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Vorsicht bei Neurodermitis: Pollen können schwere Bindehautentzündungen hervorrufen

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Von: Jasmina Deshmeh

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Ein blonder Junge läuft durch ein Getreidefeld und reibt sich die Augen (Symbolbild)
Pollen bereiten nicht nur Pollenallergikern Probleme: Bei Menschen mit Neurodermitis können sie schwere Bindehautentzündungen hervorrufen (Symbolbild) © Westend61/imago-images

Pollen lösen nicht nur lästigen Schnupfen und Niesreiz aus. Sie können bei Menschen mit Neurodermitis auch zu schweren Augenentzündungen führen. 

München – Die Pollensaison hat begonnen und viele Allergiker leiden an den typischen Heuschnupfen-Symptomen. Vorsicht ist jetzt auch für Menschen mit Neurodermitis geboten, denn Pollen können bei ihnen zu einer schweren Bindehautentzündung führen. Welche Symptome darauf hindeuten und was Betroffene dagegen tun können.

Neurodermitis am Auge: Rund ein Drittel der Neurodermitiker ist betroffen

Bindehautentzündungen bei Neurodermitis sind leider keine Seltenheit: Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) sind rund 25-40 Prozent der Menschen mit Neurodermitis von einer schweren Bindehautentzündung betroffen. Diese Beteiligung der Augen nennt man atopische Keratokonjunktivitis (kurz AKK). Dabei handelt es sich um eine nicht-infektiöse Form der Bindehautentzündung, die auch durch Pollen ausgelöst oder verstärkt werden kann.

Eine atopische Keratokonjunktivitis ist nicht nur unangenehm, unbehandelt kann sie zu Hornhautkomplikationen führen und damit sogar das Sehvermögen bedrohen.* Vor allem dann, wenn Betroffene durch den ausgelösten Juckreiz ihre Augen stark reiben. Experten vermuten, dass die Ursache der Erkrankung das Strukturprotein Filaggrin sein könnte. Professor Dr. med. Philip Maier von der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg erklärt in einer Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG): „Bei Patienten mit Neurodermitis konnte sowohl in der Haut als auch in der Hornhaut eine fehlerhafte Filaggrin-Produktion nachgewiesen werden“.

Neurodermitis am Auge: Schuppen und Hautrisse können Alarmsignale sein

Vorsicht ist vor allem bei folgenden Symptomen geboten:

Bei schweren Verläufen könne es an der Hornhaut zu oberflächlichen Defekten bis hin zu Geschwüren kommen, erklärt Maier. Auch könnten Blutgefäße einwachsen, was im Extremfall bis zur Erblindung aufgrund einer vollständigen Trübung der Hornhaut führt. Wer die beschriebenen Symptome bemerkt, sollte also schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch und vor allem dann, wenn Familienmitglieder von Neurodermitis betroffen sind.

Neurodermitis am Auge: Regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt sinnvoll

Hat der Augenarzt eine AKK diagnostiziert, muss der Lidrand täglich mit einem feuchten Wattepad oder Wattestäbchen gereinigt werden. Anschließend wird eine Wärmemaske aufgelegt. Gegen trockene und juckende Augen helfen spezielle Gele oder konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel. Diese haben auch den Vorteil, dass sie lästige Pollen aus den Augen schwämmen. Bei starkem Juckreiz kann der Arzt mehrmals täglich antiallergische Augentropfen (Antihistaminika) verordnen. Sie hemmen die Ausschüttung des Botenstoffs Histamin, was zu einer Besserung der Allergiebeschwerden führt.

In besonders hartnäckigen Fällen könnten immunmodulatorische Augentropfen helfen, rät Maier. In seltenen Fällen seien auch chirurgische Eingriffe an den Augenlidern und der Augenoberfläche nötig. Wer Spätfolgen vermeiden möchte, sollte frühzeitig zum Arzt gehen und die Augen regelmäßig kontrollieren lassen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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