Es ist ein Löffel mit Leinsamen zu sehen (Symbolbild).
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Nussallergiker sollten keinesfalls alle Nüsse, Samen und Saaten vom Speiseplan streichen (Symbolbild).

Allergisch auf Samen, Ölsaaten und Keimlinge

Nussallergie: So verträglich sind Sonnenblumenkerne, Sesam und Leinsamen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Nussallergiker, die auf bestimmte Nusssorten allergisch reagieren, müssen nicht zwangsläufig auf alle Nüsse verzichten. Das gilt auch für die meisten Samen, Keimlinge und Ölsaaten.

Mönchengladbach – Wer unter einer Nussallergie leidet, meidet meist alle Nüsse, Samen und Ölsaaten. Zu groß ist die Angst vor einem allergischen Schock. Da es jedoch viele verschiedene Nüsse gibt, auf die empfindliche Menschen allergisch reagieren können, gibt es auch viele unterschiedliche Nussallergene. Welche Nüsse besonders allergen sind und wann Nussallergiker Samen und Saaten meiden sollten.

Nussallergie: Wie verträglich sind Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Sesam?

Weltweit gehören Nussallergien zu den häufigsten Lebensmittelallergien bei Erwachsenen und Kindern. Auch in Europa leiden laut der europäischen Allergiestiftung (ECARF) rund 1,4 Prozent der Bevölkerung an einer Allergie gegen Nüsse. Zu den häufigsten Allergieauslösern zählt dabei mit Abstand die Erdnuss. Ähnlich allergen sind nur Haselnüsse. In den USA gehören zudem Walnüsse und Cashewnüsse zu den Top-Allergenen unter den Nüssen.

Wer an einer Nussallergie leidet, muss jedoch nicht zwangsläufig auf alle Nusssorten verzichten. Auch Samen und Kerne sollten keinesfalls vom Speiseplan verschwinden. Denn Nüsse und Saaten versorgen den Körper mit hochwertigen Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen. Nussallergiker, die nicht nur auf eine Sorte allergisch reagieren, fehlen diese Nährstoffe. Ölsaaten und Samen stellen für sie daher eine gesunde Alternative dar. Doch wie verträglich sind Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Sesam bei einer Nussallergie? (Allergie gegen Nüsse: Diese Lebensmitteln können Spuren von Nüssen enthalten)

Nussallergie: Nuss ist nicht gleich Nuss

Samen gehören aus botanischer Sicht nicht zu der Pflanzenfamilie der Nüsse. Daher müssen Nussallergiker Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Sesam nicht zwangsläufig vom Speiseplan streichen. Auch Kokosnüsse, Pinienkerne und Kürbiskerne gehören weder zu den Nüssen noch zu den Hülsenfrüchten. Ein Verzicht ist daher nur bei einer nachgewiesenen Allergie gegen einzelne Samen und Kerne notwendig. Eine solche allergische Reaktion laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) ist jedoch sehr selten.

Allergologisch gehören zu der Gruppe der Nüsse und Schalenfrüchte folgende Sorten:

  • Walnüsse
  • Haselnüsse
  • Macadamianüsse
  • Cashewnüsse
  • Mandeln
  • Pistazien
  • Pekannüsse
  • Paranüsse

Nussallergie: Vorsicht bei Hülsenfrüchten

Liegt keine zusätzliche Allergie gegen Hülsenfrüchte wie Soja vor, müssen Nussallergiker nicht darauf verzichten. Anders bei einer Erdnussallergie. Wer auf Erdnüsse allergisch reagiert, verträgt möglicherweise auch keine Hülsenfrüchte wie Sojabohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen oder andere Bohnenarten. Schuld daran kann eine Kreuzallergie sein, die häufig zwischen Erdnüssen und anderen Hülsenfrüchten auftritt. Doch auch hier gilt: Ganze Lebensmittelgruppen sollten keinesfalls einfach weggelassen werden. Besser ist es, die Verträglichkeit von Hülsenfrüchten untersuchen zu lassen, damit unbedenkliche Nahrungsmittel auch weiterhin verzehrt werden können. (Kinder mit Erdnuss- und Baumnussallergie: Wichtige Grundregeln für den Alltag)

Nussallergie: Sprossen und Keimlinge nicht pauschal meiden

Keimlinge und Sprossen wie Alfalfa, Kresse oder aus Mungobohnen sind besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweiß, Ballaststoffen und Spurenelementen. Sie sind zudem meist verträglicher als viele Samen und können eine höhere Nährstoff-Dichte vorweisen. Doch was sind Keimlinge und Sprossen eigentlich? Keimlinge und Sprossen entwickeln sich aus keimenden Samen verschiedener Getreidearten oder Hülsenfrüchten. Besonders bei Sprossen aus Hülsenfrüchten müssen Erdnussallergiker vorsichtig sein, da es zu möglichen Kreuzreaktionen kommen kann. Andere Keimlinge bereiten den meisten Allergikern jedoch keine Probleme. (Medikament gegen Erdnuss-Allergie: Bald in Europa erhältlich?)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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