Eine Frau sitzt auf einer schwarzen Ledercouch und schnäuzt in ein Taschentuch (Symbolbild).
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Eine laufende und verstopfte Nase kann neben einer Erkältung auch auf eine Hausstauballergie hindeuten (Symbolbild).

Allergie-Diagnose

Erkältung oder Hausstauballergie? So erkennen Sie den Unterschied

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Wer in der kalten Jahreszeit eine laufende Nase, Niesreiz und Husten hat, denkt zunächst meist an eine Erkältung. Treten die Beschwerden vor allem zuhause auf, kann aber auch eine behandlungsbedürftige Hausstauballergie dahinterstecken.

Langenhagen – Wer morgens mit verstopfter Nase, Hustenreiz und gereizten Augen aufwacht, denkt vermutlich zunächst an eine Erkältung. Doch die Symptome können auch auf eine Allergie gegen Hausstaubmilben hindeuten. Verantwortlich für die Reaktionen sind dann Bestandteile im Milbenkot, die über Nacht eingeatmet werden. Wer unter anhaltenden „Erkältungsbeschwerden“ leidet, sollte deshalb einen Allergologen aufsuchen, um die Ursache der Symptome abzuklären. Unter Umständen ist dann eine Behandlung mit Medikamenten nötig, um eine Verschlimmerung der Allergie zu verhindern.

Hausstauballergie oder Erkältung: So erkennen Sie Erkältungsbeschwerden

Eine Erkältung wird häufig auch als grippaler Infekt bezeichnet, obwohl sie weit harmloser ist als eine Grippe ist. Laut dem Lungeninformationsdienstes der Deutschen Lungenstiftung steckt hinter einer Erkältung meist eine Infektion der oberen Atemwege mit Viren. Meist zeigen sich erste Symptome wenige Tage nach der Ansteckung und klingen nach höchstens einer Woche wieder ab. Oft beginnt eine Erkältung mit Halsschmerzen und Schnupfen, wobei die Halsschmerzen meist am dritten Tag am stärksten sind und anschließend nachlassen. Der Schnupfen hat seinen Höhepunkt dagegen einen Tag später und kann bis zu neun Tage anhalten. Begleitet werden die Beschwerden von leichten Kopf- und Gliederschmerzen und einem trockenen Reizhusten, der in einen festsitzenden, schleimigen Husten übergehen kann.

Hausstauballergie oder Erkältung: So erkennen Sie Symptome einer Hausstauballergie

Bei einer Hausstauballergie reagieren Betroffene nicht auf Staub, sondern auf Ausscheidungen winziger Hausstaubmilben, die am Hausstaub haften bleiben und auf diese Weise eingeatmet werden.

Milben zählen zu den Spinnentieren, die eigentlich harmlos sind. Sie ernähren sich von überwiegend von menschlichen Hautschuppen, Schimmelpilzen und Bestandteilen aus Mehlprodukten. Sie leben in jedem Haushalt und sind keinesfalls ein Zeichen für mangelnde Hygiene. Das feucht-warme Klima im Bett in Verbindung mit reichlich abgestorbenen Hautschüppchen bietet den idealen Nährboden für Milben. Daher treten Symptome häufig in der Nacht oder morgens nach dem Aufstehen auf. Beschwerden, die auf eine Hausstauballergie hinweisen, sind nach Angaben der Deutschen Lungenstiftung:

  • Allergischer Schnupfen
  • Niesreiz
  • Schleimhautschwellungen
  • Verstopfte und laufende Nase (besonders am Morgen)
  • Allergische Bindehautentzündung mit Juckreiz, Rötungen, Augentränen
  • Allergischer Husten - oft mit Verschleimung (Bronchitis)
  • Allergisches Asthma mit akuter Atemnot
  • Juckreiz und Ausschlag der Haut, Nesselsucht

Typisch für Hausstauballergie-Symptome ist auch, dass sie hauptsächlich in der Wohnung auftreten - und das das ganze Jahr über. Höhepunkt ist meist der Herbst und der Winter, wenn die Heizungsluft Hausstaub aufwirbelt. Zudem zerfallen die Milben bei sehr trockener Luft und setzen vermehrt Allergene frei.

