1. 24vita
  2. Allergien & Unverträglichkeiten
  3. Symptome & Diagnose
  4. Atemwege

Nasenbluten: Wann eine Allergie dahinterstecken kann und welche Maßnahmen helfen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmina Deshmeh

Kommentare

Eine dunkelhaarige Frau tupft sich mit einem Wattepad die blutende Nase (Symbolbild).
Nasenbluten kann viele Ursachen haben. Meist sind kleine geplatzt Blutgefäße in der Nase der Grund (Symbolbild). © Panthermedia/imago-images

Nasenbluten ist unangenehm, aber in der Regel harmlos. In den meisten Fällen lässt sich die Blutung mit einfachen Mitteln stoppen. Nur selten ist der Gang zum Arzt nötig. 

Berlin – Nasenbluten sieht meist schlimmer aus, als es ist. Ursachen dafür gibt es viele: Trockene Schleimhäute, heftiges Schnäuzen bzw. Niesen oder ein bohrender Fingernagel. Bei Kindern können auch Toben oder ein Schreck bzw. Panik Nasenbluten auslösen. Auch Allergie-Beschwerden können zu einer blutenden Nase führen, da abschwellende und entzündungshemmende Nasensprays die Schleimhäute austrocknen können. In den meisten Fällen lässt sich das Nasenbluten gut stillen, nur selten ist der Gang zu Arzt nötig.

Nasenbluten: Meistens harmlos

So gut wie jeder hatte in seinem Leben schon einmal Nasenbluten. Meist stammt das Blut aus dem Bereich der Nasenscheidewand, wo die Schleimhäute besonders gut durchblutet, aber auch dünn und verletzlich sind. In den meisten Fällen sind physikalische, chemische oder entzündliche Schädigungen der Nasenschleimhaut, etwa durch Nasenbohren, Fremdkörper, starkes Schnäuzen, einen Schlag, einen Sturz oder ausgetrocknete Nasenschleimhäute (z.B. durch Heizungsluft oder Klimaanlagen) der Auslöser.

In seltenen Fällen kann Nasenbluten auch Symptom einer ernstzunehmenden Erkrankung sein. Wenn häufige ungeklärte Blutungen auftreten, sollten Betroffene die Beschwerden deshalb von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersuchen lassen. Neben systemischen Erkrankungen wie Nierenerkrankungen und Gefäß-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie) und Arteriosklerose können nach Angaben des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte auch fieberhafte Infektionen, die Bluterkrankheit (Hämophilie), Leukämie und eine angeborenen Funktionsstörung der Blutplättchen (Thrombopathie) Ursache des wiederkehrenden Nasenblutens sein.

Nasenbluten: Manchmal löst allergischer Schnupfen die Blutung aus

Trockene Schleimhäute, Infektionen und Entzündungen können Nasenbluten begünstigen. Wer immer wieder an Schnupfen und einer verstopften Nase leidet, greift womöglich regelmäßig zu abschwellenden Nasensprays. Nasenspray kann aber nicht nur süchtig machen, es trocknet auch die Schleimhäute aus und verändert die Gewebestruktur. Dadurch kann es leichter zu Nasenbluten kommen, warnt die Apotheken Umschau. Die Mittel sollten deshalb nie länger als eine Woche angewendet werden. Besser eignen sich Spülungen mit Kochsalz- oder Meersalzlösungen sowie Nasenduschen.

Bei wiederkehrenden Beschwerden, sollte immer ein Arzt die Ursache des Schnupfens klären. Möglicherweise ist er ein Anzeichen für Heuschnupfen oder eine Hausstauballergie. Auch antiallergische Mittel wie Nasenspray mit Antihistaminika oder Cortison können nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) zu Schleimhautreizungen und Nasenbluten führen. Patienten sollten sich in diesem Fall von ihrem HNO-Arzt beraten lassen. Um Allergie-Beschwerden langfristig loszuwerden und den „Etagenwechsel“ in die unteren Atemwege (Asthma) zu verhindern, empfiehlt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) eine Hyposensibilisierung.

Nasenbluten: Was Sie tun können

Bei Nasenbluten, das nicht mit Anzeichen eines Notfalls oder Kopfverletzungen einhergeht, helfen meist schon ein paar einfache Maßnahmen, um die Blutung zu stillen:

Mit diesen Maßnahmen sollte sich die Blutung laut Berufsverband der HNO-Ärzte schnell stoppen lassen. Wenn das Nasenbluten allerdings länger als 30 Minuten (bei Kindern 15 Minuten) anhält, sollte man den Notarzt rufen (112) oder eine Notfallambulanz aufsuchen.

Nasenbluten: So helfen Sie ihrem Kind

In den allermeisten Fällen ist Nasenbluten beim Kind nach Angabe der Experten kein Alarmsignal. Kinder sind von Nasenbluten aber oft beunruhigt, was sich bis zur Panik steigern kann. Angst und Hektik steigern aber den Blutdruck, was die Blutung wiederum verstärken kann.* Es ist deshalb wichtig, dass Erwachsene ruhig bleiben und dem Kind gut zureden und es trösten. Dann wird sich auch das Kind beruhigen. Meist stammt das Blut bei Kindern aus dem vorderen Nasenbereich und das Nasenbluten hört nach fünf bis zehn Minuten von selbst wieder auf. Zur Unterstützung können Eltern dem Kind für etwa fünf Minuten die Nasenlöcher zusammendrücken und ihm währenddessen ruhig erklären, warum das wichtig ist.

Kindern eine kleine Geschichte zu erzählen, kann sie in dieser Zeit ablenken. Wichtig ist, dass Kinder den Kopf bei Nasenbluten nach vorne neigen, sonst kann Blut in den Rachen und damit in den Magen laufen und dem Kind wird womöglich schlecht. Ist das Nasenbluten gestillt, sollten Kinder eine kleine Pause einlegen, bevor sie wieder herumtoben.

Nasenbluten: Was sollte man besser nicht tun?

Bestimmte Irrtümer zu Nasenbluten halten sich hartnäckig, zum Beispiel, dass man den Kopf nach hinten neigen sollte. Dabei kann aber Blut in den Rachen laufen und verschluckt werden, was bei vielen Menschen Übelkeit und Erbrechen auslöst. Außerdem haben Betroffene dann keinen Überblick darüber, wie stark die Blutung ist. Auch die Nase mit Taschentüchern oder Ähnlichem zuzustopfen ist keine gute Idee: Denn wenn der „Stopfen“ entfernt wird, kann die Wunde wieder aufreißen und die Blutung startet erneut. Hinlegen ist ebenfalls problematisch – werden Betroffene bewusstlos, kann das Blut in die Atemwege fließen und die Atmung behindern. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare