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Allergien und Silvester: Welche Reize Sie unbedingt meiden sollten

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Von: Christine Pander

Drei Personen sitzen auf einer Couch und werfen buntes Konfetti (Symbolfoto).
Konfetti werfen dürfte ungefährlich sein: An Silvester lauern für Allergiker aber einige Fallen (Symbolfoto). © imago/Jo Kirchherr

An Silvester lässt man gerne mal die Korken knallen: Dazu ein schönes Raclette, Erdnussflips, ein Tischfeuerwerk und schon ist das Allergie-Desaster programmiert. Worauf Sie als Allergiker achten sollten, lesen Sie hier.

München – Wer bereits weiß, dass er unter einer Allergie oder Unverträglichkeit leidet, sollte sich natürlich auch an Silvester zügeln. Das bedeutet: Verzicht auf alles, was das entsprechende Allergen enthält oder enthalten könnte. Im Bereich der Lebensmittel sind das etwa Milchprodukte bei Lactose-Intoleranz, Hummer oder Meerestiere bei einer Allergie gegen Meeresfrüchte und Schaltentiere.

Und auch die klassischen Partysnacks wie Erdnussflips gehören für Nussallergiker auf den Index. Beim beliebten Silvester-Essen Raclette* gibt es einen Tipp für Lactose-Intolerante: Nach 3 Monaten Reifezeit ist echter Raclettekäse gemäß Richtlinien und der schweizerischen Verordnung über Speziallebensmittel laktosefrei. Bei der Herstellung von Raclettekäse werden außerdem keine getreidehaltigen Ingredienzen und Hilfsmittel eingesetzt. Viele lang gereifte Käsesorten sind übrigens laktosefrei. Am besten geeignet fürs Raclette sind: Emmentaler, Edamer, Gouda, Bergkäse, Parmesan oder Appenzeller. Wichtig: Den harten Rand vor dem Erhitzen entfernen.

Allergie und Silvester: Bleigießen ist verboten, die Wachsalternative qualmt

Der Verkauf von Bleigießen-Sets wurde bereits 2018 durch die Europäische Union verboten, da beim Erhitzen von Blei giftige Bleioxide entstehen, die unbemerkt über die Atemwege aufgenommen werden können. Beim Anfassen der Figuren gelangt das Blei zudem an die Hände und später, etwa über Nahrung, möglicherweise in den Körper.

Blei ist ein Schwermetall und kann Organe wie Hirn und Nieren schädigen – oder das Nervensystem. Wer also noch alte Bleisets zuhause hat, sollte dennoch die Finger davon lassen. Nach Angaben der Stiftung Warentest enthalten diese Sets teilweise bis zu 71 Prozent Blei- und das macht den Verbraucherschützern zufolge „dumm“. Es schädige das zentrale Nervensystem und damit die Hirnleistung.

Allergie und Silvester: Zimmer immer gut lüften

Eine Alternative für alle, die dennoch orakeln wollen, ist das Wachsgießen. Die Sets dafür kann man genauso kaufen wie die bisherigen mit Blei. Die Variante mit Wachs taucht allerdings nicht so tief ins kalte Wasser ein, sondern bleibt an der Oberfläche. Beim Zu-Wasser-Lassen bilden sich daher keine dreidimensionalen Figuren, sondern platte Fladen, die an der Wasseroberfläche schwimmen.

Das liegt daran, das Wachs hat eine geringere Dichte als Wasser hat. Das Wachs, über einer Kerze erhitzt, kann allerdings eine starke Rauchbildung entwickeln, was vor allem für Asthmatiker oder Allergiker mit Lungenbeteiligung zu einer Gefährdung werden kann. in diesem Fall hilft nur, die Zimmer gut zu belüften oder auf den Blick in die Zukunft zu verzichten.

Allergie und Silvester: Vorsicht bei Alkoholischen Getränken

Wer Antihistaminika einnimmt, sollte wie auch an allen anderen Tagen auf Alkohol verzichten. Bestimmte Alkoholische Getränke wie Wein oder Cocktailmischungen enthalten zum Beispiel Sulfite oder Histamine, die allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten hervorrufen können. Das kann beispielweise zu Symptomen wie allergischem Schnupfen, laufender Nase oder Augenbrennen führen. Auch Gerste, Weizen, Malz der Hefe im Bier kann für dafür disponierte Menschen allergische Reaktionen hervorrufen.

Allergie und Silvester: Vorsicht bei Feuerwerkskörpern und Wunderkerzen

In den meisten Feuerwerkskörpern sind als Explosionsstoffe Kaliumchlorat oder Kaliumperchlorat und Aluminium enthalten. Oft sind auch Kaliumchlorid, roter Phosphor, Schwefel, Schwefelantimon und Kohlepulver beigemischt. Für das bunte Leuchten werden meist geringe Mengen an Metallsalzen hinzugefügt. Beim Abbrennen dieser Gemische bilden sich nach Angaben des Lungeninformationsdienstes Stickoxide: Das gilt für Raketen, Knallkörper aber auch für Wunderkerzen.

Für Feuerwerkskörper im Freien gilt laut Lungeninformationsdienst: „Gerade für Kinder und Asthmatiker kann der Qualm unangenehm werden, da er Reizungen der Atemwege und Schleimhäute verursacht. Da die großen Feuerwerke Corona-Bedingt in diesem Jahr vermutlich ausfallen werden, können die Heimfeuerwerker sicherheitshalber eine Atemschutzmaske gegen den Qualm tragen, wenn sie nicht verzichten wollen.

Allergie und Silvester: Vorsicht auch bei Wunderkerzen

Gerade bei den harmlos wirkenden Wunderkerzen ist für Asthmatiker Vorsicht geboten: „In geschlossenen Räumen ohne ausreichend Belüftung können diese gesundheitlich bedenkliche Konzentrationen erreichen“, heißt es beim Lungeninformationsdienst. Die Drähte sind mit einer Masse aus 40 Prozent Bariumnitrat, 25 Prozent Eisen und 5 Prozent Aluminiumpulver beschichtet.

Experten schätzen vor allem das Bariumnitrat als bedenklich ein, da es leicht wasserlöslich und in hohen Dosen giftig ist. Wird es sachgemäß und in übersichtlicher Anzahl verwendet - und bei ausreichender Belüftung der Zimmer - ist es ungefährlich. Essen oder verschlucken sollte man die Brennstäbchen allerdings nicht: Werden mehr als ein Drittel einer Wunderkerze von kleinen Kindern angeknabbert, stuft dies das Giftinformationszentrum Erfurt als gefährlich ein. Das Bariumnitrat kann dann Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auslösen. Betroffene Eltern sollte sich dann beim Giftnotruf melden, um weitere Maßnahmen zu besprechen.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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