Ein junges Mädchen liegt auf dem Rücken und streichelt ihr Meerschweinchen, das auf ihrer Brust sitzt (Symbolbild).
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Eiweißmoleküle im Urin von Meerschweinchen können starke allergische Reaktionen auslösen und verbreiten sich über die Luft und Kleidung in der Wohnung (Symbolbild).

Meerschweinchenallergie

Tierhaarallergien: Können Meerschweinchen allergische Reaktionen auslösen?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Auch Kleintiere wie Meerschweinchen können Allergien auslösen. Welche Symptome für eine Meerschweinchenallergie sprechen und wie Betroffene nach der Diagnose weiter verfahren sollten.

München Tierhaarallergien sind für Betroffene ein emotionales Thema. Zumindest, wenn das geliebte Haustier weichen oder ein Hobby oder sogar der Beruf aufgeben werden muss. Prinzipiell kann jedes Tier mit Fell oder Feder Allergien auslösen. Besonders häufig sind allergische Reaktionen aber auf Haustiere, da sie eng mit dem Menschen zusammenleben und es so zu besonders häufigem und intensiven Kontakt mit potenziellen Allergenen kommt. Neben den relativ verbreiteten Hunde- und Katzenhaarallergien, sind auch Allergien gegen Nagetiere möglich, die teils heftige Symptome auslösen können.  

Tierhaarallergien: Sind allergische Reaktionen auf Meerschweinchen möglich?  

Prinzipiell sind allergische Reaktionen auf Nagetiere wie Meerschweinchen möglich. Die Gefahr, eine Meerschweinchenallergie zu entwickeln ist nach Angaben des Allergieinformationsdienstes des Helmholtz Zentrum München sogar relativ groß. Bisher konnten zwei wichtige Allergene im Urin der Nager identifiziert werden, die in die Luft übergehen können und über Staub in die menschlichen Atemwege gelangen. Auch über die Kleidung verbreiten sich die Meerschweinchenallergene. Inwieweit sie auf diese Weise auch in öffentliche Gebäude gelangen ist, anders als bei Katzen- und Hundeallergenen bisher allerdings kaum untersucht. (Allergisch auf Schweinefleisch: Dahinter kann eine Katzenhaarallergie stecken)

Tierhaarallergien: Durch welche Symptome äußert sich eine Meerschweinchenallergie?  

Tierhaarallergien zählen zu den Inhalationsallergien des Soforttyps, das heißt die Allergene kommen durch die Umgebungsluft mit dem Körper in Kontakt und lösen dort innerhalb kürzester Zeit allergische Reaktionen aus. Die Symptome zeigen sich deshalb hauptsächlich im Bereich der Schleimhäute des Atemwegssystems und an den Augen.

Eine Meerschweinchenallergie zeigt sich durch Symptomen wie:

  • Einer juckenden und laufenden Nase, Niesreiz
  • Einem gestörten Geruchs- und Geschmacksempfinden
  • Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen im Bereich der Augen-Bindehaut
  • Juckende Quaddeln auf der Haut (Nesselsucht)
  • Beim Einatmen der Allergene: Allergisches Asthma bronchiale, Atemnot
  • Bei ausgeprägten Allergien: Schwindel, Übelkeit

Darüber hinaus können Tierhaarallergien bei einer bestehenden Neurodermitis auch die Ekzeme verschlimmern. Selbst schwere Reaktionen (Anaphylaxien) bis hin zu einem anaphylaktischen Schock sind in sehr seltenen Fällen bekannt.

Zur Diagnose einer Meerschweinchenallergie wird der Arzt in der Anamnese auf die Selbstbeobachtung des Tierhalters zurückgreifen. Beschwerden, die direkt nach dem Tierkontakt auftreten und schnell wieder verschwinden sind ein erstes Indiz für eine Allergie. Bei Verdacht bringen anschließende Hauttests oder Bluttests Klarheit. Bei unklarem Befund kann der Allergologe auch einen Provokationstest an den Schleimhäuten (Nase oder Augen) durchführen. (Allergie-Diagnose im Labor: Welche Blutwerte wichtig sind - und was sie bedeuten)

Tierhaarallergien: Muss ich bei einer Meerschweinchenallergie mein Tier abgeben?

Der sicherste und wirksamste Weg, künftigen Symptomen einer Tierhaarallergie vorzubeugen ist die Allergenkarenz, also den Kontakt mit einem Allergieauslöser zu meiden. Für Tierbesitzer bedeutet das, den Vierbeiner in liebevolle Hände abzugeben und die Wohnung gründlich zu reinigen. Die Allergenkarenz kann auch einer Verschlimmerung der Allergie und der Ausweitung der Symptome von den oberen in die unteren Atemwege (den sogenannten „Etagenwechsel“) vorbeugen und wird deshalb die erste Empfehlung des Allergologen sein.

Viele Tierbesitzer haben aber eine emotionale Bindung zu ihrem Haustier. Ist die Allergie nur schwach ausgeprägt, können Allergiker mit Medikamenten wie Antihistaminika und Glukokortikoiden (Cortison) die Allergie-Symptome kurzfristig lindern. Verschiedene Maßnahmen können laut Allergieinformationsdienst außerdem die Allergen-Belastung der Wohnung reduzieren:

  • Halten Sie wenn möglich das Meerschweinchen außerhalb der Wohnung, etwa im Garten oder auf dem Balkon
  • Reinigen Sie die Wohnung täglich und gründlich: Wischen Sie die Böden, nutzen Sie waschbare Überzüge für die Möbel, wechseln Sie die Bettwäsche häufig, nutzen Sie antiallergene Spezialfilter für den Staubsauger
  • Befreien Sie Klamotten regelmäßig von Tierhaaren
  • Waschen Sie sich nach jedem Kontakt mit dem Tier gründlich die Hände und wechseln sie möglichst die Kleidung
  • Entfernen Sie Teppiche, ersetzen Sie Gardinen durch Rollos
  • Nutzen Sie antiallergene Luftfilter
  • Lassen Sie das Tier nicht ins Schlafzimmer und auf Polstermöbel

Betroffene sollten mit ihrem Arzt abstimmen, welche Maßnahmen im Detail erforderlich sind und welche nicht. Lassen die Beschwerden nicht nach, führt kein Weg an der Abgabe des Haustieres vorbei. (Tierhaarallergie: 5 Tipps für einen beschwerdefreien Alltag)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.  

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