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Allergene in der Wohnung: Teppiche fördern Wachstum von Schimmelpilzsporen

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein kleiner weißer Hund liegt auf einem grauen Teppich, neben ihm ein Ball (Symbolbild)
Teppiche sind wahre Staubfänger, in denen Schimmelpilzsporen gut wachsen können (Symbolbild). © imago images / Westend61

Teppiche bilden einen idealen Nährboden für Schimmelpilze in der Wohnung – vorausgesetzt, es ist feucht genug. Welche Maßnahmen gegen Schimmelbildung im Teppich helfen.

Columbus – Teppiche sind wahre Staubfänger und bilden einen idealen Nährboden für Mikroorganismen wie Schimmelpilze. Diese können die menschliche Gesundheit beeinträchtigen und Schimmelpilzallergien, Asthma und andere Atemwegserkrankungen hervorrufen. Wie gut Schimmelpilzsporen in Teppichböden wachsen und von welchen Faktoren ihr Wachstum abhängig ist, hat ein Forscherteam der Ohio State Universität in Columbus untersucht. Die Ergebnisse wurden beim Kongress der Amerikanischen Akademie für Allergisches Asthma und Immunologie (AAAI) 2020 vorgestellt.

Schimmelpilzsporen in Teppichen: So sind die Forscher vorgegangen

Asthma verursacht in den USA jährlich 81,9 Milliarden US-Dollar Kosten und betrifft 8% der US-Bevölkerung. Eine häufige Ursache für die Atemwegserkrankung ist die Exposition mit Schimmelpilzen durch schlechte Wohnbedingungen. Vor diesem Hintergrund untersuchten der Wissenschaftler Nicholas Nastasi und sein Team von der Ohio State Universität in ihrer Studie, welche Rolle Teppiche für die Schimmelbelastung von Innenräumen spielen und von welchen Faktoren das Pilzsporenwachstum in Teppichen abhängig ist. Dazu veränderten sie die Variablen Staubkonzentration und Luftfeuchtigkeit und beobachteten jeweils, welchen Einfluss diese Umgebungsbedingungen auf das Schimmelwachstum haben. Die Untersuchungen nahmen sie an neu gekauften Teppichen mit drei verschiedenen Materialien vor:

An jedem Teppichfasermaterial wurde das Schimmelvorkommen mit drei verschiedene Szenarien getestet: Teppich ohne Staub, Teppich mit autoklaviertem (mit Dampf sterilisiertem) Hausstaub und Teppich mit unverändertem Hausstaub. 

Schimmelpilzsporen in Teppichen: Diese Faktoren beeinflussen das Schimmelwachstum

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen: Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 85 Prozent oder höher wachsen Schimmelpilzsporen besonders gut. Fällt die Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent, wachsen sie hingegen kaum. Bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit konnten die Forscher ein 1000-mal höheres Wachstum messen als bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent. Damit stellt Feuchtigkeit den wichtigsten Faktor („Trigger“) für Schimmelpilzwachstum in Teppichen dar. (Schimmelpilzallergie: So verhindern Sie Schimmel in Trockner und Waschmaschine)

Auch Hausstaub hat Einfluss auf das Schimmelpilzwachstum, allerdings ist dieser deutlich geringer als der der Feuchtigkeit. So stellten die Forscher unter dem Mikroskop eine 100-mal höhere Schimmelsporenkonzentration fest als bei Hausstaub-freie Proben.

Das Material scheint hingegen eine untergeordnete Rolle zu spielen. In welchem Teppich besonders viele Sporen wachsen, ist eher von der Hausstaubbelastung abhängig. So wachsen Schimmelpilze bei wenig Staub vor allem in Wollteppichen, während sie sich bei viel Hausstaub vor allem in Nylon-Fasern vermehren. Das geringste Schimmelwachstum, sowohl mit und ohne Staubbelastung, maßen die Forscher bei Teppichen aus Olifen.

Schimmelpilzsporen in Teppichen: Diese Maßnahmen reduzieren das Schimmelwachstum

Um Schimmelpilzwachstum in Teppichen gering zu halten, ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zu kontrollieren. Im besten Fall liegt diese immer zwischen 30 und 50 Prozent. Zur Schimmelvorbeugung empfiehlt die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF):

Menschen mit einer Schimmelpilzallergie sollten zudem möglichst auf Teppiche in der Wohnung verzichten. Das gilt besonders für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie Badezimmer und Küche. Besser eignen sich Badematten, die regelmäßig und heiß gewaschen werden können. (Schimmelpilzallergie: So verhindern Sie Schimmelbefall in der Wohnung)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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