Eine dunkelhaarige Frau niest in ein Taschentuch (Symbolbild).
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Husten, eine laufende Nase und Niesreiz sind häufige Symptome einer Allergie (Symbolbild).

Eine Allergie reizt die Atemwege

Allergie und Atemwege: Das sind die häufigsten allergischen Symptome

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Husten, Schnupfen und starker Niesreiz – eine Allergie belastet die Atemwege. Wie Sie die Anzeichen einer Atemwegsallergie erkennen und bestmöglich behandeln. Alles zu Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

  • Eine Allergie äußert sich häufig durch unterschiedliche Symptome im Bereich der Atemwege.
  • Ein Allergietest kann bestätigen, ob es sich bei den Beschwerden um eine Allergie handelt.
  • Zur Behandlung der Atemwegsbeschwerden kommen sowohl verschiedene Medikamente als auch eine Hyposensibilisierung in Frage.

Mönchengladbach – Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Körpers gegen von außen auf den Körper einwirkende Umweltstoffe. Diese Stoffe sind in der Regel harmlos, werden aber vom Immunsystem als Fremdstoff erkannt und lösen eine Abwehrreaktion aus. Allergien sind jedoch keineswegs selten, weltweit erkranken immer mehr Menschen an einer Allergie. So steigt seit Beginn der 90er-Jahre der Anteil der Allergiker in der deutschen Bevölkerung – mittlerweile leiden laut Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrum München etwa 20 bis 30 Millionen Menschen hierzulande an einer Allergie. Besonders häufig belastet die Krankheit dabei die Atemwege. Doch welche Symptome sprechen für eine Allergie? Und welche Medikamente können Atemwegsbeschwerden lindern?

Allergiesymptome: Entstehung in den Atemwegen

Warum immer mehr Menschen an einer Allergie erkranken ist bisher unklar. Forscher vermuten jedoch, dass verschiedene Faktoren in der Umwelt, wie eine hohe Schadstoffbelastung, für den Anstieg mitverantwortlich sind. Im Alltag sind wir einer Vielzahl an Umwelt- und Fremdstoffen ausgesetzt. Diese gelangen über die Schleimhäute von Nase, Mund und Augen in den Körper und reizen die Atemwege. Auch über die Haut können Stoffe aufgenommen werden. Das Immunsystem erkennt die „Eindringlinge“ und leitet im Bedarfsfall Immunreaktionen ein.

Diese Schutzfunktion ist für uns überlebenswichtig, da wir täglich Millionen von Viren und Bakterien ausgesetzt sind. Das Immunsystem erkennt bekannte Keime wieder und macht diese durch Antikörper unschädlich. Das Beste an diesem System ist, dass wir selbst nichts davon merken. Ganz ähnlich ist der Ablauf bei einer Allergie. Allerdings stuft der Körper hier einen harmlosen Umweltstoff als Gefahr ein und löst Abwehrreaktionen aus. Diese sollen den „Schädling“ so schnell wie möglich aus dem Körper bringen. Zu den Schutzreaktionen zählen tränende Augen, Husten, eine zugeschwollene Nase oder Niesen.

Allergiesymptome im Bereich der Atemwege: Ursachen

Die Ursachen von Allergien kann man in genetische und nicht genetische Faktoren unterscheiden. Genetisch bedingt bildet der Körper allergenspezifische Antikörper in einem gesunden oder vermehrten Ausmaß. Dann reagiert das Immunsystem verstärkt auf den eindringenden Allergiestoff. Des Weiteren zählt eine verminderte Aktivität von regulatorischen Zellen zu den genetischen Faktoren. Diese begrenzen die Selbsttoleranz des Immunsystems, nicht auf jeden eindringenden Stoff zu reagieren. Zudem ist belegt, dass Kinder von Eltern, die unter Allergien leiden, verstärkt von Allergien betroffen sind.

