Es ist ein Laib Brot zu sehen, auf dem sich Schimmel ausgebreitet hat (Symbolbild).
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Schimmelpilze auf Lebensmitteln können der Gesundheit schaden, indem sie Allergien auslösen (Symbolbild).

Schimmelpilzallergie

Schimmel auf Nahrungsmitteln: Diese Lebensmittel gehören in den Müll

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Schimmelpilze auf Nahrungsmitteln sind nicht nur für Allergiker gefährlich. Doch während man bei einigen Produkten den Schimmel großzügig entfernen kann, ist das längst nicht bei allen Lebensmitteln der Fall.

Berlin – Eingekauft und schon schimmlig: Groß ist die Enttäuschung, wenn sich unter frischen Lebensmitteln ein verdorbenes Stück befindet. Viele Verbraucher stellen sich dann die Frage: Kann man das noch essen oder lieber gleich wegwerfen? Doch während man bei einigen Produkten den Schimmel tatsächlich großzügig entfernen kann, ist das längst nicht bei allen Lebensmitteln der Fall.

Schimmel an Lebensmitteln: Schimmelpilze können Allergien auslösen

Fehler beim Transport, bei der Lagerung, aber auch bei der Zubereitung können dazu führen, dass ein frisches Lebensmittel in kürzester Zeit ungenießbar wird. Doch nicht nur das: Breiten sich Schimmelpilze auf Nahrungsmitteln wie Brot, Obst oder Käse aus, können sie zudem der Gesundheit schaden. So hat ein großer Teil der Erkrankungen, die durch Schimmel verursacht werden, ihren Ursprung zu Hause. Denn schon kleine Mengen bestimmter Schimmelpilzgifte, sogenannter Mykotoxine, wirken sich laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) negativ auf den Körper aus.

Die Schimmelpilzgifte gelangen über die Atemluft oder verdorbene Lebensmittel in den Organismus. Dort führen sie laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) zu Schnupfen, Niesen, Husten und Atemnot. Im Magen-Darm-Trakt sorgen Schimmelsporen zudem für Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Langfristig beeinträchtigen sie Leber und Nieren, aber auch das Immunsystem und die Schleimhäute. Bei empfindlichen Menschen kann Schimmel zudem allergische Erkrankungen verstärken oder sogar auslösen. Verschimmelte Lebensmittel sollten Verbraucher daher keinesfalls verzehren.

Schimmel an Lebensmitteln: Diese Nahrungsmittel gehören in den Müll

Besonders Lebensmittel, die viel Flüssigkeit enthalten, bieten einen idealen Nährboden für Schimmelpilze. Wasserreiche Nahrungsmittel sollten daher selbst dann in den Müll wandern, wenn sie nur äußerlich von Schimmel befallen sind. Grund dafür ist, dass sich giftige Schimmelpilzgifte wie Mykotoxine in feuchten Lebensmitteln sehr schnell ausbreiten – und die Toxine so das ganze Produkt befallen.

Zu den wasserreichen Lebensmitteln, die Sie bei Schimmelbefall komplett entsorgen sollen, gehören:

  • Obst
  • Gemüse
  • Kompott
  • Säfte

Auch Milchprodukte haben einen hohen Flüssigkeitsanteil. Daher dürfen befallener Joghurt und Quark, aber auch Weich-, Frisch- und Schnittkäse mit Schimmel nicht mehr verzehrt werden.

Schimmel an Lebensmitteln: Diese Nahrungsmittel können Sie trotz Schimmel essen

Schimmel ist nicht gleich Schimmel – während Schimmelpilzgifte in den meisten Lebensmitteln als gefährlich gelten, sind Edelkulturen in schimmelgereiften Käsesorten wie Roquefort, Gorgonzola und Camembert unbedenklich. Auch bei oberflächlichem Schimmel an Hartkäse wie Parmesan muss nicht gleich das ganze Produkt in den Müll wandern*, das berichtet auch op-online.de. Ähnlich können Verbraucher mit Rohwürsten wie Edelsalami, die mit speziellen Schimmelkulturen behandelt sind, vorgehen. Bei der Reifung entsteht eine weiße Schicht, die Salami-Liebhaber in der Regel ohne Probleme mitessen können. Aufschnitt wie Schinken oder Wurst sollte bei Schimmelbefall allerdings sofort weggeworfen werden.

Auch bei Marmeladen mit hohem Zuckeranteil reicht es, die schimmlige Stelle großzügig zu entfernen. Denn der enthaltene Zucker verhindert das Pilzwachstum. Angebrochene Konfitüre sollte trotzdem unbedingt im Kühlschrank gelagert werden. Ebenso unproblematisch sind feste Obst- und Gemüsesorten: Bei Äpfel, Möhren und Kartoffeln reicht es in der Regel aus, die fauligen Stellen großzügig abzuschneiden.

Schimmel an Lebensmitteln: So lässt sich Schimmelbefall ganz einfach vorbeugen

Schimmelbefall lässt sich durch einen schnellen Verzehr und richtiges Lagern gut vorbeugen. Lebensmittel sollten sauber, trocken und kühl gelagert werden. Prinzipiell gilt zudem:

  • Verschimmeltes Brot unbedingt wegschmeißen: Auch wenn sich der Schimmel nur an einem kleinen Fleck gebildet hat, ist meist das komplette Brot von Pilzen befallen - ohne dass man es von außen sieht. Brotkästen sollte man daher einmal pro Woche reinigen und mit Essigwasser auswaschen.
  • Konfitüren und Fruchtaufstriche müssen unbedingt im Kühlschrank gelagert werden.
  • Schimmlige Nüsse sofort wegschmeißen: Sie enthalten giftige Pilzgifte, die Alfatoxine, welche stark gesundheitsschädigend sind.
  • Auch Trockenfrüchte und Gewürze können von Schimmel betroffen sein. Diese unbedingt sofort aussortieren.

*op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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