Eine Person streichelt eine Katze (Symbolbild).
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Wer sich trotz Allergie eine Katze wünscht, sollte einiges beachten (Symbolbild).

Rasse und Geschlecht entscheidend

Katzenallergie: Diese Katzenrassen sind für Allergiker geeignet

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Katzenallergiker müssen nicht unbedingt auf Haustiere verzichten: Einige Rassen eignen sich gut und Praxistipps erleichtern den Alltag. Lesen Sie, was Allergiker bei der Katzenhaltung beachten sollten.

  • Eine Katzenallergie ist eigentlich eine Allergie gegen bestimmte Eiweißbausteine
  • Durch die Katzenhaare können sich die Allergene in der Luft verteilen
  • Für Allergiker eignen sich bestimmte Katzenrassen trotzdem

Mönchengladbach – Eine Katze halten trotz Katzenallergie? Das ist in einigen Fällen auch für Allergiker möglich. Katzenallergiker sollten bei der Wahl der Katzenrasse und im Umgang mit dem geliebten Vierbeiner aber einiges beachten. Lesen Sie jetzt, welche Rassen für Allergiker geeignet sind.

Katzenallergie: Was passiert im Körper?

Was gemeinhin auch als „Katzenhaarallergie" bezeichnet wird, ist eigentlich eine Katzenallergie, denn die Haare sind nur das Medium, nicht die Ursache der allergischen Reaktion. Die eigentlichen Allergieauslöser (Allergene) sind Eiweißbausteine, die sich laut Deutschem Allergie- und Asthmabund (DAAB) mit Sitz in Mönchengladbach, in Talg-, Anal- und Speicheldrüsen der Katzen sowie in der Tränenflüssigkeit und der Haut befinden. Dank ihrer guten Schwebeigenschaften verteilen sich Katzenallergene schnell im ganzen Raum oder werden über Katzenhaare weitergetragen. Kommt es zum Allergen-Kontakt, reagiert das Immunsystem von Betroffenen mit einer überempfindlichen Immunreaktion auf die eigentlich harmlosen Substanzen. Es kommt zu den typischen allergischen Symptomen.

Katze trotz Allergie: Tipps für den Alltag

Um Beschwerden vorzubeugen, sollten Katzenallergiker die Allergieauslöser, in diesem Fall Katzenallergene, bestenfalls meiden Die Allergenkarenz ist die wirksamste Maßnahme bei der Therapie von Allergien. Da Katzenallergene über die Luft verbreitet werden und auch in Räumen ohne Katzen zu finden sind, ist das aber nicht immer möglich. Zudem tritt eine Katzenallergie manchmal ganz plötzlich auf, wenn die Katze längst Teil der Familie ist. Besitzer stellen sich dann die Frage, ob das geliebte Haustier abgegeben werden muss.

Die Antwort: Nicht unbedingt! Zunächst sollten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. So können bereits ein paar einfache Verhaltensregeln den Allergie-Symptomen vorbeugen:

  • Nutzen Sie einen Luftreiniger
  • Täglich lüften
  • Katzenfreie Räume schaffen (z. B. Schlafzimmer)
  • Händewaschen nach dem Kontakt mit dem Tier
  • Kleidung, an der Tierhaare haften, sollte nicht mit ins Schlafzimmer genommen werden
  • Die Wohnung häufig gründlich reinigen (Staubsauger für Allergiker können helfen)
  • Die Katzen ggf. mit einem feuchten Tuch abwischen
  • Vor dem Schlafen ggf. Haarewaschen
  • Glatte Böden sind in jedem Fall besser zu reinigen als Teppich

Kommt es trotzdem zu allergischen Reaktionen, können Medikamente die Symptome der Allergie lindern. So können Antihistaminika in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten Beschwerden wie Rötungen, Juckreiz, Schwellungen, Niesreiz und Fließschnupfen abschwächen. Bei starken Symptomen können Glucocorticoide (Cortison) lokal angewendet werden. Langfristig kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) die Ursache der Allergie behandeln. Auch ein Impfstoff, der an der Universität Zürich entwickelt wurde und den Katzen verabreicht wird, könnte helfen. Durch den Impfstoff soll das Allergen „Fel d 1“ gebunden werden - auf dem Markt ist er bisher jedoch nicht.