Bei den nicht genetischen Faktoren sind verschiedene Ursachen bekannt:

  • Gestörte Barrierefunktion der Haut: Durch eine ungesunde Hautbarriere kommen Fremdstoffe leichter in den Körper. Die Gründe für dieses Ungleichgewicht sind häufig bakterielle und virale Infekte oder chemische Irritationen.
  • Stress: Der Stress selbst verursacht nicht die Allergie, allerdings schwächt er das Immunsystem. Das verstärkt folglich die Symptome vorhandener Allergien.
  • Intensive Allergenexposition: Bei einer hohen Allergendichte, zum Beispiel durch Regenmangel, nehmen die allergischen Reaktionen deutlich zu.

Allergiesymptome: Häufige Auslöser

Die auslösenden Stoffe einer Allergie werden als Allergene bezeichnet. Die Allergene unterscheiden sich nach dem Weg, wie sie in Kontakt mit dem Körper gelangen oder in diesen eindringen.

  • Inhalations-Allergene: Diese Stoffe, wie Pollen oder Hausstaub, werden eingeatmet.
  • Nahrungsmittel-Allergene: Jene, beispielsweise Nüsse, werden über die Nahrung aufgenommen.
  • Kontakt-Allergene: Nickel gelangt zum Beispiel per Hautkontakt in den Körper.
  • Arzneimittel-Allergie: Bestimmte Wirkstoffe in Arzneien lösen Allergien aus, zum Beispiel Penicillin.
  • Insektengift-Allergene: Die Aufnahme geschieht hier durch Insektenstiche.

Die Auslöser sind vielfältig. Bei einem Allergie-Verdacht lohnt sich daher eine detaillierte Betrachtung der Symptome, um einen zukünftigen Allergen-Kontakt zu meiden.

Allergie: Symptome im Bereich der Atemwege

Die allergischen Symptome können sich vielfältig äußern. Häufig sind vor allem die Atemwege betroffen. Die Allergie äußert sich meistens über die Nase, den Rachenraum, den Hals und Kehlkopf oder in den Bronchien und den Lungen, wenn die Allergene über die Luft aufgenommen wurden. Dies ist zum Beispiel häufig bei Heuschnupfen oder einer Hausstauballergie der Fall. Die Symptome sind ähnlich einer Erkältung, haben aber andere Ursachen.

Allergische Symptome, die typischerweise an den Nasenschleimhäuten auftreten sind:

  • Juckreiz
  • Schnupfen
  • Verstopfte Nase
  • Laufende Nase
  • Niesattacken
  • Nasenpolypen
  • Chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung
  • Nasenbluten

Auch Im Bereich des Rachen und Hals können Symptome auftreten:

  • Geschwollene Schleimhäute, Lippen und Zunge
  • Beeinträchtigung des Geschmacks- und Geruchssinns
  • Räuspern und Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Halsentzündungen
  • Schwellungen
  • Juckreiz im Rachen-, Gaumen- und Mundraum

Typische Symptome der unteren Atemwege wie Bronchien und Lungen:

  • Verschleimte Atemwege
  • Atembeschwerden
  • Atemnot
  • Bronchitis
  • Hustenreiz beziehungsweise trockener Husten
  • Allergisches Asthma
  • Pseudokrupp (eine akute Infektion der Atemwege, die vor allem Kinder betrifft)

Allergie und Atemwege: Diagnosestellung

Da die Symptome einer Allergie denen einer Erkältung oder einem viralen Infekt sehr ähnlich sind, kann die Bestätigung nur ein Allergietest liefern. Anzeichen für eine Allergie bieten unterschiedliche Anhaltspunkte. Treten die Symptome beispielsweise in einem zeitlichen Zusammenhang oder nach dem Kontakt zu Tieren oder in bestimmten Räumlichkeiten auf, besteht die Möglichkeit einer Allergie. Auch Niesattacken nach dem Aufenthalt im Freien zu einer bestimmten Jahreszeit sind Anzeichen einer Allergie.

Bei der Diagnose helfen Fachleute sowie Ärzte und Ärztinnen weiter. Nach den abgefragten Symptomen im Erstgespräch (Anamnese) folgt im Regelfall ein Allergietest, um den Verdacht zu bestätigen. Hierbei sind auch Informationen zu Allergien im nahen familiären Umfeld wichtig. Als Testmethoden werden größtenteils die folgenden zwei Varianten verwendet.

