Ein braunes Pferd mit dichtem Fell und dichter Mähne steht an einem Teich und blickt in die Kamera (Symbolbild).
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Immer wieder wird Allergikern die Pferderasse Curly Horse empfohlen. Doch nicht jedes Tier dieser Rasse ist geeignet, wie eine Studie zeigt (Symbolbild).

Hypoallergene Pferderasse?

Reiten trotz Pferdeallergie: Ist die Rasse „Curly Horse“ für Allergiker geeignet?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Reiten trotz Pferdeallergie: dank der nordamerikanischen Pferderasse Curly Horse soll das möglich sein. Tatsächlich berichten einige Allergiker von guten Erfahrungen. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht.

Berlin – Reiter kennen das Phänomen: Man holt das Pferd von der Koppel, putzt es ausgiebig und schon findet man sich in einer großen Staub- und Fellwolke wieder. Für Pferdeallergiker ist das besonders problematisch, denn durchs Striegeln werden nicht nur Pferdehaare, sondern auch jede Menge Hautschuppen aufgewirbelt. Kommen Allergiker mit ihnen in Kontakt, kann es zu Niesreiz, allergischem Schnupfen, brennenden/juckenden Augen und sogar Asthmaanfällen oder einem allergischen Schock kommen. Hinzu kommt, dass sich im Reitstall meist noch viele weitere Allergene, wie Milben, Schimmelsporen und Pollen tummeln. Pferdeallergikern wird deshalb häufig eine spezielle Pferderasse, die American Bashkir Curly Horses (kurz: Curly Horse) empfohlen. Eine Studie zeigt jedoch: Diese Pferde produzieren nicht weniger Allergene als andere Pferderassen, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet.

Curly Horses für Allergiker: Studie untersucht 32 Pferderassen

Curly Horses stammen ursprünglich aus Nordamerika und zeichnen sich durch ein unkompliziertes, gutmütiges Wesen und das auffallend gelockte Winterfell aus. Auch Mähne und Schweif und das Fell an den Ohren sind gelockt. Grund dafür ist das dominante Curly-Gen. Nach dem Fellwechsel im Frühling, ist das Fell hingegen eher leicht gewellt. Nicht nur die Fellstruktur der Curlys unterscheidet sich deutlich von anderen Pferderassen, auch ihr Geruch erinnert eher an Lammfell, als an Pferd.

Die Annahme, Curly Horses seien hypoallergen, beruht nach Angaben den Studienautoren vor allem auf Erfahrungsberichten von Betroffenen. Tatsächlich scheinen bei einigen Allergikern im Umgang mit den Tieren weniger allergische Symptome aufzutreten, als bei anderen Pferderassen. Auch Studien konnten diesen Zusammenhang in der Vergangenheit belegen. Gründe dafür könnten entweder eine geringere Allergenproduktion und/oder eine verminderte Allergenfreisetzung sein. Denn im Vergleich zu anderen Pferderassen, enthalten Haut und Haare der Curly Horses sogar mehr Talg. Ziel der Studienautoren war es deshalb, den Allergengehalt von Haaren und Luftstaubproben verschiedener Pferderassen zu untersuchen und zu vergleichen.

Dazu wurden 224 Haarproben von 32 verschiedenen Pferderassen geprüft. Den Staub in der Luft sammelten die Wissenschaftler mithilfe von Nasenfiltern, die Probanden während der Pferdepflege trugen. Das erstaunliche Ergebnis: Bei den Curly Horses konnten die Forscher deutlich höhere Allergenkonzentrationen für alle drei untersuchten Allergene nachweisen, als bei vielen anderen Pferderassen.

Curly Horses für Allergiker: Studienergebnisse überraschen die Forscher

Und noch ein Ergebnis hat die Wissenschaftler überrascht. Bestimmte Rassen produzieren bis zu siebenfach weniger Allergene als die lockigen Curlys. Unter ihnen: :

  • Tinker
  • Isländer
  • Shetland Pony

Stuten und Wallache (kastrierte männliche Pferde) sind zudem deutlich verträglicher als Hengste (eine um 2,2, 3,5 bzw. 6,7 erhöhte Konzentration an HD-Antigenen, Equ c 1 und Equ c 4. ). Ähnlich, wie auch bei Katzen und Hunden, scheinen sich die Allergenekonzentrationen hier vielmehr individuell von Tier zu Tier als von Rasse zu Rasse zu unterscheiden. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) empfehlen Reitern mit einer Pferdeallergie deshalb, sich nicht auf eine bestimmte Rasse zu konzentrieren, sondern vielmehr auszuprobieren, welches Pferd mit welcher Allergenproduktion für sie tolerierbar ist.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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