Hausstauballergie oder Erkältung: So unterscheiden sich die Symptome

Eine Erkältung von einer Hausstauballergie zu unterscheiden, ist nicht immer einfach, da sich die Symptome teils stark ähneln. Es gibt jedoch einige Hinweise darauf, um welche Erkrankung es sich bei den Beschwerden wahrscheinlich handelt. Dazu zählen Zeitpunkt und Regelmäßigkeit der Symptome: Erkältungen sind hauptsächlich in der kalten Jahreszeit verbreitet, während Hausstauballergien das ganze Jahr über und vor allem bei Aufenthalt in der Wohnung auftreten. Sehr plötzlich und sehr stark auftretende Symptome sprechen zudem eher für eine allergische Reaktion, als für eine Infektion mit Viren. Eine Erkältung klingt in der Regel nach ein bis zwei Wochen ab, während allergische Beschwerden über längere Zeit anhalten können.

Bei Schnupfen kann die Beschaffenheit des Nasensekrets Hinweise liefern, ob es sich um eine Erkältung oder Allergie handelt. Bei Erkältungen ist das Sekret meist grün-gelblich, während allergischer Schnupfen klar und wässrig ist. Weitere Hinweise auf eine Allergie sind: Das zeitgleiche Auftreten mehrerer Allergie-Beschwerden wie Schnupfen, Husten, Juckreiz und Niesattacken. Bei einer Erkältung haben Betroffenen dagegen meist Schüttelfrost und Fieber. Sind bereits Allergien bei Familienmitgliedern bekannt, ist auch das Risiko größer, dass es sich den beschrieben Symptomen um eine Allergie handelt.

Hausstauballergie oder Erkältung: Der Gang zum Allergologen schafft Klarheit

Wer nicht sicher ist, ob es sich bei Beschwerden wie Schnupfen, Niesreiz und Husten um Anzeichen einer Erkältung oder einer Allergie handelt, sollte einen Allergologen aufsuchen. Dieser befragt den Patienten zur Krankengeschichte (Anamnese), familiärer Häufung von Allergien und in welchem Zusammenhang Symptome auftreten. Bei Verdacht auf eine Allergie wird er einen Allergietest durchführen. Wird eine Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert, können die Symptome mit Medikamenten wie Antihistaminika behandelt werden. Neben der symptomatischen Behandlung ist auch eine ursächliche Therapie der Allergie mithilfe einer Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) möglich. Wird eine Allergie hingegen nicht behandelt, droht langfristig ein sogenannter Etagenwechsel von den oberen in die unteren Atemwege.

Hausstauballergie oder Erkältung: Tipps, wie Sie bei Hausstauballergie Allergie-Auslöser meiden

Wurde eine Hausstauballergie diagnostiziert, ist es darüber hinaus wichtig, den Allergie-Auslöser so gut es geht zu meiden. Folgende Tipps zur können bei der Allergenkarenz helfen:

  • Lüften Sie regelmäßig und ausgiebig: Hausstaubmilben bevorzugen feucht-warmes Klima. Eine gute Luftzirkulation, eine Luftfeuchtigkeit von maximal 50 Prozent und Temperaturen bis 17 Grad machen ihnen das Leben schwer
  • Meiden Sie Staubfänger in der Wohnung: Überfüllte Regale, Vorhänge, Polstermöbel und Teppichböden sind ein optimaler Nährboden für Milben. Nutzen Sie Rollos statt Gardinen, verstauen sie Gegenstände in Kisten und tauschen Sie Teppichböden gegen kurzflorige Teppiche oder Laminat/Parkett
  • Reinigen Sie Teppichböden gründlich und regelmäßig: Spezielle Allergiker-Staubsauger mit Schwebstofffiltern befreien Teppiche von Staub und Milbenrückständen
  • Waschen Sie Bettdecken, Kissen und Kuscheltiere regelmäßig: Waschen Sie Textilien möglichst bei 60 Grad. Empfindliche Stoffe und Kuscheltiere können sich stattdessen einige Tage ins Tiefkühlfach legen
  • Nutzen Sie Encasings: Spezielle Kissen- und Bettbezüge sorgen dafür, dass Milben nicht mit ihrer Nahrung, wie Staub und Hautschuppen in Kontakt kommen

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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