Nahaufnahme einer älteren Dame mit blauen Augen, die sich an ihr Brillengestell greift (Symbolbild).
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Wer von einer Nickelallergie betroffen ist, sollte beim Brillenkauf auf nickelfreie Gestelle achten. Sonst kann es zu Ekzemen kommen (Symbolbild).

Brillen-Ekzem

Kontaktallergie auf Nickel: Wenn die Brille eine allergische Reaktion auslöst

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Bei einem „Brillen-Ekzem“ reagieren Betroffene auf bestimmte Stoffe in der Brillenfassung mit entzündlichen Hautveränderungen. Welche Symptome für die Kontaktallergie sprechen und welche Materialien für Allergiker geeignet sind.

München – Kommt es durch das Tragen einer Brille zu Beschwerden wie Rötungen, Brennen und Juckreiz im Gesicht, steckt vermutlich eine Kontaktallergie dahinter. Meist handelt es sich dabei um eine Nickelallergie, aber auch allergische Reaktionen auf Chrom, Kupfer oder andere Materialien wie Farb- und Kunststoffe im Brillengestell können die Auslöser sein. Betroffene sollten beim Dermatologen abklären, um welche Allergie es sich handelt und auf allergikerfreundliche Fassungen umsteigen.

Brillen-Ekzeme: Was steckt hinter den entzündlichen Hauterscheinungen?

Bei einer allergischen Reaktion auf die Brille handelt es sich um eine Kontaktallergie. Dabei reagiert die Haut auf den Kontakt mit dem Allergieauslöser (Allergen) mit entzündlichen Veränderungen. Zu den häufigsten Kontaktallergenen in Brillenfassungen zählen Nickel, Chrom und Kupfer, aber auch bestimmte Farb- und Kunststoffe. Kontaktallergien sind nach Angaben des Allergieinformationsdienstes des Helmholtz Zentrum München meist Allergien vom Spättyp, das heißt Allergie-Symptome treten erst 12 bis 72 Stunden nach dem Allergenkontakt auf. Anders als bei Allergien vom Soforttyp bildet das Immunsystem auch keine spezifischen Antikörper gegen die Substanz. Stattdessen spezialisieren sich bestimmte Immunzellen, die T-Zellen, gegen den Allergieauslöser. (Hauterkrankungen: Allergischen Reaktionen durch Mund- und Nasenschutz vorbeugen)

Brillen-Ekzeme: Diese Symptome sprechen für eine allergische Reaktion auf das Brillengestell

Meist kommt es durch das Brillengestell zur sogenannten Kontaktdermatitis. Die entzündliche Hautreaktion zeigt sich durch Symptome wie:

  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Brennen
  • Pusteln, Blasen, trockene Krusten

Häufig machen sich die Beschwerden vor allem an den Auflagestellen der Brille, wie dem Nasenrücken, den Schläfen und den Ohren bemerkbar. Bei besonders empfindlicher Haut können auch Irritationen im Bereich der Augen und auf den Augenlidern auftreten.

Brillen-Ekzeme: Diese Materialien sind für Allergiker geeignet

Bevor sich Allergiker auf die Suche nach einer neuen Brillenfassung machen, sollten sie beim Allergologen abklären, um welche Allergie es sich bei den Kontakt-Ekzemen handelt. Dazu werden beim sogenannte Epikutantest Allergen-Testlösungen mit speziellen Pflastern auf die Haut aufgebracht und die Hautreaktion nach Entfernen des Pflasters (nach 24 bis 48 Stunden) überprüft. Eine zweite Kontrolle erfolgt ein bis zwei Tage nach Abnahme des Pflasters. Zeigen sich Rötungen, Juckreiz und Quaddeln spricht das für eine Sensibilisierung und bei bestehenden Allergie-Symptomen für eine Kontaktallergie.

Steht der Allergieauslöser fest, sollten Betroffene das Allergen möglichst meiden (Allergenkarenz). Häufig steckt etwa Nickel in Brillenfassungen aus Edelstahl, Titanlegierungen und vergoldeten Brillengestellen. Nickelallergiker sollten hier entweder auf eine entsprechende Allergiebeschichtung achten oder Brillenfassungen wählen, die völlig frei von Nickel sind. Hier eignen sich etwa Brillenfassungen aus Naturmaterialien wie Holz oder Horn. Auch Kunststofffassungen können eine Alternative sein. Allerdings können sich in ihnen reizende Weichmacher, Antioxidationsstoffe und Farbstoffe verbergen. Außerdem bestehen auch hier kleineste Teile der Brille aus Metall. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich bei der Suche nach einer Brillenfassung von einem Optiker beraten lassen. (Nickelallergie: Ist eine nickelarme Diät bei der Kontaktallergie sinnvoll?)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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