Eine Medizinisch-Technische Assistentin (MTA) streicht unter einer Abzugshaube im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine Stuhlprobe auf eine Petrischale mit einem speziellen Nährboden (Symbolbild)
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Bei einem Stuhltest werden Stuhlkulturen angelegt und später auf krankmachende Keime, Bakterien und Viren untersucht (Symbolbild)

Diagnose durch Stuhltest

Stuhlprobe (Stuhltest): Kosten, Werte und Durchführung – Wann Sie eine Stuhlprobe durchführen sollten

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Bei Magen-Darm-Beschwerden kann ein Stuhltest Hinweise auf eine Nahrungsmittelallergie, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, ein Reizdarmsyndrom oder Erkrankungen wie Darmkrebs geben. Lesen Sie alles zu Durchführung und Aussagen des Stuhltests.

  • Ein Stuhltest gibt Aufschluss über Blut, Keime, Erreger, Fettausscheidungen und Verdauungsenzyme im Stuhl.
  • Stuhltests helfen bei der Diagnose von Darmkrebs, Infekten, Parasitenbefall, Unverträglichkeiten und Zöliakie.
  • Um das Ergebnis des Stuhltests nicht zu verfälschen, sollten Patienten vor der Stuhlprobe einiges beachten.

Berlin – Bei Verdacht auf eine Magen-Darm-Erkrankung oder anhaltenden unklaren Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Schmerzen oder Erbrechen kann ein Stuhltest bei der Diagnose helfen. Dafür entnehmen Patienten mithilfe eines Plastikröhrchens und eines Spatels eine geringe Menge ihres Stuhls und reichen diese anschließend beim Arzt oder im Labor ein. Auch wenn keine Beschwerden vorliegen, kann ein Stuhltest sinnvoll sein, etwa zur Früherkennung von Darmkrebs. Denn eine frühzeitige Diagnose erhöht die Chance auf Heilung. Um korrekte Werte zu erhalten, gilt es im Vorfeld einiges zu berücksichtigen. Lesen Sie hier, was Sie alles zur Stuhlprobe wissen müssen.

Stuhltest (Stuhlprobe): Was ist das?

Eine Stuhltest kann Aufschluss über verschiedene Erkrankungen geben. So können bei einer mikrobiologischen Untersuchung im Labor zum Beispiel Parasitenbefall, Bakterien, Viren und Blut im Stuhl nachgewiesen werden. Die Bestimmung des pH-Werts kann außerdem Aufschluss über die Keim-Besiedelung des Darms und ein mögliches Ungleichgewicht der Darmflora geben. Auch Magen-Darm-Erkrankungen wie Darmkrebs, Darmpolypen oder das Reizdarmsyndrom können mithilfe eines Stuhltests diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden. Ebenfalls sinnvoll kann ein Stuhltest bei einem anhaltenden Blähbauch und bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein.

Stuhltest: Wann ist das Abgeben einer Stuhlprobe sinnvoll?

Bei kurzfristigen Magen-Darm-Beschwerden ist ein Stuhltest meist nicht nötig. Anders sieht es aus, wenn die Beschwerden sehr stark sind, über einen längeren Zeitraum anhalten, von Fieber begleitet werden oder nach einem Auslandaufenthalt oder in Verbindung mit dem Verzehr von Nahrungsmitteln auftreten. In solchen Fällen sollten Patienten unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser wird durch die Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch zur Krankengeschichte), eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls einen Stuhltest der Ursache der Beschwerden auf den Grund gehen und im Anschluss eine entsprechende Behandlung einleiten. Bei folgenden Beschwerden ist ein Stuhltest sinnvoll:

  • Akute Durchfälle (Test auf Bakterien, Viren, Parasiten)
  • Verdauungsstörungen wie Maldigestion (Test auf Fettausscheidungen)
  • Störungen der Bauchspeicheldrüse (Test auf Fettausscheidung und das Verdauungsenzym Pankreas-Elastase-1)
  • Blutungen im Darm (Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl)
  • Verdacht auf bzw. Vorsorge von Darmkrebs (Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl)

Stuhltest: Wie wird getestet und wie viel Stuhl wird für eine Stuhlprobe benötigt?

Der behandelnde Arzt händigt dem Patienten ein steriles Plastikröhrchen aus. Dieses Röhrchen beinhaltet einen kleinen Spatel, mit dem die Stuhlprobe entnommen wird. In der Regel nimmt der Patient das Röhrchen mit nach Hause, um dort in Ruhe die Stuhlprobenentnahme durchzuführen. Patienten sollten dabei einiges beachten: Um das Testergebnis nicht zu verfälschen, sollte der Stuhl möglichst nicht mit der Toilettenschüssel in Kontakt kommen. Meist liegt dem Testset eine Papiereinlage für die Toilette bei, mit der der Kot aufgefangen werden kann. Alternativ können Patienten auch auf Klarsichtfolie zurückgreifen. Auch Urin kann das Testergebnis beeinflussen, weshalb es sinnvoll ist, die Blase vor der Stuhlprobenentnahme zu entleeren. Fallen dem Patienten Blut, Schleim oder Eiter im Stuhl auf, sollten sie bevorzugt an dieser Stelle Kot entnehmen.

