In einer Box sind einige Körnerkissen mit Eulenmotiv aneinandergereiht (Symbolfoto).
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Körnerkissen sollen gut tun. Doch Vorsicht: Je nach Herstellungsart neigen sie zu Schimmelbildung (Symbolfoto).

Schimmelpilzallergie

Allergieauslöser in Dinkelspreu-Kissen: Vorsicht vor Schimmel und Bakterien

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Körnerkissen aus Weizenspreu kommen gerne zum Einsatz, zum Beispiel zum Schlafen oder auch als Stillkissen. Kissen mit Getreidefüllungen bergen aber ein Allergierisiko: Sie könnten mit Bakterien und Schimmelpilzen belastet sein.

Berlin – Die Auswahl ist groß: In Geschäften werden Kissen mit Getreidespelzfüllungen, sogenannte „Dinkelspelzkissen“ in verschiedenen Größen und Ausstattungen angeboten. Manche Verbraucher berichten von einer positiven Wirkung von Dinkelkissen auf den Organismus, Hersteller werben damit, dass Verspannungen, Schlafstörungen und Migräne gelindert werden könne. Auch Schwangere greifen gerne zu der „natürlichen Füllung“, wenn sie auf der Suche nach einem Stillkissen sind.

Doch Vorsicht, die Kissen haben Allergiepotential: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich mit Getreidekissen und ihrer potentiellen Belastung für den Menschen auseinandergesetzt. In einer Stellungnahme wiesen die Experten drauf hin, dass organische Füllmaterialien vor allem für ältere Menschen, Kleinkinder und immungeschwächte Personen ein Risiko darstellen können.

Allergieauslöser in Weizenspreu-Kissen: Bakterien und Schimmelpilze gefunden

Untersuchungsergebnisse aus verschiedenen Bundesländern, die dem BfR vor einiger Zeit zur Bewertung vorgelegt worden waren, hatten ergeben, das die Kissen teilweise mit Bakterien und Schimmelpilzen belastet waren. „Insgesamt wird die gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher durch die nachgewiesenen mikrobiellen Belastungen der Kissenfüllungen vom BfR als gering eingestuft“, heißt es in der Stellungnahme des BfR.

Das Institut empfiehlt in seiner Stellungnahme dennoch, vor allem in Bezug auf Risikogruppen wie ältere oder immunschwache Menschen oder Kleinkinder, dass Kissen mit Getreidespelzfüllungen von den Herstellern mit deutlichen Hinweisen für eine sichere Nutzung versehen werden sollten. „ Das gilt insbesondere im Hinblick auf die Notwendigkeit einer trockenen Lagerung, betonen die Experten beim BfR. Die Kissen sollten außerdem den Hinweis tragen, dass eine unsachgemäße Nutzung gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben kann.

Allergieauslöser in Weizenspreu-Kissen: Vorsicht vor Schimmelpilzsporen

Werden die Kissen beispielsweise nicht trocken aufbewahrt, kann sich unbemerkt im Inneren der Kissen Schimmel bilden. Die Folgen können teilweise gravierend sein: Bei einer Schimmelpilzallergie reagiert das Immunsystem von Betroffenen übermäßig auf Allergene in den Schimmelpilzsporen oder in Bruchstücken von abgestorbenen Schimmelpilzorganismen.

Schimmelpilzsporen verbreiten sich durch die Luft, daher zählen sie zum Typ der Inhalationsallergene.* Neben allergischen Reaktionen können Schimmelpilze auch eine Vielzahl an Krankheiten auslösen oder verschlimmern. Da Schimmelpilzsporen meist eingeatmet werden, zeigen sich die Symptome einer Schimmelpilzallergie vor allem im Bereich der Atemwege. Laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Berlin konnten bisher etwa 107 Allergene aus rund 43 verschiedenen Pilzarten identifiziert werden. 

Das sind die Symptome einer Schimmelpilzallergie:

  • Husten und Verschleimung der Atemwege
  • Niesreiz
  • Verstopfte, juckende Nase
  • Fließschnupfen
  • Akute Atemnot, allergisches Asthma

Bei den Wärmekissen mit Getreidefüllung ist davon auszugehen, dass die Gefahr einer Schimmelpilzbildung nicht gegeben ist, da die Produkte vor dem Einsatz meist im Backofen oder der Mikrowelle erhitzt werden. Dabei werden potentielle Erreger zerstört. Problematisch sind die Getreidespelzfüllungen eventuell nur, wenn sie beispielsweise beim Schlafen zum Einsatz kommen.

Denn in der Nacht sondern die Nutzer Feuchtigkeit im Schlaf ab, wodurch ein Klima entstehen könnte, unter dem sich der Schimmelpilz möglicherweise vermehren könnte. Im Extremfall können Schimmelpilzgifte zum Beispiel Krebs auslösen. Außerdem sind sie vor allem gesundheitsschädigend für Allergiker. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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