Eine Frau begutachtet ihr rechtes Auge in einem Spiegel (Symbolfoto).
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Geschwollene und gereizte Augen können Anzeichen einer Allergie sein (Symbolfoto).

Gereizte Augen als Allergiesymptom

Geschwollene Augen: Ursachen, Symptome und Behandlung – steckt eine Allergie dahinter?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Geschwollene und gereizte Augen können Anzeichen einer Allergie sein und sollten durch einen Allergietest abgeklärt werden. Hier über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung allergischer Augenreizungen informieren!

  • Geschwollene, tränende Augen können allergisch oder durch Infektionen bedingt sein
  • Für die Therapie allergischer Reaktionen am Auge setzen Ärzte eine Kombination von mehreren Wirkstoffen ein
  • Die häufigste Form der allergischen Reaktion am Auge ist die allergische Bindehautentzündung bei Heuschnupfen

Mönchengladbach – Die Augen sind gerötet, jucken und brennen. Vielen Allergikern sind diese Beschwerden vertraut. Da Allergieauslöser wie Pollen und Schimmelpilzsporen über die Schleimhäute aufgenommen werden, machen sich Allergien häufig an den Augen bemerkbar. In Deutschland leidet etwa 25 Prozent der Bevölkerung an einer Allergie, davon 15-20 Prozent an Heuschnupfen, der in etwa 50 Prozent der Fälle mit einer allergischen Bindehautentzündung und geschwollenen Augen einhergeht. Die Therapie von allergischen Reaktionen am Auge setzt sich aus der Vermeidung von Allergieauslösern, der Anwendung von Tränenersatzmitteln und Medikamenten zur Linderung der Symptome zusammen.

Geschwollene Augen – Ursachen und Symptome

Neben viralen und bakteriellen Infektionen sind Allergien die häufigste Ursache für gereizte und geschwollene Augen. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf sogenannte Allergene, also körperfremde und eigentlich harmlose Stoffe. Bei Exposition werden diese vom Immunsystem als potenziell gefährlich eingestuft und mit einer Abwehrreaktion bekämpft. Allergene, die eine allergische Bindehautentzündung auslösen, sind meist Pollen. Diese werden hauptsächlich durch den Wind verbreitet und gelangen über die Luft in Kontakt mit Augen und Schleimhäuten. Treten geschwollene Augen ganzjährig auf, sind auch die Allergene ganzjährig vertreten. Ganzjährig auftretende Allergene sind:

In seltenen Fällen können allergische Augenreizungen auch durch Kontaktlinsen bzw. darunter befindliche Eiweißstoffe hervorgerufen werden. Konservierungsmittel in Kosmetika, Augen-Pflaster, Augentropfen und Augensalbe können zudem eine allergische Lidentzündung (Kontaktdermatitis oder Kontaktekzem) verursachen.

Das wichtigste Symptom einer allergischen Bindehautentzündung sind juckende Augen. Treten die Augenprobleme ohne Juckreiz auf, steckt meist eine andere Ursache dahinter. Weitere Anzeichen für eine Allergie sind Lichtempfindlichkeit des Auges, Brennen sowie Rötungen und tränende Augen. Bei einer allergischen Reaktion des Auges in Kombination mit Heuschnupfen treten zudem Entzündungen der Nasenschleimhaut mit Symptomen wie Niesreiz, Schnupfen oder allergischem Asthma auf. Die Symptome werden dann unter dem Begriff Rhinokonjunktivitis zusammengefasst.

Geschwollene Augen – Diagnose und Prävention

Ob die Ursache gereizter und geschwollener Augen eine Allergie ist, wird vom behandelnden Arzt durch einen Allergietests überprüft. Zur Diagnose eignen sich Hauttests und Provokationstests sowie Bluttests. Ist der Allergieauslöser bekannt, sollte der Allergenkontakt möglichst vermieden werden (Allergenkarenz). Während diese Präventionsmaßnahme bei manchen Allergenen (z.B. Tierhaaren) möglich ist, können andere Allergene wie Hausstaubmilben oder Pollen nur schwer vermieden werden. Hier hilft es, den Kontakt so weit wie möglich einzuschränken, z.B. durch Hilfsmittel wie spezielle Pollengitter oder spezielle Überzüge für Betten und Polstermöbel. 

Geschwollene Augen - Medikamentöse Behandlung

Auch wenn es schwer fällt: sind die Augen bei einer Allergie gereizt und geschwollen, sollten sie auf keinen Fall gerieben werden. Reiben kann die Reizung der Augen verschlimmern und Schmerzen verursachen. Tränenersatzmittel (Augentropfen) helfen, Allergene wie Pollen ausspülen und Beschwerden entgegenwirken. Wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach verweist, kann der Wirkstoff Cromoglicinsäure, ein sogenannter Mastzellstabilisator, die Ausschüttung von Entzündungsstoffen verhindern und gereizten und geschwollenen Augen vorbeugen. Die Anwendung von Cromoglicinsäure sollte bei Heuschnupfen circa 4 Wochen vor Beginn der Pollensaison begonnen werden und über die Pollenzeit fortgesetzt werden.

Bei schweren Symptomen ist die Behandlung mit Medikamenten wie Antihistaminika möglich. Antihistaminika wirken Entzündungen entgegen, indem sie die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Histamin hemmen. Ihre Wirkung hält mehrere Stunden an. Wirkstoffe, die häufig zur Linderung allergischer Symptome eingesetzt werden sind Cetirizin und Levocabastin. Ein Wirkstoff zur Vorbeugung allergischer Augenreizungen ist Cromoglycin, der ebenfalls in Form von Augentropfen verabreicht wird. Tritt durch den Einsatz von Antiallergika keine Besserung der Beschwerden ein, kann der Arzt cortisonhaltige Augentropfen verschreiben. Da Cortison bei längerer Anwendung zu Nebenwirkungen wie einen gesteigerten Augeninnendruck führen kann, werden cortisonhaltige Augentropfen meist nur über einen kurzen Zeitraum und unter ärztlicher Kontrolle angewendet.

 Geschwollene Augen – Tipps für Zuhause

Hausmittel, wie der Einsatz von kalten Gurkenscheiben auf geschwollenen und gereizten Augen, können die Symptome einer allergischen Bindehautentzündung lindern. Die weitverbreitete Anwendung von Kräutersäckchen, Kamillenbädern oder parfümierten Cremes kann durch die reizende Wirkung die Symptome hingegen noch verschlimmern. Kamille hat zwar eine leichte anti-entzündliche Wirkung, kann bei einer Birkenpollenallergie aber zu schweren allergischen Kreuzreaktionen führen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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