Eine Ärztin führt auf dem Unterarm eines Patienten einen Pricktest durch (Symbolbild).
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Ein Pricktest ist eine einfache und schnelle Methode mit hoher Aussagekraft zur Diagnose von Allergien (Symbolbild).

So funktionieren Allergietests

Allergien: So stellt der Arzt die Diagnose

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Die Allergie-Diagnose umfasst meist mehrere Schritte. Neben der Anamnese kommen Allergietests, wie Hauttest, Bluttest und Provokationstest zum Einsatz. Lesen Sie alles zu den häufigsten Testverfahren.

  • Die Diagnose einer Allergie erfolgt über eine Anamnese und einen anschließenden Allergietest
  • Drei Testverfahren kommen dabei zum Einsatz: Der Hauttest, der Bluttest und der Provokationstest
  • Das häufigste Testverfahren ist der Pricktest, eine Variante des Hauttests

Berlin – Die Diagnose einer Allergie ist in der Regel ein mehrstufiger Prozess, der mit der Anamnese beginnt. In der Anamnese befragt der Arzt den Patienten zur Krankengeschichte, meist mit Hilfe eines Fragebogens. Dieser erfasst alle medizinisch relevanten Informationen. Patienten, die die Vermutung haben, unter einer Allergie zu leiden, können auch im Internet einen Schnelltest bzw. Selbsttest machen. Ein solcher Test kann im Ergebnis einen Arztbesuch zur genauen Diagnose nahelegen. Bei Verdacht auf eine Allergie übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten für einen Allergietest.

Um eine Allergie zu diagnostizieren, stehen dem Arzt verschiedene Testmethoden zur Verfügung. Lesen Sie in der nachfolgenden Übersicht, welche Tests bei welchen Allergien zum Einsatz kommen.

Allergien: Diagnose durch einen Pricktest

Ein Hauttest ist in der Regel die einfachste Möglichkeit, eine Allergiebereitschaft des Körpers zu diagnostizieren. Er ist deshalb meist die erste Wahl unter den Diagnosemethoden. Bei einem Hauttest werden potenziell allergieauslösende Substanzen (Allergene) auf die Haut der betroffenen Person aufgetragen und in der Folge die Reaktion des Immunsystems geprüft. Meist werden Allergene auf dem Unterarm oder dem Rücken aufgetragen.

Der am häufigsten angewendete Hauttest ist der Pricktest. Wie das englische Wort „prick“ (deutsch: „stechen“) bereits zum Ausdruck bringt, wird dabei eine allergenhaltige Lösung auf die Haut geträufelt und diese im Anschluss mit einer Lanzette oberflächlich eingeritzt. So können die allergieauslösenden Stoffe, wie beispielsweise Tierhaare, Pollen oder Lebensmittelinhaltsstoffe, in die Haut gelangen.

Sofern die getestete Person unter keiner Allergie leidet, wird ihre Haut keine Reaktion beim Pricktest zeigen. Reagiert sie jedoch allergisch auf ein bestimmtes Allergen, wird die Haut nach etwa einer Viertelstunde an der jeweiligen Stelle Rötungen oder Quaddelbildungen zeigen. Ein Pricktest ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Arzt einen Verdacht auf eine Allergie des sogenannten Soforttyps bestätigen oder widerlegen möchte. Dazu zählen weit verbreitete Allergien, wie:

Allergien: Diagnose durch alternative Hauttests

Neben dem Pricktest stehen dem Arzt eine Reihe weiterer Hauttests zur Diagnose einer Allergie zur Verfügung. Der Scratch-Test (Kratztest) ist eine Variante des Pricktests, bei dem die Haut oberflächlich angeritzt und anschließend die Allergene in die Haut eingerieben werden. Dadurch gelangen sie etwas tiefer ins Gewebe. Der Scratch-Test wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Aussage des Pricktests nicht eindeutig war.

Vermutet der Arzt eine sehr starke allergische Hautreaktion, kann er einen Reibetest zur Diagnose einer Allergie durchführen. Dabei werden die Allergene, im Gegensatz zum Pricktest, nur leicht auf der Haut verrieben, um eine Überreaktion des Immunsystems der getesteten Person zu vermeiden.

Manche Kontaktallergien machen sich erst nach einem halben bis drei Tage nach Kontakt mit dem Allergen bemerkbar. Dazu zählen vor allem Allergien gegen Medikamente, Kosmetika, Schmuck und latexhaltige Gegenstände. Zur Diagnose einer derartigen Allergie eignet sich der Epikutantest, auch Patch- oder Pflastertest genannt. Dabei wird ein Pflaster mit dem Allergen für einen Tag auf den Rücken der Testperson geklebt. Zeigt sich nach einer ersten Kontrolle nach einem Tag keine Hautreaktion, wird die Person nach einem weiteren Tag ein zweites Mal kontrolliert.

Allergien: Diagnose durch Bluttest

Ein Bluttest wird oft zur Diagnose einer Allergie eingesetzt, wenn eine Hauterkrankung der Testperson das Ergebnis eines Hauttests verfälschen könnte oder wegen einer starken Allergie schlichtweg zu belastend wäre. Ein Bluttest hat den Vorteil, dass der Person nur etwas Blut aus dem Arm entnommen und dabei keine allergische Reaktion ausgelöst wird.

Darüber hinaus lässt ein Bluttest auch eine genauere Diagnose als ein Hauttest zu. Im Labor wird das Blut der Testperson nach der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) in Berlin sowie weiterer Allergie-Gesellschaften auf die Anzahl bestimmter Antikörper in der Blutprobe untersucht. Auf diese Weise kann zum einen festgestellt werden, ob die Zahl der Antikörper generell erhöht ist und auch, ob Antikörper gegen eine bestimmte Allergenquelle vorhanden sind. Ein Bluttest sagt jedoch nichts darüber aus, ob und welche allergischen Symptome bei einer Person vorliegen oder welche Symptome sich zukünftig noch entwickeln können.

Allergien: Diagnose durch Provokationstest

Bei einem Provokationstest werden der Testperson kleinste Mengen eines potenziell allergieauslösenden Stoffes verabreicht und anschließend die Reaktion des Immunsystems überwacht. Die Provokation kann oral (über den Mund), nasal (über die Nase) oder inhalativ (über die Lunge) erfolgen. Ein Provokationstest kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn weder über einen Bluttest noch einen Hauttest eine eindeutige Allergie-Diagnose gestellt werden kann. Aus Sicherheitsgründen sollte ein Provokationstest bei einem Facharzt oder in einem Krankenhaus stattfinden.

Die orale Provokation eignet sich für den Allergietest mit Nahrungsmitteln. Die nasale Provokation bietet sich an, wenn das Allergen vor allem über die Nasenschleimhaut in den Körper gelangt, wie zum Beispiel bei Baumpollen (Birkenpollen , Eschenpollen oder Weidenpollen) und Gräserpollen. Die inhalative Provokation wird eingesetzt, wenn der allergieauslösende Stoff die Bronchien der betroffenen Personen beeinträchtigt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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