Einem Patienten wird durch Punktion einer Vene Blut entnommen (Symbolbild).
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Bei einem Bluttest können Antikörper gegen bestimmte Antigene im Blutserum nachgewiesen werden (Symbolbild).

Allergiediagnose mittels Bluttest

Allergietest: So funktioniert der Bluttest – welche Kosten damit verbunden sind

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Ein Bluttest wird bei der Diagnose von Allergien als Ergänzung oder Alternative zum Hauttest durchgeführt. Dabei wird die Konzentration von Antikörpern gegen bestimmte Allergene im Blutserum bestimmt. Erfahren Sie hier alles zu Ablauf und Kosten des Allergietests.

  • Der Bluttest basiert auf dem Nachweis von IgE-Antikörpern.
  • Der Bluttest wird von Ärzten als Alternative oder Ergänzung zum Pricktest genutzt.
  • Dem Betroffenen wird Blut entnommen und dann im Labor untersucht.

Neuherberg – Ein Bluttest kann bei der Allergie-Diagnostik als Alternative oder ergänzend zum Pricktest durchgeführt werden. Dabei wird das Blut im Labor auf eine erhöhte Anzahl von IgE-Antikörpern untersucht. Dieser Wert gibt Aufschluss über das Risiko einer Allergie. Zu unterscheiden sind Bluttests, die allgemeine Hinweise auf eine Allergie geben und Blutttests, die Antikörper gegen bestimmte Allergene nachweisen. Antigene häufig auftretender Allergien sind beispielsweise Bet v 1 (Birkenpollen), Der p 1 bis 2 (Hausstaubmilben) und Ara h 1 bis 3 (Erdnuss).  Anders als beim Pricktest erhält der Arzt das Ergebnis des Bluttests meist erst zwei bis sieben Tage nach der Blutabnahme.

Allergietest: Nachweis von Antikörpern gegen Allergene durch Bluttest

Kommt der Körper über Schleimhäute, Atemwege oder Magen-Darm-Trakt mit körperfremden Stoffen (Antigenen) in Kontakt, wird das Immunsystem aktiv und prüft, ob es sich um Krankheitserreger oder andere schädliche Substanzen handelt. Haben die Abwehrzellen (Mastzellen) eine schädliche Substanz erkannt, reagiert das Immunsystem mit einer komplexen Abwehrreaktion und der Bildung von Antikörpern. Bei einer Allergie ist dieser Abwehrmechanismus gestört: Der Körper reagiert auf eigentlich harmlose Stoffe, sogenannte Allergene, mit der Bildung von IgE-Antikörpern, einer bestimmten Untergruppe der Antikörper. Ein erhörter IgE-Antikörper-Wert im Blutserum ist demnach ein Indiz für eine Allergie. Da die Beziehung zwischen Antigen und Antikörper dem Schlüssel-Schloss-Prinzip entspricht, lassen sich beim Allergietest durch den Nachweis spezifischer IgE-Antikörper Aussagen über die Allergiequelle (z.B. Pollen, Tierhaare) treffen. Dabei lassen sich nicht nur IgE-Antikörper gegen bestimmte Allergene, sondern auch gegen Allergen-Einzelkomponenten (Proteine) nachweisen.

Allergietest: Ablauf des Bluttests

Zur Diagnose einer Allergie führt der Arzt mit dem Betroffenen zunächst ein Anamnese-Gespräch über die gesundheitliche Vorgeschichte und auftretende Symptome durch. Im Anschluss erfolgt die eigentliche Diagnose durch Allergietests. Beim Bluttest nimmt der Arzt dem Patienten Blut ab und lässt die Gesamt-IgE-Konzentration sowie die Konzentration spezifischer IgE-Antikörper in einem Labor bestimmen. Ein Bluttest kann sowohl vom Hausarzt als auch vom HNO-Arzt oder einem Allergologen vorgenommen werden und eignet sich auch als Allergietest für Kinder.

Bluttest: Ergebnisse des Allergietest

Liegen die Ergebnisse des Labortests nach zwei bis sieben Tagen vor, müssen diese je nach Alter des Betroffenen interpretiert werden. Bei Allergien des Soforttyps, wie einer Pollenallergie oder Hausstauballergie, ist der IgE-Gesamtwert erhöht. Ebenso bei Nahrungsmittelallergien. Bei einer Neurodermitis ist der Wert oft stark erhöht. Ein erhöhter Wert liegt nach Angaben des Helmoltz Zentrum München bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren vor, wenn die IgE-Gesamtkonzentration 100 IU/ml Serum (IU = internationale Einheiten) überschreitet. Bei Kindern unter 10 Jahren sind die Normalwerte altersabhängig. Höhere Werte weisen auf eine Allergie hin, wobei Ärzte die Konzentrationen in Klassen einteilen können, um eine qualitative Zuordnung der Allergiewahrscheinlichkeit zu treffen.

Allergenspezifische IgE-Antikörper im Blut weisen zudem auf eine erhöhte Allergiebereitschaft gegenüber bestimmten Allergenen oder Allergen-Proteinen hin. Sie können die Ergebnisse eines Hauttests (Pricktest) ergänzen bzw. bestätigen oder ersetzen, wenn dieser aufgrund von Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Hauterveränderungen nicht durchführbar ist. Da sich Ergebnisse der Blutanalyse nicht immer eindeutig interpretieren lassen, sind eine ausführliche Anamnese und gegebenenfalls weitere Testverfahren wichtig.

Allergietest: Wann ist ein Bluttest möglich?

Meist erfolgt bei Verdacht auf eine Allergie die Diagnose durch einen Pricktest. Bei unklaren Testergebnissen kann ein Bluttest die Ergebnisse ergänzen. Wenn medizinischen Gründe gegen den Hauttest sprechen, kann der Bluttest auch als Alternative zum Pricktest durchgeführt werden. Je nachdem, welche Werte untersucht werden, lässt der Bluttest Schlüsse zu folgenden Allergien bzw. Sensibilisierungen zu:

Die Risiken des Bluttests sehr gering und mit denen einer normalen Blutabnahme zu vergleichen. So kann eine leichte Schwellung im Bereich Einstichstelle auftreten. Im seltenen Fällen können sich schmerzhafte Hämatome bilden. Die Kosten des Bluttests zur Diagnose von Allergien werden von den Krankenkassen getragen.  

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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