Eine Katze liegt auf einem Tisch (Symbolbild).
+
Wer auf Katzenhaare allergisch reagiert, verträgt möglicherweise auch bestimmte Nahrungsmittel nicht (Symbolbild).

Mögliche Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln

Allergisch auf Schweinefleisch: Dahinter kann eine Katzenhaarallergie stecken

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Wer nach dem Verzehr von Schweinefleisch unter Schmerzen und Krämpfen leidet, hat nicht unbedingt etwas Falsches gegessen. In seltenen Fällen kann eine Katzenhaarallergie dahinterstecken.

München – Wen nach dem Genuss von Schweinefleisch Magenschmerzen, Übelkeit und Durchfall plagen, hat nicht zwangsläufig etwas Verdorbenes gegessen. Hinter den Beschwerden kann auch eine Allergie stecken. So kann das wenig bekannte „Katzen-Schweinefleisch-Syndrom“, auch „Cat-Pork-Syndrom“ genannt, allergische Symptome und Verdauungsbeschwerden verursachen.

Allergisch auf Schweinefleisch: Steckt eine Katzenhaarallergie dahinter?

Wer auf Katzenhaare allergisch reagiert, ist in der Regel auf das Hauptallergen der Katze, Fel d1, sensibilisiert. Seltener reagieren Betroffene auf das Eiweiß Fel d2 (Serumalbumin). Fel d2 ist eines von acht bekannten Katzenallergenen, die bei Menschen allergische Reaktionen auslösen können. Doch das Molekül ist nicht nur in den Katzenhaaren zu finden, auch in Schweinen - und daher auch im Blut oder Fleisch der Tiere - kommt es vor. Nehmen Katzenhaarallergiker Schweinefleisch zu sich, kann es so zu einer Verwechslung kommen. Dabei reagiert das Immunsystem fälschlicherweise auch auf Allergene im Schweinefleisch. Es handelt sich dabei um eine Kreuzreaktion, die aufgrund der ähnlichen Eiweißbausteine ausgelöst wird.

Laut der Europäischen Allergiestiftung (ECARF) sind bei einer Tierhaarallergie vor allem die Atemwege und die Haut betroffen. Typische Beschwerden sind:

  • Juckreiz
  • Hautausschlag
  • Rötungen der Haut
  • Bindehautentzündung
  • Nesselsucht

Wer unter einem „Katzen-Schweinefleisch-Syndrom“ leidet, reagiert zudem mit Verdauungsbeschwerden. Mögliche Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Es kann aber auch laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) zu Hautausschlägen und Atemwegsbeschwerden wie Husten oder allergischem Schnupfen kommen. Meist ist die allergische Reaktion jedoch deutlich milder als beim direkten Kontakt mit Katzenhaaren. So treten die Symptome in manchen Fällen nur sehr leicht oder nur sporadisch auf. (Fleischallergie durch Zeckenbiss: Symptome, Diagnose und Behandlung)

Allergisch auf Schweinefleisch: Auch im Zusammenhang mit anderen Tierhaarallergenen

Auch andere Tierhaarallergene können zu Kreuzreaktionen führen. Wer unter einer Hundehaar-Allergie leidet, kann daher ebenfalls auf Pferde- und Rinderfleisch allergisch reagieren. Allerdings ist eine solche Reaktion bei Hundehaar-Allergikern äußerst selten - laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum Münchens gibt es im Zusammenhang mit der Hundehaar-Allergie nur einen einzelnen Fallbericht. Zudem kann bei einer Allergie gegen Hühnerfleisch das sogenannte „Vogel-Ei-Syndrom“, auch „Bird-Egg-Syndrom“ genannt entstehen. Auch hier ist ein ähnliches Molekül in Federn und Eiern, das auch im Hühnerfleisch vorkommt, für die Beschwerden verantwortlich. (Kreuzallergien: Wenn das Immunsystem auf Doppelgänger reagiert)

Allergisch auf Schweinefleisch: Verzicht nicht zwingend notwendig

Betroffene Katzenhaarallergiker müssen nicht komplett auf Schweinefleisch verzichten. Da die allergieauslösenden Moleküle im Schweinefleisch nicht hitzebeständig sind, lösen vor allem rohe Lebensmittel allergische Reaktionen aus. Dazu zählen neben Salami und Schinken, auch rohes Mett. Gut gekochtes und durchgegartes Fleisch vertragen Tierhaar-Allergiker dagegen meist gut. Katzenhaarallergiker, die auf das Eiweiß Fel d2 reagieren, sollten daher vorsorglich nur stark erhitztes Schweinefleisch essen. (Tierhaarallergie: 5 Tipps für einen beschwerdefreien Alltag)

Zudem ist die Allergie gegen Schweinefleisch im Zusammenhang mit einer Katzenhaarallergie äußerst selten. Nach Angaben des Helmholtz Zentrum München reagiert nur ein bis vier Prozent der Katzenhaar-Allergiker auch auf Allergene im Fleisch.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare