asthma und COPD: Nebel kann Atemwegsbeschwerden verstärken)

Allergie gegen Esskastanien: Allergene möglichst meiden

Wer allergisch auf Esskastanien reagiert, sollte die Nüsse möglichst meiden. Da Maronen häufig als Mehl zum Eindicken bestimmter Gerichte verwendet werden, lohnt es sich vor allem bei veganen Gerichten, einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. (Husten, Schnupfen, Niesreiz: Kann Laub allergische Reaktionen auslösen?)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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