Ein Mädchen mit lila T-Shirt kratzt sich am Arm (Symbolbild).
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Beschwerden wie plötzlich auftretender Juckreiz, Brennen und Hautausschlag können auf eine Kontaktallergie hindeuten (Symbolbild).

Allergiediagnostik

Kontaktallergie bei Kindern: Warum die Diagnose häufig einer Detektivarbeit ähnelt

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Kinder fassen gerne vieles an und merken sich oft nicht, mit was sie alles Kontakt hatten. Das macht die Suche nach den Ursachen allergische Reaktionen nicht einfacher.

Köln – Leiden Kinder plötzlich unter Hautrötungen, Schwellungen, Bläschen, Brennen oder Juckreiz, kann eine Kontaktallergie dahinterstecken. Als häufige Auslöser sind nach Angaben des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) unter anderem Nickel, Kobalt und Formaldehyd bekannt.

Kontaktallergie beim Kind: Ein Allergietest schafft Klarheit

Die Experten des BVKJ raten Eltern, einen Allergie-Verdacht beim Kind stets medizinisch abklären zu lassen. Dazu kann der Arzt einen sogenannten Epikutantest (auch Patch-Test) durchführen. Bei dieser Form des Hauttests wird der vermutete Allergieauslöser (Allergen) mithilfe spezieller Pflaster auf die Haut aufgetragen. Da sich Kontaktallergien häufig erst nach einigen Stunden bis mehreren Tagen manifestieren, bleibt das Pflaster 24 bis 48 Stunden auf der Haut haften, bis eine allergische Hautreaktion abgelesen werden kann.

Insbesondere bei Kindern mit Neurodermitis oder Schuppenflechte sei es wichtig, eine mögliche Kontaktallergie zu erkennen. Neben genetischen und immunologischen Faktoren spielen Umwelteinflüsse als sogenannte Triggefaktoren bei diesen entzündlichen Hauterkrankungen eine wichtige Rolle, da sie zu zusätzlichen Reizungen und Komplikationen führen können.

Kontaktallergie beim Kind: Oft stammen reizende Substanzen aus der direkten Umgebung

Ein Allergietest allein kann jedoch nur Hinweise auf ein allergisches Geschehen im Körper, nicht aber Aussagen über die Schwere der Symptome liefern. So kann der Körper auf bestimmte Substanzen sensibilisiert sein (er reagiert mit der Bildung von Antikörpern), ohne dass es zu Beschwerden kommt. Ob tatsächlich eine Allergie besteht, lässt sich oft erst im Gespräch zwischen Arzt und Patient (Anamnese) herausfinden.

Bei Kindern gleiche die Suche nach der Ursache einer allergischen Reaktion oft einer Detektivarbeit, so der Fachverband. Während Erwachsene in der Regel wüssten, womit sie in Kontakt kommen, sei das bei Kindern kaum der Fall. Dazu kommt, dass die Kleinen sehr viele Dinge greifen und berühren. Gelegentlich stammten die reizenden Substanzen aus der direkten Umgebung der Kinder und steckten beispielsweise in Haarfärbemitteln der Eltern.

Eltern können die Arbeit der Ärzte unterstützen, indem sie ein Symptom-Tagebuch für ihr Kind führen. Darin sollte möglichst alles notiert werden, was mit der Haut des Kindes in Kontakt gekommen ist (auch Kosmetik, Kleidung), was es in den Mund genommen hat und was es eingeatmet hat. Ebenso sollten alle auftretenden Beschwerden, ihre Stärke und zeitliche Dauer festgehalten werden.

Kontaktallergie beim Kind: Häufige Allergieauslöser

Häufige Auslöser einer Kontaktallergie sind:

  • Duftstoffe (z.B. Linalool)
  • Nickel
  • Kobalt
  • Gerbstoffe für Lederwaren (z.B. Chromsalze)
  • Inhaltsstoffe von Waschmitteln (z.B. Weichmacher, Duftstoffe)
  • Pflaster (Klebstoffe)
  • Pflanzen (z.B. Kamille, Beifuß, Arnika)
  • Naturlatex
  • Kleidung
  • Ätherische Öle
  • Konservierungsstoffe

Der Duftstoff Linalool, der durch den Kontakt mit Luft zu Hautreizungen führen kann, findet sich den Experten zufolge häufig in Kosmetikprodukten. Kobalt wiederum kann in Lederprodukten verarbeitet sein, während sich Formaldehyd zum Beispiel in Holzverklebungen oder Desinfektionsmitteln finden lässt. Nickel kann etwa in Modeschmuck enthalten sein. (Mit Material der dpa)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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