Vor grünem Hintergrund liegt eine in zwei Teile aufgeschnittene Kiwi
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Kiwi sind gesund, doch Allergiker sollten Vorsichtig sein (Symbolfoto)

Allergie gegen Obst

Kiwi-Allergie: Alles über die Symptome und wie es zur Reaktion auf die Früchte kommen kann

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Kommt es nach dem Verzehr einer Kiwi zu Kribbeln im Mund, Fieber oder Schnupfen, kann entweder eine Allergie, eine Unverträglichkeit oder eine Kreuzreaktion auf die Frucht vorliegen.

Mönchengladbach – Kiwis wirken wie kleine Energie-Booster: Mit nur zwei Kiwis am Tag decken Erwachsene bereits ihren Vitamin-C-Bedarf für den ganzen Tag ab. Aber auch Kalzium, Magnesium und Kalium sind im hohen Maße in der Powerfrucht enthalten. Das hilft nur leider alles nichts, wenn der Mund nach dem Verzehr juckt oder die Nase läuft: Betroffene müssen dann erst einmal herausfinden, ob sie unter einer Allergie leiden, oder ob es sich um eine Unverträglichkeit oder eine Kreuzreaktion auf das Obst handelt.

Am besten sind sie dann beim Allergologen aufgehoben: Der Spezialist kann mit unterschiedlichen Testverfahren ermitteln, ob eine Kiwi-Allergie vorliegt. Diese Kiwi-Allergie tritt bei Erwachsenen häufig in Kombination mit einer anderen Allergie auf, also als Teil einer sogenannten Kreuzallergie. Beispielsweise leiden Pollenallergiker häufiger zusätzlich unter einer Nahrungsmittelallergie gegen diverse Obstsorten wie Äpfel, Birnen oder eben Kiwis. 

Generell können nicht nur Erwachsene unter einer Kreuzallergie leiden, sondern Experten zufolge können auch Kinder bereits betroffen sein. Bei ihnen ist aber nicht die Kreuzallergie ausschlaggebend, sondern ein Allergen in der Kiwi selbst. Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten bei Kindern verschwinden mit zunehmendem Alter übrigens häufig von allein.

Die Kiwi-Allergie kann verschiedene allergische Reaktionen, zum Beispiel im Mund- und Rachenraum verursachen, die oftmals bereits wenige Minuten nach dem Verzehr der Frucht auftreten.

Diese Symptome können bei einer Allergie oder Unverträglichkeit auf Kiwis auftreten:

  • Mund- und Rachenraum: Juckreiz am Gaumen, Entzündung der Mund- und Zungenschleimhaut, Bläschenbildung
  • Nase, Kopf und Bronchien: Schnupfen, Nesselfieber, Anschwellen der Schleimhäute, Husten
  • Magen-Darmtrakt: Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen

Bei einer Kreuzallergie handelt es sich um keine neue Allergie, sondern um eine Reaktionen auf die bereits vorhandene Pollenallergie. Durch ähnliche Strukturen der Allergieauslöser kann der Körper zum Beispiel nicht mehr zwischen Birkenpolle und Kiwi unterscheiden und reagiert gleich auf beides allergisch.

In Deutschland gibt es in der Altersgruppe ab 15 Jahren nach Schätzungen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) ungefähr 3,5 Millionen Nahrungsmittelallergiker. Bei ungefähr 60 Prozent, also mehr als zwei Millionen Menschen, ist die Nahrungsmittelallergie die Folge einer Kreuzreaktion. Tendenziell nimmt die Häufigkeit von Kreuzallergien Studien zufolge in Deutschland zu.

Das Leben mit einer Kreuzreaktion ist nicht immer leicht und erfordert eine gute Betreuung durch den Allergologen. Denn nicht jeder Pollenallergiker reagiert auf die selben Obstsorten, daher gilt nicht immer automatisch dasselbe Meidungsgebot. Es gibt beispielsweise Sortenunterschiede bei Äpfeln oder Mandeln, die sich auf die Verträglichkeit auswirken. Letztlich trägt auch die Verarbeitung der Lebensmittel nach Angaben des DAAB wesentlich dazu bei, ob sie vertragen werden oder nicht.

Neben einer echten Allergie und der Kreuzreaktion ist es aber auch möglich, dass eine Unverträglichkeit gegen Kiwis vorliegt. Diese entsteht beispielsweise als Folge von Enzymeffekten. Aber auch das kann sehr unangenehme Symptome verursachen. „Es ist wichtig, auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ernst zu nehmen und das betroffene Nahrungsmittel nicht zu essen. Was genau die Beschwerden auslöst, lässt sich durch eine Diagnose beim Arzt klären“, heißt es beim dazu DAAB.

Betroffene, die unter einer Allergie oder Unverträglichkeit in Bezug auf Kiwis oder anderes Obst leiden, sollte lieber auf den Verzehr verzichten. Wer Kiwis essen darf, kann sich freuen: Denn die grünen Powerfrüchte gehören zu den wenigen Obstsorten, die den Baustoff für das Wohlfühl-Hormon Serotonin liefern. Taiwanesische Forscher haben herausgefunden, welchen wichtigen Beitrag das leistet: Patienten, die abends Kiwi aßen, schliefen deutlich schneller ein und auch besser durch. Zudem lassen sich Kiwis zu den natürlichen Appetitzüglern zählen, denn sie sind reich an Ballaststoffen und machen länger satt.*

*24garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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