Ein älterer Herr mit grauen Haaren blickt in den Spiegel und betrachtet seine Augenringe (Symbolfoto)
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Augenringe sind zwar derzeit modern, sie können aber auch auf Krankheiten hindeuten (Symbolfoto)

Allergie-Diagnose

Phänomen Augenringe: Was die Augenpartie über den Gesundheitszustand verrät

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Auf verschiedenen Plattformen werden dunkle Augenringe derzeit als Beauty-Trend gefeiert. Doch wenn die dunkle Färbung oder Schwellung ohne Make-up auftritt, kann sie auf Allergien oder Krankheiten hindeuten.

Berlin – Für dunkle Schatten unter den Augen gibt es sogar einen Fachausdruck: „Halonierte Augen.“ Das Phänomen tritt häufig auf nach einer durchfeierten Nacht, wenig Schlaf oder wenn Betroffene zu wenig trinken. Die Verfärbungen sind meist scharf begrenzt, in einigen Fällen gehen sie aber auch weich in die normale Hautfarbe über.

Dunkle Augenringe: Das sind die Ursachen für die Schatten unter den Augen

Meist fallen die Schatten deutlich auf, denn die Haut unterhalb der Augen ist beim Menschen besonders dünn: Es gibt keine Unterhaut mit Fettgewebe. Dadurch sind Veränderungen unter der Haut wie ein Lymphödem oder ein Gefäßstau sehr schnell sichtbar.

Teilweise werden zusätzlich zu den dunklen Augenringen auch weitere Symptome wie trockene Augen, Augenschwellungen, Augenrötungen sowie eine erhöhte Empfindlichkeit im Bereich der Augen beschrieben. Experten diskutieren, ob sie auch mit Symptomen wie beispielsweise Depressionen, Schlafstörungen, innere Unruhe oder chronische Erschöpfungszustände in Zusammenhang stehen. Zu diesen Aspekten muss jedoch noch weiter geforscht werden.

Die bislang wahrscheinlichsten Ursachen für dunkle Augenringe aus medizinischer Sicht sind:

Eine Überanstrengung der Augen, etwa durch zu langes Arbeiten am Computer* oder exzessives Fernsehen führt außerdem schnell zu müden, trockenen und gereizten Augen und begünstigt die Entstehung von dunklen Verfärbungen der Haut.

In selteneren Fällen können jedoch schon durchaus ernsthaftere Krankheiten wie Nieren-, Herz- oder Lebererkrankungen, die zu einer Flüssigkeitsspeicherung führen, dahinterstecken. Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zufolge ist es aber auch denkbar, dass übermäßige Pigmenteinlagerung in die Haut, starke UV-Einstrahlung, etwa durch ausgiebiges Sonnen oder Solarium, oder stark salzhaltige Nahrungsmittel und Speisen der Grund sind.

Dunkle Augenringe: Auch Veranlagung spielt eine Rolle

Veranlagung spielt auch eine Rolle: Die dunklen Schatten können auch angeboren sein. Augenringe treten auch infolge von Entzündungen wie Bindehautentzündungen auf. Oft sind auch Pollen-allergiker und Menschen, die unter Heuschnupfen leiden sowie Patienten mit der Hauterkrankung Neurodermitis betroffen.

Ein weiterer möglicher Grund für die Hautverfärbungen ist möglicherweise auch eine Mangelerscheinung. In Frage kommt zum Beispiel eine unzureichende Versorgung mit dem Spurenelement Eisen oder eine Unterversorgung mit Vitamin C oder Zink, was sich ebenfalls in Form von dunklen Schatten bemerkbar machen kann.

Dunkle Augenringe: Das bedeuten sie bei Kindern

Zeigen sich dunkle Ränder unter den Augen bei Kindern, wird oft Schlafmangel als Ursachen vermutet. Das ist dem Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (bvkj) zufolge aber eher selten der Fall, stattdessen zeigen sich die Hautverfärbungen meist beim Vorliegen einer Allergie oder Erkältung mit Schnupfen oder verstopfter Nase. Denn angestautes Nasensekret oder eine Entzündung in der Nase kann den Experten zufolge ebenfalls zu einer Erweiterung der Adern im Augenbereich führen, weshalb sie dann dunkler als sonst durch die dünne Haut schimmern.

Augenringe bei Kindern können außerdem vererbt sein oder auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten. Dieser kann während einer Magen-Darm-Grippe relativ schnell auftreten, da Kinder geringere Flüssigkeitsreserven haben als Erwachsene. Außerdem können auch bereits Kinder unter Eisen- oder Zinkmangel leiden.

Dunkle Augenringe: Bei diesen Anzeichen müssen Sie zum Arzt

Fazit: Augenringe haben in den meisten Fällen keine ernsthaften Ursachen. Vor allem Personen, die oft Augenringe, sonst aber keine Beschwerden haben, brauchen sich keine Sorgen machen.

Tauchen die Augenringe aber plötzlich auf oder bleiben länger bestehen, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Besonders wichtig ist das, wenn Fieber, Schwindel, Schmerzen, Übelkeit oder chronische Müdigkeit dazukommen. Dann könnten die Augenringe im Zusammenhang mit einer behandlungs-bedürftigen Erkrankung stehen und sollten daher auf jeden Fall vom Fachmann untersucht werden.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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