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FPIES: Was Sie über die seltene Nahrungsmittelallergie wissen sollten

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein traurig aussehender Junge liegt im Arm seiner Mutter und schaut in die Kamera (Symbolbild)
Das Kind ist schlapp, müde und hat mehrfach erbrochen? Dann könnte FPIES dahinterstecken (Symbolbild) © Westend61/imago-images

Ist das Kind schlapp, müde und hat mehrfach erbrochen, denken viele Eltern zunächst an einen Magen-Darm-Infekt. Die Ursache kann aber auch eine spezielle Form der Lebensmittelallergie (FPIES) sein. Welche Symptome dafür sprechen.

Berlin – Müssen Kinder einige Stunden nach dem Essen heftig erbrechen und werden die Beschwerden von weiteren Symptomen begleitet, kann es sich um eine eher unbekannte Form der Nahrungsmittelallergie handeln, dem so genannten Food Protein-Induced Enterocolitis Syndrom (FPIES). Neben exzessivem Erbrechen ist die Krankheit in einigen Fällen auch durch wässrig-blutige Durchfälle gekennzeichnet. Manchmal treten auch Kreislaufprobleme auf.

FPIES: Was ist das genau?

Die Bezeichnung „Food Protein Induced Enterocolitis Syndrome“ bedeutet so viel wie „durch Nahrungsmitteleiweiß verursachtes Syndrom entzündeter Dünn- und Dickdarmschleimhäute“, erklärt die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF). Es handelt sich hierbei zwar um eine Allergie, anders als bei den meisten Allergien spielen bei FPIES aber die Antikörper Immunglobulin E (IgE) keine Rolle. Entsprechend lässt es sich auch nicht mit Hauttests mit Nahrungsmitteln diagnostizieren.

FPIES: Wer ist betroffen und was sind die Auslöser?

Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder von FPIES betroffen. Oft treten erste Symptome auf, wenn die erste Beikost eingeführt wird. In etwa 50 Prozent der Fälle ist Kuhmilch der Auslöser, laut ECARF kommen einer kleinen Studie zufolge aber auch Bestandteile der Muttermilch als Allergie-Auslöser infrage.

„Dass Muttermilch der Auslöser sein kann, ist etwas Besonderes“, erklärt Antje Finger aus der Pädiatrie St. Marien in Bonn gegenüber der Stiftung. In diesem Fall ist jedoch nicht die Muttermilch selbst, sondern die Ernährung der Mutter die eigentliche Ursache. Oft hilft es dann, wenn die Mutter während der Stillzeit auf Kuhmilch verzichtet. Neben Kuhmilch können auch andere klassische Nahrungsmittelallergene wie Weizen und Fisch die allergische Reaktion auslösen.

Weitere mögliche (und eigentlich eher untypische) Allergie-Auslöser sind:

FPIES: Was sind die Symptome?

Obwohl die Krankheit eher unbekannt ist, dürften die Symptome vielen Menschen vertraut sein. Meist kommt es ein bis vier Stunden nach dem Essen zu starkem Erbrechen. Treten neben dem Hauptsymptome mindestens drei der folgenden Nebensymptome auf, sollten Eltern an ein FPIES denken:

Beim chronischen FPIES kann der regelmäßige Verzehr des Allergieauslöser außerdem zu Gedeihstörungen, Dehydratation und Azidose führen.

FPIES: So erfolgt die Behandlung

Prinzipiell kann ein FPIES immer ein medizinischer Notfall sein, der eine stationäre Aufnahme des Kindes nötig macht, warnt die Ärztezeitung. Die Akutbehandlung erfolgt laut ECARF dann zunächst mithilfe von Infusionen und einem entzündungshemmenden Kortisonmedikament. Gegen die Übelkeit und den Brechreiz kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die die Rezeptoren des Gewebshormon Serotonin blockieren. Typische Allergie-Medikamente wie Antihistaminika sind bei FPIES dagegen wirkungslos. Adrenalin wird nur bei Schocksymptomen verabreicht

Um Beschwerden vorzubeugen, hilft langfristig nur eines: den Auslöser zu meiden (sogenannte Allergenkarenz). Eine geschulte Ernährungsberatung kann der Familie helfen, die Ernährung umzustellen, ohne dass es zu einer Mangelernährung kommt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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