Katzenallergie: Das Geschlecht der Katze ist entscheidend

Nicht jeder Katzenallergiker reagiert auf jede Katze gleich. Der Toxikologe Prof. Dr. rer. pharm. Jeroen Buters vom Helmholtz Zentrum München führte eine Studie zu hypoallergenen Katzenrassen durch, über die er im Interview mit MeinAllergiePortal spricht. Genannt werden darin unter anderem Cornish Devonshire Rex und Cornish Rex. Diese Rassen wurden hinsichtlich der Allergen-Freisetzung mit Europäisch Kurzhaar-Katzen verglichen. Das Ergebnis: die Allergen-Freisetzung der Rassekatzen unterschied sich kaum von der der Europäisch Kurzhaar. Jedoch wurde im Rahmen der Studie festgestellt, dass nicht jede Katze gleich viele Allergene produziert. Vor allem: Die Allergen-Freisetzung war bei unkastrierten Katern meist größer als bei Katzen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Um herauszufinden, wie stark der Körper auf eine Katze reagiert, ist es empfehlenswert, etwas Zeit mit dem Tier zu verbringen und ein paar Haare mit nach Hause zu nehmen, bevor man sich entscheidet.

Katzenallergie: Passende Rassen im Portrait

Die perfekte Katze für Allergiker gibt es nicht. Dennoch gelten einige Rassen als besser geeignet, vor allem jene, die kaum Fell haben oder seltener Haare verlieren. Wir stellen im Folgenden vier Katzenrassen vor, die oft als hypoallergene Katzen bezeichnet werden.

Katzenallergie: Die Sphynx-Katze

Sphynx-Katzen (auch als Nacktkatzen bekannt) haben sehr wenig Fell, ganz haarlos sind sie aber nicht. Ihr Körper ist mit einem leichten Flaum bedeckt. Aus einer natürlichen Genmutation wurde eine Zuchtrasse. Wie alle Katzen ist auch die Sphynx gesellig und freut sich über kätzische und menschliche Gesellschaft. Wer vorwiegend auf den Speichel von Katzen allergisch reagiert, für den könnte eine Sphynx infrage kommen. Ist das Problem aber der Urin oder das Sekret der Talgdrüsen, sieht die Sache anders aus. Sphynx-Katzen brauchen aufgrund des fehlenden Fells ein wenig mehr Pflege, Kälte oder zu viel Sonne vertragen sie weniger gut, außerdem sollte man sie regelmäßig baden.

Katzenallergie: Devon Rex (und andere Rex-Katzen)

Rex-Katzen wie Cornish oder Devon Rex sind gesellige Katzen. Ihr Fell ist sehr dünn - auch hierbei handelt es sich um eine Mutation. Die Haare dieser Rasse sind gewellt oder lockig. Devon Rex-Katzen sind anhänglich und aktiv, durch die Fellbeschaffenheit vertragen aber auch sie Kälte und Nässe nicht so gut. Da diese Katzen ein dünnes Fell haben – auch wenn sie wenig davon verlieren – sollten Allergiker vor der Anschaffung unbedingt testen, wie sie auf die Katze reagieren.

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Katzenallergie: Die Sibirische Katze

Die Sibirische (Wald-)Katze (bei der Katze auf dem Bild handelt es sich um eine Neva Masqerade) sieht auf den ersten Blick gar nicht allergikerfreundlich aus. Amerikanische Labortests zeigten zwar, dass ihr Speichel weniger „Fel d 1“ enthält, genau wie Urin und Talgdrüsen, der Test wurde aber nur an vier Sibirern durchgeführt. Offizielle Studien dazu fehlen bislang. Es besteht noch immer Uneinigkeit, ob diese Rasse sich tatsächlich besser für Allergiker eignet als andere.

Pflegeintensiv sind sie trotz der Haarpracht nicht wirklich, gelegentlich bürsten reicht aus. Auch diese Katzen sind anhänglich und freuen sich über Artgenossen im Haus. Allergiker, die vor allem auf den Speichel der Katzen reagieren, könnten hier fündig werden.

Katzenallergie: Balinese-Katzen

Balinesen gelten ebenfalls als hypoallergene Katzenrasse, einen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt es bislang nicht. Die Konzentration der allergieauslösenden Proteine im Speichel der Katzen soll aber geringer sein. Wie bei Orientalen typisch, sind diese Katzen aktiv und recht gesprächig, sie wollen beschäftigt werden.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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