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Allergiediagnose: Wird der Nasenabstrich in Zukunft Bluttests und Hauttests ersetzen?

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein Laborant mit führt einen Abstrichtupfer in eine Plastikhülle ein (Symbolbild).
Forscher aus München konnten im Nasensekret von Allergikern IgE-Antikörper in hoher Konzentration nachweisen (Symbolbild). © Michael Weber IMAGEPOWER/www.imago-images.de

Münchner Forscher haben ausreichend Allergie-Antikörper für eine Allergie-Diagnose im Nasensekret von Probanden messen können. Damit könnten unangenehme Bluttests und Hauttests bald der Vergangenheit angehören.

München – Hauttests und Blutuntersuchungen zur Diagnose einer Allergie sind häufig unangenehm. Beim Hauttest kann es zu allergischen Hautreaktionen wie Juckreiz, Quaddelbildung und Rötungen kommen - beim Bluttest muss der Arzt Blut aus der Armvene entnehmen. Besonders für Kinder ist das oft ein Problem. Ein Forscher-Team aus München konnte nun im Nasensekret von Heuschnupfen-Patienten ausreichend Allergie-Antikörper für eine Diagnose messen und hat damit möglicherweise eine sanfte Alternative zu den gängigen Diagnose-Methoden gefunden.

Allergiediagnose durch Nasenabstrich: So sind sind die Wissenschaftler vorgegangen

Verstopfte Nase, Juckreiz und Niesattacken – bei 15 Prozent der Erwachsenen wird im Laufe ihres Lebens Heuschnupfen oder eine andere Form der allergischen Rhinitis festgestellt. Die Diagnose erfolgt bisher meist durch Blut- oder Pricktest. Ein Forscher-Team des Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München untersuchte nun in einer Studie eine alternative Diagnosemöglichkeit. Dazu untersuchten die Wissenschaftler das Nasensekret von Probanden mit einer speziellen Messmethode, die ursprünglich zur Untersuchung von Blut entwickelt wurde. Mit dieser Biochip-Technologie kann die Konzentration von Antikörpern gegen 112 Allergene gleichzeitig bestimmt werden. IgE-Antikörper spielen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung bestimmter allergischer Reaktionen, wie allergischer Rhinitis und allergischem Asthma.

Mit dieser molekularen Diagnosetechnologie analysierten die Wissenschaftler die Konzentration von IgE-Antikörpern im Blut sowie im Nasensekret der Studienteilnehmer. Diese setzten sich aus Probanden mit und ohne Sensibilisierung gegen Inhalationsallergene zusammen. Die wichtigsten Allergen aus der Luft sind:

Allergiediagnose durch Nasenabstrich: Ergebnisse zeigen Antikörper im Nasensekret

Die Untersuchungen zeigten: Sowohl die Blutprobe, als auch das Nasensekret liefern mit der Messmethode ähnliche Ergebnisse. Die Forscher konnten in beiden Proben ausreichend IgE-Antikörper für alle untersuchten Allergene nachweisen. Während vorangegangene Studien bereits einen Zusammenhang zwischen dem Nachweis von Antikörpern im Blut und im Nasensekret für einzelne Inhalationsallergen gezeigt hatten, konnten die Forscher nun den Zusammenhang für verschiedene Luft-Allergene nachweisen.

Allergiediagnose durch Nasenabstrich: Sanfte Alternative zu Haut- und Bluttests?

Damit könnte der Nasenabstrich in Zukunft als neue, sanftere Alternative zu gängigen Diagnose-Verfahren eingesetzt werden. Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin an der TUM und Direktorin des Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München erklärt in einer Pressemitteilung der TUM: „Ein großer Vorteil der Allergiediagnose mit dem Nasensekret ist, dass sie sich im Gegensatz zum Blut- oder Pricktest gut für kleine Kinder eignet. Bei ihnen ist eine Therapie in Form einer Hyposensibilisierung besonders wichtig, da sich im Kindesalter aus einer allergischen Rhinitis ein allergisches Asthma entwickeln kann“. Zudem, so die Hoffnung der Autoren, könnten mit dieser Methode künftig auch spezifische IgE-Antikörper nachgewiesen werden, die im Blut nicht messbar sind.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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