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Hypoallergene Hunderassen: Gibt es Hunde für Tierhaarallergiker?

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein Labradoodle spielt im Schnee und springt dabei in die Luft  (Symbolbild).
Ein Labradoodle spielt im Schnee. Die Kreuzung aus den Hunderassen Labrador und Pudel wird Allergikern häufig empfohlen (Symbolbild). © imago images / i Images

Tierhaarallergikern werden häufig bestimmte Hunderassen wie Pudel, Labradoodle und Goldendoodle empfohlen. Eine Studie kann die angebliche Hypoallergenität dieser Hunde aber nicht bestätigen.

Detroit – Immer wieder werden Tierhaarallergikern bestimmte Hunderassen als angeblich „allergikerfreundliche“ Haustiere empfohlen. Nicht zuletzt löste vor einigen Jahren der vermeintlich hypoallergene Hund der frühreren Präsidentenfamilie Obama einen regelrechten Hype um allergikergeeignete Hunderassen aus. Darunter nicht nur der Portugiesische Wasserhund, sondern auch Rassen wie der Labradoodle (eine Kreuzung aus Labrador und Pudel) oder der Goldendoodle (Mix aus Golden Retriever und Pudel). Doch was ist dran, am „hypoallergenen“ Image der Vierbeiner?

Hypoallergene Hunderassen: Allergene befinden sich nicht in den Hundehaaren

Die Bezeichnung Tierhaarallergie, wie allergische Reaktionen auf Tiere oft beschrieben werden, ist eigentlich irreführend. Denn genau genommen reagieren Allergiker nicht auf die Haare, sondern auf bestimmte Eiweiße im Speichel, Schweiß, Talg, Urin, Kot oder in den Hautschuppen (den sogenannten Epithelen) der Tiere überempfindlich, wie der Allergieinformationsdienst verweist. Die Tier-Allergene werden lediglich durch die Tierhaare in der Umgebung verteilt, etwa wenn sich Tiere putzen und dabei Speichel auf das Fell gelangt. Von dort aus können sie leicht in die Luft und damit in die menschlichen Atemwege und Schleimhäute der Augen geraten.

Bei Hunden sind bisher sechs mögliche Allergene identifiziert. Sie schwanken teilweise stark zwischen Männchen und Weibchen und von Tier zu Tier. Da sie schwerer als die deutlich aggressiveren Katzenallergene sind, können sie sich nicht so leicht mit Staub verbinden und verteilen sich weniger in der Umgebungsluft. Bei sensibilisierten Menschen kann es dennoch wenige Minuten nach dem Allergenkontakt zu folgenden Symptomen kommen:

Bei Verdacht wird der Dermatologe oder Allergologe nach einem ausführlichen Anamnesegespräch in der Regel einen Hauttest  und/oder einen Bluttest durchführen.

Hypoallergene Hunderassen: Studie aus den USA untersuchte 60 Hunderassen

Da Hundeallergene nicht nur im Fell der Tiere zu finden sind, spielt ein seltener Haarwechsel, wie er oft von Züchtern beworben wird, für das allergische Potenzial von Hunden nur eine untergeordnete Rolle. Trotzdem werden bestimmte Rassen immer wieder als „hypoallergene Hunde“ verkauft.* Forscher des Henry-Ford- Hospital in Detroit (USA) nahmen dies zum Anlass, um 60 Hunderassen in einer Studie auf ihr allergisches Potenzial zu untersuchen. Die Wissenschaftler interessierte vor allem, wie stark die untersuchten Hunde ihre Allergene in der Umgebung verbreiten. Unter ihnen: verschiedene Rassen – von Schnauzern, Terriern bis Pudel(Kreuzungen).

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Zwischen den untersuchten Hunderassen ist kein statistisch signifikanter Unterschiede zwischen angeblich hypoallergenen und nichthypoallergenen Hunden zu erkennen. Die Autoren der Studie weisen deshalb daraufhin, dass sich Hundehaarallergiker nicht auf die Rassen verlassen sollten, die als „hypoallergen“ gelten. Gleiches gilt übrigens auch für vermeintlich hypoallergene Katzenrassen. Ob und wie stark Allergiker auf ein Tier reagieren, ist immer von der Ausprägung der Allergie und dem jeweiligen Tier abhängig.

Hypoallergene Hunderassen: Allergenkarenz ist der beste Weg bei Tierhaarallergien

Der sicherste und einfachste Weg, Symptomen einer Hundehaarallergie vorzubeugen, ist nach wie vor, Hunde im Haus zu meiden („Allergenkarenz“). Sind Allergiker bereits Besitzer eines Hundes und handelt es sich bei den Beschwerden nur um eine leichte Tierhaarallergie, können sie versuchen, mit bestimmten Verhaltensregeln allergische Reaktionen im Alltag zu verhindern. Bei akuten Beschwerden können außerdem Medikamente wie Antihistaminika und Glukokortikoide (Cortison) die Symptome kurzfristig lindern. Eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) zur Behandlung der Ursache einer Allergie wird bei Hundehaarallergien aufgrund starker Nebenwirkungen nur selten durchgeführt, etwa wenn der Kontakt aufgrund des Berufs (zum Beispiel bei Tierärzten) nicht vermeidbar ist.

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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