Für den Stuhltest wird normalerweise Kot in der Größe einer Walnuss benötigt. Hat das Plastikröhrchen eine Markierung, sollte es bis zu dieser mit Stuhl gefüllt werden. Meist klärt der Arzt den Patienten aber im Vorfeld über die benötigte Stuhlmenge auf. Da eine Stuhlprobe nur über eine begrenzte Haltbarkeit verfügt, sollten Patienten das festverschlossene Röhrchen möglichst schnell beim Arzt oder im Labor abgeben. Ist die Abgabe innerhalb von 24 Stunden nicht möglich, sollten sie die Stuhlprobe im Kühlschrank aufbewahren. Andernfalls kann unkontrolliertes Keimwachstum das Ergebnis verfälschen. Manchmal sind auch mehrere Stuhlproben an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen nötig, zum Beispiel bei anhaltenden Durchfallerkrankungen.

Stuhltest: Was wird bei der Stuhlprobe untersucht und was sagt der Stuhltest aus?

Eine Stuhlbetrachtung kann erste Hinweise auf mögliche Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts geben. Dabei werden Farbe, Masse, Konsistenz und Geruch berücksichtigt. Schwarzer Stuhlgang kann auf Blutungen im Bereich der Speiseröhre, des Magens oder des Zwölffingerdarms hindeuten. Weil das Blut auf dem Weg durch den Verdauungstrakt verdaut wurde, zeigt es sich als schwarze Verfärbung. Liegt die Ursache im unteren Darmabschnitt, ist der Stuhl eher von Blut durchsetzt und das Blut rot. Bei Beschwerden wie Hämorrhoiden zeigen sich außerdem oft noch weitere Symptome, wie Schmerzen oder Jucken im Analbereich beim Stuhlgang. Sehr heller Stuhl kann auf Erkrankungen der Leber, des Gallengangsystems oder der Bauchspeicheldrüse hindeuten. Grüner Stuhl kann durch Bakterien verursacht werden. Gelber und fettiger Stuhl (ein sogenannter„Fettstuhl“) können für Fettverdauungsstörungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten sprechen. Riecht der Stuhl über mehrere Tage faulig, kann ebenfalls eine Erkrankung dahinterstecken. Mögliche Ursachen sind eine chronisch entzündliche Darmerkrankung oder eine Zöliakie. Auch Form und Konsistenz können Aufschluss über Erkrankungen geben. Bei Verstopfung ist der Stuhl meist hart, dick und kurz. Bei Durchfällen wässrig und dünn. Verstopfungen können zum Beispiel für ein Reizdarmsyndrom oder Darmentleerungsstörungen sprechen. Durchfälle können beispielsweise durch Virusinfektionen, Allergien, Unverträglichkeiten oder Lebensmittelvergiftungen ausgelöst werden.

Eine mikrobiologische Untersuchung der Stuhlprobe im Labor kann Hinweise auf pathogene Keime wie Bakterien (z.B. Salmonellen), Parasiten und Viren geben. Bei einer Darmflora-Analyse können die Gesamtzahl und Zusammensetzung der Darmbakterien untersucht werden. Darüber hinaus kann ein immunologischer Stuhltest kleinste Mengen Blut (okkultes Blut) nachweisen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind und erste Anzeichen für eine Darmkrebs-Erkrankung sein können. Den immunologischen Stuhltest zur Darmkrebs-Früherkennung übernehmen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) in Berlin viele Krankenkassen ab einem Alter von 50 Jahren.

Stuhltest: Was müssen Patienten vor der Stuhlprobe beachten?

Wird ein immunologischer Stuhltest angewandt, schlägt dieser nicht auf rohes Fleisch und bestimmte Gemüsesorten wie Tomaten oder Brokkoli an. Bei seinem Vorgänger, dem Hämoccult-Test, ist dies jedoch der Fall. Lebensmittel wie Rote Bete und Heidelbeeren können die Farbe des Stuhls beeinflussen und so falsche Ergebnisse begünstigen. Bei Medikamenteneinnahme sollten Patienten vor dem Stuhltest mit ihrem Arzt sprechen. Bestimmte Medikamente, zum Beispiel eisenhaltige Präparate, können die Werte der Stuhlprobe verfälschen. Der behandelnde Arzt informiert den Patienten im Vorfeld darüber, was gegessen werden darf und erfragt, ob Medikamente eingenommen werden.

Stuhltest zu Hause durchführen  

Mittlerweile sind unterschiedliche Stuhltests für zu Hause auf dem Markt. Damit können Pilze und Darmbakterien nachgewiesen werden. Aber auch Blut im Stuhl kann mithilfe dieser Tests festgestellt werden. Dafür ist die Stuhlprobenentnahme nach Anleitung durchzuführen. Anschließend wird die Stuhlprobe abgegeben, indem sie per Post in ein Labor geschickt wird. Der Absender erhält abschließend die Ergebnisse. Ein Stuhltest für zu Hause kann eine erste Orientierung bei Magen-Darm-Beschwerden bieten. Dennoch ersetzt er keine Diagnose beim Arzt und gibt nicht nicht unbedingt Aufschluss über die Ursache der Beschwerden. Zudem variieren die Kosten bei Selbsttests stark und belaufen sich teilweise auf über 100 Euro, während die Kosten für einen Stuhltest beim Arzt bei begründetem Verdacht und bestehenden Krankheitssymptomen in vielen Fällen von der Krankenkasse übernommen werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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