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Orales Allergiesyndrom: Auslöser, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

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Von: Laura Knops

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Beim Oralen Allergiesyndrom reagieren Betroffene auf bestimmte Lebensmittel mit Schwellungen im Mund, Rachen und Hals. Meist tritt die allergische Reaktion in Verbindung mit einer Pollenallergie auf. Durch welche Symptome sich das Orale Allergiesyndrom äußert und welche Nahrungsmittel Sie meiden sollten.

München – Bestimmte Lebensmittel verursachen bei Ihnen Schwellungen der Lippen und der Zunge? Doch bisher ist Ihnen keine Nahrungsmittelallergie bekannt? In diesem Fall könnte eine Kreuzallergie dahinterstecken. Vor allem Menschen, die unter einer Pollenallergie leiden oder bei denen eine Sensibilisierung auf Pollen vorliegt, sind betroffen. Bei ihnen führen manche Lebensmittel zu allergischen Reaktionen an den Schleimhäuten im Mund und im Magen-Darm-Bereich. Die typischen allergischen Beschwerden im Mund-Rachen-Raum werden als „orales Allergiesyndrom(OAS) zusammengefasst.

Orales Allergiesyndrom: Nahrungsmittelallergien im Jugend- und Erwachsenenalter

Bei einer Pollenallergie stuft das Immunsystem Eiweiße in umherfliegenden Pollen fälschlicherweise als gefährlich ein. Gelangen Pollen an die Schleimhäute in Mund, Rachen und Nase leitet der Körper komplexe Abwehrmechanismen ein. Eine ähnliche Reaktion können auch bestimmte Nahrungsmittel bei Betroffenen auslösen. Das liegt vor allem daran, dass die Proteine mancher Lebensmittel denen der Pollen sehr ähnlich sind.

Häufig sind Nahrungsmittelallergien nicht durch eine Sensibilisierung gegen die Lebensmittel direkt zurückzuführen. Treten die Beschwerden erst im Jugend- und Erwachsenenalter auf, handelt es sich meist um eine sekundäre Nahrungsmittelallergie, bei der der Körper ursprünglich gegen ein anderes Allergen allergisch reagiert.

Orales Allergiesyndrom: Ursachen

Eine Frau mit Pollenallergie schnäuzt sich die Nase.
Viele Menschen reagieren nicht nur auf Pollen allergisch, sondern auch auf verschiedene Nahrungsmittel (Symbolbild). © dpa

Wer unter dem Oralen Allergiesyndrom leidet, der reagiert meist auf mehrere Nahrungsmittel allergisch. So entwickeln viele Birkenpollenallergiker häufig nicht nur bei Kontakt mit Blütenstaub allergische Symptomen, sondern auch bei Nüssen, sowie rohen Äpfeln, Karotten und Sellerie. Zudem treten die Beschwerden häufig während der Pollensaison verstärkt auf.

Auch der Zustand des Lebensmittels spielt für manche Allergiker eine Rolle. Obwohl Nahrungsmittel wie Äpfel und Möhren hitzestabile Allergene enthalten, sind sie gekocht meist besser verträglich.

Häufige Kreuzallergien, bei denen das orale Allergiesyndrom auftritt, sind:

AllergieNahrungsmittel
Birke, Erle, HaselÄpfel, Kirschen, Kiwi, nektarinen, Pflaumen, Möhren, Spargel, Tomaten, Erdnüsse
Beifuß (Ambrosia)Honigmelone, Kartoffeln, Möhren, Paprika, Sellerie
LatexBanane, Kiwi, Mango, Melone, Papaya, Avocado

Orales Allergiesyndrom: Diese Lebensmittel sollten Allergiker meiden

Zu den Nahrungsmitteln, die laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München das Orale Allergiesyndrom häufig auslösen, gehören:

Früchte:

Gemüse:

Andere:

Orales Allergiesyndrom: Symptome

Das Orale Allergiesyndrom betrifft vor allem den Mund- und Rachenraum. Betroffene leiden meist unter starkem Juckreiz, Brennen und Schwellungen der Schleimhäute. Meist entwickeln sich die Beschwerden innerhalb weniger Minuten nach dem Verzehr der kritischen Lebensmittel und klingen erst nach ein paar Stunden wieder ab. Je nach Schweregrad der Allergie können die Symptome jedoch unterschiedlich stark auftreten. In schweren Fällen führen die Schwellungen im Bereich des Rachen und Kehlkopfs zu starken Atembeschwerden bis hin zu akuter Atemnot. Kommt es zu einem allergischen Schock, muss umgehend ein Arzt verständigt werden. 

Zu den typischen Symptomen eines Oralen Allergiesyndroms zählen:

Es können zudem Beschwerden im gesamten Verdauungstrakt auftreten. Symptome wie Übelkeit und Durchfall können auf eine Nahrungsmittelallergie hinweisen.

Orales Allergiesyndrom: Diagnose

Treten die Beschwerden häufiger oder besonders stark auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bei einem ersten Gespräch (Anamnese) klärt der Hausarzt oder Allergologe (Facharzt für Allergien) ab, ob es sich bei den Symptomen um ein Orales Allergiesyndrom handelt. Doch nur ein Allergietest kann Klarheit verschaffen, welche Ursachen hinter den Beschwerden stecken. Dabei stehen dem Arzt verschiedene Methoden zur Verfügung.

Eine Untersuchung des Bluts zeigt, ob sich bereits Antikörper gegen das Allergen im Körper befinden. Mithilfe eines Bluttest kann der Arzt auch feststellen, ob eine Sensibilisierung vorliegt. Bei einem Prick- oder Hauttest gibt der Arzt eine kleine Menge des Allergens auf die Haut. Danach ritzt er die betroffene Stelle mit einer kleinen Nadel an, so dass die Substanz unter die Haut gelangt. Reagiert der Patient mit Quaddeln oder Rötungen, ist das der Beweis für eine Allergie.

Orales Allergiesyndrom: Das können Sie tun

Um die allergischen Beschwerden zu verringern oder gar zu vermeiden, sollten Patienten den Allergenen möglichst aus dem Weg gehen. Auch beim Oralen Allergiesyndrom ist es daher unbedingt notwendig auf die kritischen Lebensmittel und Produkte, die diese enthalten, zu verzichten. Treten die Beschwerden zum ersten Mal auf, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. In diesem Fall ist meist noch nicht klar, wie stark die Symptome ausfallen können. Ist neben dem Mund, auch der Rachenraum und die Atemwege betroffen, können die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.

Wie auch bei anderen Allergien konzentriert sich die Therapie des Oralen Allergiesyndroms vor allem auf die symptomatische Behandlung der Beschwerden. Im akuten Notfall helfen in der Regel Antihistaminika. Diese Medikamente lindern die Beschwerden. Langfristig sollten Patienten jedoch über eine spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt, nachdenken. Dabei spritzt der Arzt in regelmäßigen Abständen und mit steigender Dosis das zugrundeliegende Allergen.

Orales Allergiesyndrom: Praktische Tipps für Allergiker

Um die typischen Allergiesymptome im Mund- und Rachenraum zu lindern, können Betroffenen ein paar einfache Maßnahmen helfen:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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