  • Prick- oder Hauttest: Um die Allergie nachzuweisen, wird beim Pricktest das Allergen unter die Haut eingebracht. Mit einer Lanzette wird die Haut angeritzt und das Allergen aufgetropft. Bei einer vorhandenen Allergie gegen den Stoff sind bildet sich an dieser Stelle eine Quaddel, wie bei einem Mückenstich. Damit beim Pricktest die relevanten Allergene getestet werden, ist die Befragung vorab so entscheidend.
  • Bluttest: Wenn sich im Zuge des Pricktests einige Allergene herauskristallisieren, kann dies mit einem Bluttest weiter vertieft werden. In dem abgenommenen Blut liefern die sogenannten IgE-Antikörper weitere Hinweise auf Allergien und Unverträglichkeiten. Die IgE-Antikörper bildet der Körper bei einer allergischen Reaktion. Bei einem hohen IgE-Spiegel ist also folglich auch die Allergie bestätigt.
  • Lungenfunktionstest: Zur Lungenfunktionsprüfung wird eine sogenannte Spirometrie oder Ganzkörperplethysmographie eingesetzt. Mithilfe der Spirometrie misst der Arzt die Geschwindigkeit der Ausatmung und die Menge der Atemluft. Bei der Ganzkörperplethysmographie wird zudem das Lungenvolumen und der Atemwegswiderstand überprüft. Ist der Patient zum Zeitpunkt der Untersuchung beschwerdefrei, kann die Lunge unter ärztlicher Aufsicht mit Histamin oder Methacholin gezielt gereizt werden.

Besonders bei Kindern ist es wichtig, rechtzeitig einen Facharzt aufzusuchen, um die Verschlimmerung einer Allergie zu verhindern. Denn mit einer präventiven Behandlung können die Folgen einer Allergie minimiert werden. Sonst können aus einer Allergie mehrere werden und allergisches Asthma entstehen.

Atemwegsbeschwerden: Behandlungsmöglichkeiten

Die wichtigste Regel für jeden Allergiker ist es, so weit wie möglich das Allergen zu meiden. Das ist allerdings nicht in allen Fällen möglich. Gerade Hausstaub ist oft besonders schwierig zu umgehen. Darüber hinaus stehen drei verschiedenen Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

Als Medikamente zur Allergie-Behandlung werden besonders bei Heuschnupfen Antihistaminika eingesetzt. Diese unterdrücken die allergische Reaktion des Körpers auf das verursachende Allergen. Cortison, das ebenso verwendet wird, hat vor allem eine entzündungshemmende Wirkung. Es ist ebenfalls bei schweren chronischen Entzündungen hilfreich. Adrenalin kommt bei einem anaphylaktischem Schock zur Anwendung und wird direkt gespritzt. Alle Medikamente können nur die Symptome behandeln, allerdings nicht die Ursache. Zudem sind sie mit Nebenwirkungen verbunden. Speziell ältere Antihistaminika führen häufig zu Müdigkeit, was die Lebensqualität im Alltag einschränken kann.

Bei der Hyposensibilisierung wird versucht, die Überempfindlichkeit gegen die Allergene abzubauen. Die Methode bietet sich laut Deutschem Allergie- und Asthmabund (DAAB) vor allem bei Pollen oder Milben an. Dazu wird dem Patienten das Allergen in schrittweise steigender Konzentration gespritzt. Diese kontrollierte Zufuhr führt allmählich zu einer erhöhten Toleranz gegen das Allergen.

Atemwegsbeschwerden bei Allergien: Behandlung mit Hausmitteln

Hausmittel, die gegen Allergien eingesetzt werden können, sind wie die Medikamente lediglich eine symptomatische Behandlung. Eine Nasenspülung oder ein feuchter Lappen auf den Augen kann die Beschwerden einer Pollenallergie kurzzeitig lindern. Empfehlenswert ist es, häufiger zu duschen, da sich die Pollen im Haar verfangen. Eine Inhalation mit Eukalyptusöl kann die Bronchien beruhigen. Auch eine gesunde Ernährung hilft dem Körper dabei, die Symptome einer Allergie zu mildern.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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