Zwei Hände sind im Bild zu sehen, eine Hand streicht mit der Brennnessel über den Handrücken der anderen (Symbolfoto).
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Nach dem Kontakt mit Brennnesseln bilden sich schmerzhafte Quaddeln (Symbolfoto)

Brennnessel-Allergie

Brennnessel und Allergien: Warum Allergiker von der reizenden Heilpflanze profitieren können

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Jeder, der schon mal eine Brennnessel berührt hat, kennt Quaddeln. Die erbsengroßen Schwellungen zeigen sich in blasser Färbung, während die umgebende Haut gerötet ist. Das ist ein normal und noch keine allergische Reaktion. Allergiker können sogar von der Pflanze profitieren.

Mönchengladbach – Eigentlich ist die Brennnessel hauptsächlich wegen ihrer schmerzhaften Eigenschaften bekannt. Schuld daran sind die haarigen Blätter und Stängel der Pflanze: Werden die Köpfchen der Härchen gebrochen, geben sie eine Flüssigkeit ab. Diese reizende Substanz bestehend aus Histamin, Ameisensäure, Acetylcholin, Natriumformiat und Serotonin. Das Gemisch kann sehr schmerzen und neben Quaddeln auch zu Rötungen und starkem Brennen auf der Haut führen. Die Intensität des Schmerzes und des Ausschlags kann jedoch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.

Brennnesseln und Allergien: Positiver Effekt ist möglich

Wegen der Reaktion auf die Haut werden Quaddeln auch als Urtica bezeichnet: das lateinische Wort für Brennnessel. Sie blühen von Mitte April bis November hinein, die Hauptsaison ist von Mitte Juni bis Ende August. Da sich die Pollen der Pflanze über den Wind verbreiten, können Brennnesseln durchaus auch Allergien auslösen. Da Brennnessel als Allergieauslöser aber sehr unwahrscheinlich sind, ist die Pflanze allergisch kaum relevant.

Diese Symptome können auftreten, wenn Brennnesseln in seltenen Fällen eine Allergie auslösen:

  • Haut: Ausschlag
  • Augen: tränende, juckende und/ oder gerötete Augen

    Ohren: Otitis, Ohrenentzündung, Ohrenjucken
  • Nase: Allergischer Schnupfen, Rhinitis, Jucken der Nase, Laufende Nase, Naselaufen, Dauerschnupfen
    Niesanfälle, Chronisch verstopfte Nase
  • Hals: Reizung der Atemwege, Schluckbeschwerden, Keuchen,
  • Organismus: Schwindel oder Ohnmacht, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Puls, Engegefühl in der Brust, starke und schnelle Schwellung im Gesicht, im Mund oder im Hals oder unter der Haut, Verlust der Koordination, Zittern, Muskelschwäche oder Magenschmerzen

Tatsächlich kann die Brennnessel sogar einen positiven Einfluss auf bestimmte Allergien haben. Da Brennnesseln jede Menge Histamin enthalten, kann ein regelmäßiger Verzehr oder Kontakt dazu führen, dass sich der Organismus an bestimmte Mengen des Botenstoffs gewöhnt. Wird das körpereigene Histamin blockiert, kann das Allergologen zufolge dabei helfen, Heuschnupfen-Symptome zu lindern.

Brennnesseln gelten außerdem als heimisches Superfood: Sie wirken bakterienhemmend und enthalten sehr viel Vitamin C. Aber auch Eisen, Magnesium und Kalium sind enthalten. Zudem ist die Brennnessel auch noch sehr eiweißreich. Bei manchen kommt sie daher häufig als Salat oder Gemüse zubereitet auf den Tisch.

Brennnesseln und Allergien: So wird das Superfood ungefährlich

Angst vor einer schmerzhaften Erfahrung im Mund muss übrigens niemand haben, wenn die Brennnessel vorher korrekt behandelt wird. Und so geht‘s: Einmal mit einem Nudelholz über die Nesseln drüberwalzen oder sie in warmes Wasser legen, gut in ein Tuch einpacken und feste auswringen. Durch diese Behandlungen brechen die Härchen und die Flüssigkeit tritt aus. Brennnessel wird übrigens auch gerne zum Entschlacken und Entgiften eingesetzt und stärkt das Immunsystem.*

Tipps, wenn es nach der Berührung von Brennnesseln doch zu fiesen Quaddeln an den Händen und Armen kommt:

  • Abwaschen: So schnell wie möglich kaltes Wasser drauf
  • oder: wenigstens die betroffene Stelle mit einem Tuch abreiben
  • Kühlen: Die betroffene Hautpartie kühlen, entweder mit Wasser, Eis oder Aloe Vera Gel. Das hilft gegen das Brennen.

Bei einer echten Pollenallergie auf Brennnessel muss der Kontakt mit den Pflanzen allergings vermieden werden. Im akuten Fall können nach Angeben des Deutschen Allergie und Asthmabundes (DAAB) bei einer Reaktion auf Brennnessel-Pollen auch Antihistaminika eingesetzt werden.

Als Therapie wird bisweilen auch eine Desensibilisierung (Immuntherapie) durchgeführt. Dabei werden den Betroffenen über einen längeren Zeitraum vom Arzt Allergene unter die Haut gespritzt. Der Körper und sein Immunsystem sind so besser in der Lage, sich an das Allergen zu gewöhnen.

Brennnesseln und Allergien: Meiden oder resistent werden

Menschen, die häufig mit Brennnesseln in Kontakt gekommen sind und diverse Quaddel-Qualen davon getragen haben, können mit der Zeit resistent werden. Man könnte sich also mit viel Körpereinsatz gegen die Brennhärchen der Brennnesseln abhärten. Mit der Zeit könnte der Umgang mit der Pflanze so schmerzfrei werden. Eine noch simplere Methode wäre jedoch: Immer Handschuhe tragen beim Brennnessel-Kontakt. Ansonsten: Einfach Finger weg! *24garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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