Eine Frau streichelt eine grau-getigerte Katze.
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Katzenhaarallergie: Wer unter einer Allergie gegen Haustiere leidet, dem könnte in Zukunft eine Impfung helfen (Symbolbild).

Allergie gegen Haustiere

Katzenallergie: Impfstoff für Allergiker entwickelt

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Forscher entwickeln einen Wirkstoff gegen Katzenallergie. Doch die Impfung wird nicht den Menschen verabreicht. Lesen Sie jetzt, wie der neue Impfstoff bei Katzenallergie hilft.

  • Tränende Augen, Niesreiz und Hautausschlag – die Symptome einer Tierhaarallergie sind vielfältig.
  • Vor allem Tierliebhaber leiden unter den allergischen Symptomen, denn bisher gibt es keine zuverlässige Therapie.
  • Das könnte sich in Zukunft durch einen Impfstoff ändern - doch dieser wird nicht dem Menschen gespritzt. 

Zürich – Viele Menschen sind allergisch gegen Tiere, die meisten Betroffenen reagieren dabei auf Katzen. So gehören Katzenhaare nach Heuschnupfen und Hausstaubmilben zu den häufigsten Allergieauslösern in Deutschland, rund zehn Prozent der Bevölkerung leiden an einer Katzenallergie. Häufig tritt die Allergie ohne Vorwarnung auf – meist ist das für die Betroffenen ein großer Schock. Denn wird das eigene Haustier zur Gefahr, bleibt vielen Besitzern nicht mehr viel übrig, als sich vom geliebten Vierbeiner zu trennen. Ein Impfstoff macht zumindest Katzenbesitzern Hoffnung.

Tierhaarallergie: Das steckt dahinter

Grundsätzlich gilt: Bei einer Allergie kommt es zu einer überempfindlichen Immunreaktion. Dabei wehrt sich der menschliche Körper gegen eigentlich harmlose Stoffe. Schuld an der allergischen Reaktion sind bestimmte Proteine. Gelangen diese in die Atemwege oder auf die Haut, lösen sie bei manchen Menschen die typischen Allergie-Beschwerden aus.

Bei einer Tierhaarallergie reagiert das Immunsystem jedoch nicht auf den Vierbeiner selbst, sondern auf bestimmte tierische Eiweiße, die im Fell, Speichel und Urin vorkommen. Doch Tier ist nicht gleich Tier: So können manche Menschen nur auf Hunde oder Katzen reagieren, während andere gleich auf mehrere Tierarten allergisch sind. Problematisch an einer Katzenallergie ist zudem, dass die Allergene sehr hartnäckig sind. Sie haften nicht nur an der Katze selbst, sondern verteilen sich auch in der Luft. Das führt dazu, dass Allergiker auch Symptome zeigen, obwohl sich keine Katze in der Nähe befindet.

Katzenallergie: Symptome und Diagnose

Meist reicht schon ein kurzer Kontakt mit den Katzenhaaren, um die allergischen Beschwerden auszulösen. Wer unter einer Katzenallergie leidet, muss dazu die Katze nicht mal berühren, um folgende Symptome zu entwickeln:

Die sicherste Methode, um eine Tierhaarallergie festzustellen, ist ein Hauttest. Bei einem solchen Test trägt der Arzt das Allergen zunächst auf die Haut auf, danach ritzt er die betreffende Stelle mit einer Nadel leicht an. Reagiert der Patient mit Rötungen und Quaddeln, spricht man von einer allergischen Reaktion. Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung die Diagnose bestätigen.

Katzenallergie: Trennung oder Immuntherapie?

Bisher gibt es keine zuverlässige Methode, um eine Tierhaarallergie zu heilen. Zwar können Medikamente wie Antihistaminika die Symptome allergischer Tierhalter für kurze Zeit lindern, auf Dauer ist von der Einnahme jedoch abzuraten. Langfristig kann eine spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt, die Ursachen der Allergie bekämpfen. Dabei verabreicht der Arzt betroffenen Patienten die Allergene in steigenden Dosen wöchentlich über einen Zeitraum von drei Jahren.

Jedoch ist die Behandlung nicht nur sehr aufwendig, auch fehlen bisher zuverlässige Daten zur Wirksamkeit der Hyposensibilisierung bei einer Katzenallergie. Die Therapie kommt daher vor allem für Menschen in Frage, bei denen sich der Kontakt zu Tieren, nicht vermeiden lässt. Ist eine Hyposensibilisierung keine Option, bleibt den Tierbesitzern meist nichts anderes übrig, als ihren Vierbeiner abzugeben.

Katzenallergie: Impfstoff gegen Katzenallergie

Gute Nachrichten für Katzenliebhaber gibt es jedoch aus der Schweiz: Forscher der Universität Zürich, gegründet 1832 unter der Leitung von Lorenz Oken (72, †1851), haben in den letzten Jahren einen Impfstoff gegen Katzenallergene entwickelt. Dabei verfolgen die Wissenschaftler eine ungewöhnliche Strategie. So ist die Impfung nicht für den Menschen gedacht - sondern für die Katzen.

Eine Katzenallergie wird durch das körpereigene Protein „Fel d 1“ ausgelöst, welches hauptsächlich in Speichel, Urin und Hautschuppen vorkommt. Säubern sich Katzen mit der Zunge, gelangt das Eiweiß in das Fell und kann sich damit in der ganzen Wohnung ausbreiten. Genau dieses Protein haben sich die Forscher für die Herstellung des Impfstoffs zu nutzen gemacht. Das Ziel: Mit einer Impfung versuchen sie die Allergenbereitschaft des Proteins schon in der Katze zu verringern. Auf diese Weise sollen die Symptome beim Menschen gelindert und im besten Fall verhindert werden.

Katzenallergie: Impfstoff bereits erfolgreich getestet

Hinter dem Namen „Hypo-Cat“ verbirgt sich der Katzen-Impfstoff, der das Hauptallergen „Fel d 1“ bereits in der Katze für Menschen mit Allergien unschädlich machen soll. Laut dem Journal of Allergy and Clinical Immunology verabreichten die Wissenschaftler in ihrer Studie 54 Katzen den Impfstoff. Insgesamt drei Mal im Abstand von drei Wochen wurden die Tiere geimpft. Anschließende Tests ergaben, dass sich im Blut der Katzen Antikörper gebildet hatten. 

Die Antikörper konnten das Allergen „Fel d 1“ in der Katze binden. Zudem stellten die Forscher fest, dass sich die Konzentration des Proteins in der Tränenflüssigkeit deutlich verringerte. Der Impfstoff scheint laut den Wissenschaftlern dabei nicht nur gut verträglich, sondern auch sicher zu sein. Wann die Impfung auf den Markt kommt, ist allerdings noch unklar. In spätestens zwei Jahren soll es jedoch soweit sein.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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