Ein grün-gelber Wellensittich sitzt auf einer geöffneten Hand, in der Körner liegen (Symbolbild).
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In seltenen Fällen können Vogelfedern Atemwegsallergien ausgelösen, etwa von Wellensittichen (Symbolbild).

Wenn Haustiere Allergien auslösen

Tierhaarallergien: Können Wellensittiche allergische Reaktionen auslösen?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Bei einer Vogelallergie reagieren Betroffene auf verschiedene Art und Weise allergisch auf bestimmte Proteine im Vogelkot oder in den Federn der Tiere. In seltenen Fällen kommt es zu schweren Krankheitsverläufen.

München Wellensittiche gehören zu den Papageien und sind wegen ihrer zutraulichen Art als Haustiere beliebt. Was viele Vogelhalter nicht wissen: In seltenen Fällen können die kleinen Vögel Allergien auslösen. Kommt es nach dem Kontakt mit den kleinen Kerlchen wiederholt zu Niesattacken und Luftnot, sollten Tierbesitzer abklären, ob möglicherweise eine Vogelallergie dahintersteckt.

Allergie gegen Wellensittiche: Tierhaarallergien oder Hausstaubmilben können der Auslöser sein

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man zwar von Tierhaarallergien, genau genommen handelt es sich dabei jedoch um allergische Reaktionen auf bestimmte Eiweißbausteine im Speichel oder Kot der Tiere. Bei Wellensittichen sind das Lipidproteine, die sie in ihrer Bürzeldrüse produzieren und die sich als Allergene über die Federn oder den Vogelkot verbreiten. Sie lösen vor allem Beschwerden im Bereich der Atemwege aus, wie der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München verweist.

Symptome, die auf eine Allergie gegen Wellensittiche hindeuten können, sind:

  • Niesattacken
  • Tränende, juckende, gerötete Augen
  • Hustenanfälle
  • Atemnot, Asthmaanfälle
  • Sehr selten: Anaphylaxien

Meist handelt es sich dabei um Allergien des Soforttyps, das heißt die Beschwerden treten wenige Minuten nach dem Allergenkontakt auf. Bei Wellensittichen zeigen sie sich entweder nach direktem Kontakt zum Tier oder nach dem Reinigen des Vogelkäfigs. Ob es sich bei den Beschwerden tatsächlich um eine Vogelallergie handelt, kann ein Allergietest (Pricktest) beim Allergologen klären.

In einigen Fällen sind nicht die Vogel-Allergene der Allergieauslöser, sondern Milben, die im Gefieder der Tiere leben und bei einer Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben Beschwerden hervorrufen. Ein weiterer Krankheitstyp ist nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) die (Exogen-allergische Alveolitis, Typ III), auch „Vogelhalterlunge“ genannt. Bei diesem Krankheitsbild treten Beschwerden zeitlich verzögert auf (etwa drei bis sechs Stunden nach dem Vogelkontakt). Anzeichen für die vor allem bei Vogelzüchtern verbreitete Krankheit sind Fieber, Husten, Schüttelfrost, Übelkeit und Luftnot. Wird der Kontakt zu den Tieren nicht unterbrochen, kann der Gesundheitszustand sogar lebensbedrohlich werden.

Allergien gegen Wellensittiche: Was ist bei einer allergischen Reaktion zu tun?

Die Grundlage einer erfolgreichen Allergie-Therapie ist es, den Allergieauslöser möglichst zu meiden. Bei Tierhaarallergien bedeutet die vollständige Allergenkarenz leider, das Haustier in liebevolle Hände abzugeben. Bei leichten Allergien können antiallergische Medikamente wie Antihistaminika oder Asthmasprays die Symptome kurzzeitig lindern. Darüber hinaus können einige Maßnahmen helfen, den Alltag so beschwerdefrei wie möglich zu gestalten. Dazu zählt vor allem, das Tier nicht ins Schlafzimmer zu lassen, nach jedem Kontakt die Hände zu waschen und möglichst die Kleidung zu wechseln sowie die Wohnung regelmäßig und gründlich zu reinigen und die Allergen-Belastung der Raumluft durch häufiges Lüften und den Einsatz von Luftfiltern gering zu halten.

Eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) als ursächliche Behandlungsmaßnahme wird bei Tierhaarallergien nur selten angewendet, da sie in diesem Fall mit vielen Nebenwirkungen verbunden ist. Die Ausnahme bilden hier bestimmte Berufsgruppen wie Tierärzte und Landwirte.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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