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Alltag mit atopischem Ekzem: Ist Schminken trotz Neurodermitis möglich?

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Frau trägt mit einem Pinsel Puder auf ihrer Wange auf (Symbolbild).

Wer an Neurodermitis leidet, sollte beim Schminken einiges beachten, um die Haut nicht unnötig zu reizen (Symbolbild). © Ale Ventura/imago-images.de

Wer an einer Neurodermitis leidet, hat mit empfindlicher Haut zu kämpfen. Betroffene müssen deshalb aber nicht zwingend auf Schminke verzichten. Verträgliche Produkte und eine geeignete Basispflege helfen, den Hautzustand zu erhalten.

Mönchengladbach – Wer an Neurodermitis leidet, dessen Haut ist oft trocken, juckt und brennt. Sie ist besonders empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen und reagiert auf Reize mit Spannungsgefühl, Rötungen und Ekzemen. Neurodermitis tritt häufig im Gesicht auf und ist für Betroffene seelisch belastend. Es ist also mehr als nachvollziehbar, dass sie sichtbare Hautveränderungen mit Make-up kaschieren wollen. Sie sollten aber bei der Auswahl und Anwendung der Produkte und der Basispflege der Haut einiges beachten.

Neurodermitis im Gesicht: Kann ich mich trotzdem schminken?

Da die Haut im Gesicht nicht durch Kleidung vor Umweltfaktoren, wie Kälte, Hitze, Pollen und Wind geschützt ist, ist sie bei Neurodermitis (atopisches Ekzem) oft besonders betroffen. Häufig zeigen sich sichtbare Hautveränderungen an der Kopfhaut, Stirn, den Wangen, Lippen, Mundwinkeln und im Bereich der Augen. Das macht das Schminken für Betroffene meist schwer. Trotzdem müssen sie nicht zwangsläufig auf Make-up verzichten. Ob und wenn ja womit sie sich schminken können, hängt aber vom jeweiligen Hautzustand ab.

Wenn das Gesicht trocken, aber frei von Ekzemen ist, ist schminken möglich. Bei akuten Ekzemen, die jucken und nässen, sollte hingegen auf Schminke verzichtet werden. Nutzen Betroffene Make-up, sollten sie sich abends gründlich abschminken und die Haut mit einer entsprechenden Basispflege eincremen.

Tipps des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) zur Basispflege:

Neurodermitis: Vorsicht vor Duftstoffen, Konservierungsmitteln und Nickel

Bei einer Kontaktallergie sollten die Inhaltsstoffe der Produkte vor der Anwendung genau geprüft werden, da Wimperntusche und Kajastifte oft Nickel enthalten. Lippenstifte und andere Kosmetika enthalten zudem oft Duftstoffe, die ebenfalls reizen können. Aufdrucke wie „duftneutral" sind dabei irreführend, da sie nicht zwangsläufig bedeuten, dass keine Duftstoffe enthalten sind. Es ist sinnvoll, die Produkte vorerst an einer kleinen Stelle zu testen, um zu prüfen, wie die Haut reagiert.

Der Bereich der Wangen ist meist weniger empfindlich, als die Augenpartie. Trotzdem können Make-up, Puder und Abdeckstifte die Haut an diesen Stellen zusätzlich austrocknen. Schminke sollte deshalb nur auf einer gut verträglichen Tagescreme aufgetragen werden. Bei trockenen, spröden Lippen und eingerissenen Mundwinkeln sollten Betroffene eine spezielle Lippenpflege oder Fettcreme als Unterlage verwenden, bevor sie Lippenstift auftragen.

Wer in der Vergangenheit bereits allergisch auf Kosmetika reagiert hat, sollte vor einer erneuten Anwendung mit seinem Arzt sprechen und gegebenenfalls einen Allergie-Test (Patch-Test) durchführen lassen. Dabei werden dem Patienten potenzielle Allergene mithilfe kleiner Pflaster auf die Haut aufgetragen und die Hautreaktion nach 24 oder 48 Stunden überprüft.

Neurodermitis: Was hilft bei Neurodermitis im Gesicht?

Um die Gesichtshaut bei Neurodermitis nicht unnötig zu belasten, sollten Umweltreize so gut es geht gemieden werden. Diese auslösenden oder verstärkenden Triggerfaktoren sind von Mensch zu Mensch verschieden. Neben hartem Wasser, Wollmützen, trockener Luft, starken Temperaturunterschieden und Schweiß, können auch Stress und bestimmte Nahrungsmittel die Neurodermitis verstärken. Da die angegriffene Haut bei Neurodermitis besonders durchlässig für Sonnenstrahlen ist, sollten Betroffene außerdem auf ausreichend Sonnenschutz achten. Handelsübliche Sonnencremes können trockene Haut reizen, weshalb Patienten einen Neurodermitis-geeigneten Sonnenschutz wählen sollten. Auch Tabakrauch und Kratzen können die Beschwerden verstärken und sollten gemieden werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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