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Sensible Babyhaut: Hautveränderungen bei Kleinkindern erkennen und richtig behandeln

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Laura Knops

Ein Baby liegt auf dem Rücken (Symbolbild).
Hautveränderungen bei Kleinkindern sind selten bedingt durch eine Krankheit (Symbolbild). © imago images / Cavan Images

Neugeborene und Kleinkinder leiden oft unter Ausschlägen, Rötungen und Veränderungen auf der Haut. In den meisten Fällen sind die Hauterscheinungen jedoch harmlos.

Bonn – Nur langsam gewöhnt sich die Haut von Neugeborenen an die Umwelt. Nicht selten leiden die Babys in dieser Zeit unter Irritationen der Haut. So können Bakterien und Pilze aber auch eine hormonelle Umstellung nach der Geburt zu plötzlichen Hautveränderungen führen. Doch Rötungen, Ausschlag, Pickelchen und Flecken auf der kindlichen Haut sorgen viele Eltern. Vor allem in den ersten Lebensmonaten sind Hautveränderungen allerdings nichts Ungewöhnliches und in der Regel kein Anlass zur Sorge.

Empfindliche Babyhaut: Hautveränderungen bei Kleinkindern erkennen und behandeln

Hautveränderungen wie kleine Pickel, Hautausschläge, bräunliche Flecken und raue Stellen können bei manchen Babys bereits kurz nach der Geburt auftreten. Diese sind laut der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) jedoch in der Regel harmlos: meist stecken Entwicklungs- und Umstellungsprozesse dahinter, mithilfe derer sich der kindliche Körper an die neue Umgebung gewöhnt. Zudem verschwinden die Hauterscheinungen häufig nach wenigen Wochen wieder von selbst.

1. Empfindliche Babyhaut: Säuglingsakne oder Neugeborenen Akne

Die Säuglings- oder Neugeborenen-Akne entwickelt sich bei Kleinkindern bereits in den ersten Wochen nach der Geburt. Obwohl die Symptome auf eine hormonelle Umstellung nach der Geburt zurückzuführen sind, erkranken neugeborene Jungen deutlich häufiger als Mädchen. Zu den typische Anzeichen der Säuglings-Akne zählen Mitesser auf Wangen, Stirn und Kinn, die sich nach und nach entzünden können. Ist die Akne besonders stark ausgeprägt, steckt meist eine Hefepilzinfektion dahinter. Obwohl Mikroorganismen wie Hefepilze natürlicherweise auf der Haut vorkommen, sind sie in der Regel nicht schädlich. Erst auf der strapazierten Haut vermehren sie sich unkontrolliert und sorgen so für wunde Stellen und Hautausschlag*.

Da die Akne bei den meisten Neugeborenen keine Beschwerden verursacht, müssen die Hautreizungen in der Regel nicht behandelt werden. Um die Haut nicht zu strapazieren, können Eltern jedoch auf fetthaltige Gesichtspflege verzichten. Heilen die Hautveränderungen nach drei bis sechs Monaten nicht ab, oder leidet ein Kind unter einer besonders schweren Form der Säuglings-Akne kann der Kinderarzt zudem ein entzündungshemmendes Mittel verschreiben.

2. Empfindliche Babyhaut: Milchschorf

Die schuppenden, entzündeten Stellen mit gelblicher Kruste ähneln ein wenig an verbrannte Milch - und werden daher umgangssprachlich Milchschorf genannt. Milchschorf tritt bevorzugt auf der Kopfhaut, aber auch auf Wangen und den Augenbrauen auf. Betroffene Kinder leiden meist stark unter einem heftigen Juckreiz. Ständiges kratzen, reizt die schon empfindliche Haut zusätzlich.

Meist entsteht der Milchschorf erst um den dritten Lebensmonat, verschwindet in der Regel im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren wieder von selbst. Allerdings kann es sich nach Angaben der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) bei Milchschorf auch um ein erstes Anzeichen für Neurodermitis handeln. Eltern sollten die Symptome daher unbedingt ernst nehmen und beobachten. Da es bisher keine gezielte Therapie gegen Milchschorf gibt, können lediglich die Symptome gelindert und Folgeerkrankungen verhindert werden. Rückfettende Cremes pflegen die strapazierte Haut. Ist die Haut großflächig betroffen und aufgekratzt, kann der Kinderarzt zudem eine Kortisonsalbe zur Linderung verordnen.

3. Empfindliche Babyhaut: Neurodermitis

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis, ist eine schubweise verlaufende Hauterkrankung, bei der Betroffene unter quälendem Juckreiz und Entzündungen der Haut leiden. Bereits Neugeborene und Kleinkinder können an Neurodermitis erkranken*. Erste Anzeichen der Hautkrankheit sind dabei neben dem oben genannten Milchschorf auch Lutsch- oder Saugekzeme, welche sich durch Rötungen, nässende Stellen und Krusten rund um den Mund bemerkbar machen. Häufig verschlimmern sich die Entzündungen zudem durch den Speichelfluss beim Saugen.

Während bei manchen Kindern die Beschwerden im Laufe der Zeit abnehmen oder sogar ganz verschwinden, bleiben die Symptome bei vielen Betroffenen bis ins Erwachsenenalter bestehen. Starker Juckreiz, trockene Haut und entzündete Hautstellen sind bei Kindern typische Anzeichen von Neurodermitis. Durch ständiges Kratzen entstehen kleine Verletzungen, in die Bakterien und andere Keime eindringen. Die gereizte Haut ist anfälliger für Infektionen. Die richtige Feuchtigkeitspflege verhindert, dass die Haut zu sehr austrocknet und Risse entstehen. Regelmäßiges Eincremen sorgt dafür, dass der Feuchtigkeitsgehalt der Haut verbessert wird. 

4. Empfindliche Babyhaut: Neurgeborenen-Ekzem

Ekzeme bei Babys sind keine Seltenheit. So entwickelt laut der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) rund jedes zweite Neugeborene eine harmlose Hautirritation. Bereits 12 bis 48 Stunden nach der Geburt kann der Ausschlag auftreten. Meist macht sich das Neugeborenen-Ekzem, in Fachkreisen auch Neugeborenenexanthem genannt, durch rote Flecken - später durch kleine Pusteln und Bläschen - im Bereich des Oberkörpers, aber auch im Gesicht oder auf Armen und Beinen bemerkbar. Diese sind in der Regel nicht schmerzhaft. Experten vermuten hinter den Beschwerden eine kurzfristige Immunreaktion. Da die Symptome jedoch meist innerhalb von vier Wochen von selbst wieder verschwinden, ist eine Behandlung meist nicht notwendig.

5. Empfindliche Babyhaut: Blutschwämmchen

Bei vielen Babys und Neugeborene treten vor allem in den ersten Wochen rötliche Hautmale auf. Zu erkennen sind die sogenannten Blutschwämmchen (Hämangiom) an ihrer meist hellroten bis bläulichen Farbe. Bei den Hauterscheinungen handelt es sich um gutartige Wucherungen der erweiterten Blutgefäße, welche jedoch harmlos sind. So verursachen die Male keinerlei Beschwerden. Bei den meisten Kindern verblassen oder verschwinden die Hautveränderungen zudem bis zum 5. Lebensjahr vollständig. *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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