Bei einer 25-jährigen Patientin wird ein Lungenfunktionstest durchgeführt (Symbolbild).
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Bei einem Lungenfunktionstest werden die Funktionen von Lunge und Atemwegen überprüft (Symbolbild).

Spirometrie und Ganzkörper-Plethysmografie

Lungenfunktionstest bei Allergie: Welche Werte sind schlecht und wie läuft ein Test ab?

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Allergiker leiden häufig unter Atemwegsproblemen. Bei immer wiederkehrender Atemnot hilft ein Lungenfunktionstest bei der Klärung der Frage, ob der Betroffene an Asthma erkrankt ist.

  • Bei einem Lungenfunktionstest wird die Funktion der Lunge und der Atemwege überprüft.
  • Es gibt verschiedene Formen des Lungenfunktionstests - meistens wird eine Spirometrie durchgeführt.
  • Unter- oder überschreiten die Messungen bestimmte Werte, kann das beispielsweise ein Hinweis auf Asthma sein.

Neuherberg – Treten Probleme der Atemwege auf, verordnet die Ärztin oder der Arzt einen Lungenfunktionstest. Dabei wird getestet, ob und wie stark die Funktion der Lunge und Atemwege von Betroffenen eingeschränkt ist und welche Krankheit als Ursache in Frage kommt. Auch bei Allergien oder allergischem Asthma kann ein Lungenfunktionstest Aufschluss über den Gesundheitszustand geben. Einige Tests können in Hausarztpraxen durchgeführt werden, für andere müssen Patienten zu spezialisierten Lungenexpertinnen oder -experten.

Lungenfunktionstest bei Allergien: Das steckt hinter dem Test

In der Lungenheilkunde, auch Pneumonologie genannt, zählt der Lungenfunktionstest zu den Basis-Untersuchungen zur Beurteilung der Lungenfunktion. Der Lungenfunktionstest ermöglicht es Ärztinnen und Ärzte die Atemwege auf mögliche Atemwegserkrankungen zu untersuchen und das Luftvolumen der Lunge zu testen. Weichen die gemessenen Werte von den Normalwerten ab, lässt das Rückschlüsse auf verschiedene Krankheiten zu. So kann ein Lungenfunktionstest Hinweise auf folgende Erkrankungen liefern:

Wichtig ist ein Lungenfunktionstest aber auch bei Symptomen wie starkem Husten, ungewöhnliche Atemgeräusche oder vor einer größeren Operation.

Lungenfunktionstest bei Allergien: Der kleine Lungenfunktionstest

Im Rahmen der Lungenfunktionstest gibt es zwei grundlegende Verfahren, die häufig zum Einsatz kommen. Zum einen der kleine Lungenfunktionstest, auch Spirometrie genannt, zum anderen der große Lungenfunktionstest, auch Ganzkörper-Plethysmografie genannt.

Bei der Spirometrie müssen Patienten in ein Mundstück atmen, das mit einem sogenannten Spirometer verbunden ist. Damit keine Luft durch die Nase entweichen kann, müssen sie eine Nasenklammer während des Tests tragen. Das Spirometer ist in der Lage, die ausgeatmete und eingeatmete Luftmenge zu messen. Zu Beginn atmen Patienten ruhig, im Laufe des Tests müssen sie auf Anweisung der Ärztin oder des Arztes tiefer und flacher aus- und einatmen. Eine Vorbereitung auf den kleinen Lungenfunktionstest braucht es seitens der Patienten nicht. Allerdings hängt die Qualität der Ergebnisses stark von ihrer Beteiligung ab. Daher wird die Spirometrie selten bei Kindern empfohlen.

Lungenfunktionstest bei Allergien: Auf diese Werte kommt es beim kleinen Lungenfunktionstest an

Bei der Diagnose achtet die Ärztin oder der Arzt vor allem auf die Vitalkapazität und die Einsekundenkapazität der Lunge. Laut dem Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrum München beschreibt die Vitalkapazität das Luftvolumen der Lunge, das Betroffene nach maximaler Einatmung maximal wieder ausatmen können. Ein normaler Richtwert bei ausgewachsenen Personen sind etwa drei bis fünf Liter. Ein wichtiger Krankheitsparameter ist der Wert zum Beispiel bei der Lungenfibrose, da durch die Erkrankung das Lungenvolumen abnimmt.

Die Einsekundenkapazität beschreibt die Luftmenge, die Betroffene nach maximalem Einatmen in einer Sekunde ausatmen können. Funktionieren die Bronchien nicht richtig, zum Beispiel aufgrund einer chronisch-entzündlichen Verengung bei Asthma, kann dies an den Ergebnissen der Einsekundenkapazität abgelesen werden.

Lungenfunktionstest bei Allergien: Der große Lungenfunktionstest

Der große Lungenfunktionstest beziehungsweise die Ganzkörper-Plethysmografie erzielt etwas genauere Ergebnisse, nimmt aber auch mehr Zeit in Anspruch. Dazu müssen Patientinnen und Patienten eine Fachpraxis aufsuchen, in der sie in einer luftdichten Kammer sitzen und durch ein Mundstück atmen müssen. In der Kammer können neben dem Lungenvolumen auch die Druckschwankungen, die beim Ein- und Ausatmen entstehen, gemessen werden. Der Wert gibt Aufschluss darüber, wie viel Luft in der Lunge nach dem Ausatmen zurückbleibt. Daneben misst die Ärztin oder der Arzt den Atemwegswiderstand – ist dieser zu hoch, deutet das auf verengte Bronchien, etwa bei Asthma oder COPD, hin. Diese Art der Untersuchung ist für Kinder geeigneter, da nur ruhig geatmet werden muss und die Ergebnisse weniger von der Kooperation der Betroffenen abhängen.

Lungenfunktionstest bei Allergien: Zusätzliche Lungenfunktionstests

Neben dem kleinen und dem großen Lungenfunktionstest gibt es noch weiterführende Tests. Darunter fallen zum Beispiel: 

  • Bronchospasmolyse
  • Diffusionskapazität
  • Bronchoprovokation
  • Ergo-Spirometrie

Bei der Bronchoprovokation müssen Allergikerinnen und Allergiker kleine Mengen bestimmter allergenhaltiger Stoffe einatmen. Stellen Ärztinnen und Ärzte eine Verschlechterung der Lungenfunktion fest, liegt eine Allergie auf diese Stoffe nahe. Die Ergebnisse der Bronchospasmolyse geben Auskunft darüber, ob jemand an Asthma, COPD oder einer chronischen Bronchitis leidet. Für die Abgrenzung müssen Patientinnen und Patienten Mittel einnehmen, die die Bronchien erweitern. Auf diese Weise ist eine Diagnosestellung durch einen Facharzt möglich.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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