Eine Frau geht mit einem Einkaufswagen durch den Supermarkt (Symbolbild).
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Nicht alle Lebensmittel dürfen bei einer Nahrungsmitteallergie in den Warenkorb (Symbolbild).

Vorsicht bei Milch, Eiern und Weizen

Häufige Nahrungsmittelallergien: Diese Lebensmittel sind besonders allergen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Bestimmte Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln können bei manchen Menschen zu allergischen Reaktionen führen. Welche Lebensmittel besonders häufig allergen wirken.

Wien – Bei einer Nahrungsmittelallergie handelt es sich um eine allergische Reaktion gegen bestimmte Inhaltsstoffe in tierischen und pflanzlichen Produkten. Nehmen Betroffene Nahrungsmittel wie Nüsse, Milch oder Eier zu sich, kann es zu Husten, Schnupfen, geröteter Haut, Schwellungen und Atembeschwerden kommen. Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock. Schuld an den Beschwerden ist eine Fehlreaktion des Immunsystems. So reagiert der Körper ähnlich wie bei anderen Allergien auf eigentlich harmlose Stoffe mit der Bildung von Antikörpern.

Laut dem Robert-Koch Institut leiden rund 20 Prozent der deutschen Bevölkerung an einer Nahrungsmittelallergie. Damit gehören Allergien gegen tierische und pflanzliche Lebensmittel zu den häufigsten Allergieauslösern hierzulande. Grundsätzlich kann jedes Lebensmittel eine Allergie auslösen. Bei Kindern und Erwachsenen bereiten jedoch vor allem folgende Allergene die häufigsten Probleme:

1. Nahrungsmittelallergie: Nüsse, Erdnüsse und Samen

Egal ob in Backwaren, Fertiggerichten oder im Restaurant – Erdnüsse sind in zahlreichen Lebensmitteln zu finden. Wer unter einer Erdnussallergie leidet, ist daher ständig auf der Hut. Unter den Schalenfrüchten gehören die Erdnüsse zu den häufigsten Allergieauslösern. Doch Erdnüsse sorgen nicht nur besonders oft für allergische Reaktionen, sondern auch für besonders heftige Immunreaktionen. So können schon Spuren von Erdnüssen zu Symptomen wie Juckreiz, Hautausschlägen, Schwellungen der Schleimhäute, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Kreislaufkollaps führen. Erdnüsse können zu schwerwiegenden, lebensbedrohlichen Reaktionen führen. Wer unter einer Erdnussallergie leidet, muss daher meist strikt auf Erdnüsse verzichten - und das oft sein Leben lang. Denn nur selten verschwindet eine Allergie gegen Erdnüsse mit dem Alter.

2. Nahrungsmittelallergie: Weizenmehl

Reagieren Kinder nach dem Verzehr von Brot oder Nudeln mit Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden, kann eine Weizenallergie dahinterstecken. Diese ist nicht zu verwechseln mit einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie. Denn anders als bei einer Unverträglichkeit handelt es sich bei der Weizenallergie um eine Reaktion des Immunsystems gegen Eiweißstoffe, die im Weizen enthalten sind. Die Sensibilisierung gegen das Weizeneiweiß kann dabei über die Haut, die Atemwege oder den Magen-Darm-Trakt geschehen. Dementsprechend vielfältig fallen die Symptome der Weizenallergie aus. Sie reichen von Atemwegsbeschwerden wie Asthma und Rhinitis über Hautausschläge und Rötungen bis hin zu Magen-Darm-Problemen.

Doch nicht nur Kinder sind häufig von einer Weizenallergie betroffen, auch bei Erwachsenen kann die Allergie auftreten. Eine Behandlung gegen die Ursachen der Allergie gibt es bisher nichts. Auch die Umstellung auf glutenfreie Produkte Bei einer Weizenallergie bringt die Umstellung auf glutenfreie Produkte nichts. Die in glutenfreien Produkten verwendete Weizenstärke enthält teils noch geringe Mengen Weizen-Eiweiße. 

3. Nahrungsmittelallergie: Soja

Laut der European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) leiden in Europa etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung an einer Sojaallergie. Sojabohnen liefern viele Nährstoffe und ungesättigte Fettsäuren. Zudem enthält Soja rund 40 Prozent Eiweißstoffe. Allerdings sind acht davon laut der Medizinische Universität Wien als allergen eingestuft. Diese können bei Betroffenen schwere allergische Reaktionen auslösen.

Wer gegen Soja allergisch ist, muss auf Produkte, die Sojabohnen enthalten, verzichten. Dazu zählen neben typischen Sojaerzeugnissen wie Tofu und Sojamilch auch viele verarbeitete Lebensmittel. Denn die Hülsenfrüchte sind auch in Margarine, Süßwaren und Wurst zu finden.

4. Nahrungsmittelallergie: Hühnereiweiß

Vor allem Kinder sind häufig von einer Allergie gegen Hühnereiweiß betroffen. Neben der Milchallergie ist die Hühnerei-Allergie die zweithäufigste allergische Erkrankung bei Babys und Kleinkindern. In vielen Fällen verschwindet die Allergie bei Heranwachsenden wieder von selbst. Bei Älteren tritt eine Eiweißallergie nur selten auf.

Ausgelöst wir die Allergie durch die im Eiweiß der Eier enthaltenen Proteine. Seltener provozieren Inhaltsstoffe im Eigelb eine allergische Reaktion. Zu den häufigsten Hühnerei-Allergenen zählen Ovomucoid (Gal d1), Ovalbumin (Gal d2), Ovotransferrin (Gal d3), Lysozyme (Gal d4) und Albumin (Gal d5). Bis auf Albumin befinden sich die alle Allergene im Eiweiß. Wer das Protein Ovomucoid nicht verträgt, muss meist strikt auf Eier verzichten. Auch verarbeitete oder gekochte Eier sind tabu. Denn während sich die anderen Allergene beim Erhitzen zersetzen und so für die meisten Allergiker genießbar werden, ist Ovomucoid hitzestabil. Somit ist es auch nach dem Kochen für Allergiker noch gefährlich.

5. Nahrungsmittelallergie: Milcheiweiß

Eine Kuhmilchallergie betrifft vor allem Kleinkinder. Denn häufig verschwindet die Allergie gegen Kuhmilch im Laufe der Kindheit wieder. Wer auf Kuhmilch allergisch ist, reagiert entweder auf das in Milch enthaltene Kasein oder Beta-Laktoglobulin. Betroffene sollten Kuhmilch und verarbeitete Lebensmittel, die Milch enthalten, komplett vom Speiseplan streiche. Schon kleine Mengen Milch oder milchhaltige Zusatzstoffe wie Magermilchpulver, Rahm oder Molke können zu allergischen Reaktionen führen. Meist vertragen Betroffene allerdings Milch in Form Teig- und Backwaren deutlich besser. Milchprodukte einfach weg lassen sollten Betroffene nicht. Denn vor allem bei Kindern kann das schnell zu Mangelerscheinungen führen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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