Nahaufnahme eines Mannes mit Gerstenkorn am Augenlid (Symbolbild)
+
Gerstenkörner sind lästige Entzündungen am Auge, die optisch an Pickel erinnern (Symbolbild)

Besser heilen lassen

Gerstenkorn: Warum Sie die Entzündungen niemals aufstechen dürfen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
    schließen

Gerstenkörner sind unangenehme kleine Beulen an der Lidkante, die jucken und manchmal auch Schmerzen verursachen. Gegen die lästigen Entzündungen hilft vor allem eines: Geduld.

Düsseldorf – Gerstenkörner sind bakterielle Infektionen an den Talg- und Schweißdrüsen, die an der Lidinnenseite oder der Lidkante im Bereich der Wimpern sitzen. Ausgelöst werden sie durch Bakterien, meist typische Hautkeime, wie Staphylokokken, die sich in den Drüsen festsetzen. Was gegen die unangenehmen Entzündungen hilft, lesen Sie hier.

Gerstenkorn: So kommt es zu den Entzündungen und das sind die Symptome

In unserem Augenlid sitzen verschiedene Drüsen, wie Schweiß- und Talgdrüsen, die dafür sorgen, dass das Auge nicht austrocknet. Wenn eine dieser Drüsen verstopft oder von Bakterien besiedelt wird - etwa indem wir uns mit den Händen die Augen reiben - kann sich das Auge entzünden. Meist zeigt sich die Entzündung durch ein gerötetes und geschwollenes Unter- oder Oberlid, wobei die Schwellung die Größe einer Erbse annehmen kann, in deren Mitte sich Eiter sammelt (als gelber Punkt erkennbar).

Weitere Symptome sind:

  • Schmerzen
  • Juckreiz
  • Spannungsgefühl im Bereich der Schwellung
  • In seltenen Fällen schwillt das Auge so stark an, dass es nicht mehr sichtbar ist

Gerstenkörner treten häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen auf. Der Grund ist einfach: sie greifen sich öfter mit ungewaschenen Händen ins Gesicht. Aber auch im Erwachsenenalter bestehen Risikofaktoren, zum Beispiel wenn beim Tragen von Kontaktlinsen nicht die nötige Hygiene eingehalten wird oder Make-up die Drüsen verklebt.

Gerstenkorn: Nicht auf eigene Faust behandeln

Ein Gerstenkorn kann sich spontan nach innen oder außen öffnen und Eiter fließt ab. Meist heilt die Entzündung dann von alleine ab. Wärme, zum Beispiel durch die Bestrahlung mit einer Rotlichtlampe, kann den Prozess beschleunigen.* Zeigt sich nach einer Woche keine Besserung, sollte ein Arzt die Ursache abklären. In seltenen Fällen muss er das Gerstenkorn unter örtlicher Betäubung öffnen.

Eine schnelle Besserung bringen antibiotische Augentropfen und Salben, die die Bakterien beseitigen, informiert der Berufsverband der Augenärzte Deutschland (BVA). Auf keinen Fall sollten Betroffene auf eigene Faust versuchen, den Knoten durch Drücken oder einen spitzen Gegenstand zum platzen zu bringen. Dadurch können sich die Erreger im Auge verteilen, die Infektion verschlimmert sich und die Heilung wird hinausgezögert.

Gerstenkorn: Künftigen Entzündungen vorbeugen

Um zu verhindern, dass sich ein Gerstenkorn entwickelt, helfen folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßig die Hände waschen
  • sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht greifen
  • beim Kontaktlinsen wechseln auf saubere Hände achten
  • immer abschminken und die Augen dabei nicht zu stark reiben

*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare