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Auslöser bei Neurodermitis: Die 5 häufigsten Provokationsfaktoren

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Von: Laura Knops

Eine Mutter beugt sich über ihr weinendes Baby (Symbolbild).
Besonders Babys und Kleinkindern leiden häufig an Neurodermitis (Symbolbild). © imago images / Westend61

Verschiedene Faktoren können einen Neurodermitis-Schub auslösen oder verschlimmern. Welche Trigger die geplagte Haut reizen und wie sich diese auf die Diagnose und Behandlung auswirken.

Bonn – Die Haut ist gerötet, rissig und juckt: Schon Babys und Säuglinge leiden häufig an Neurodermitis. Die chronisch entzündliche Hautkrankheit gehört zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen bei Kleinkindern. Doch auch Erwachsene leiden unter den quälenden Beschwerden*. So sind in Deutschland nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) rund 2 Millionen Kinder und 2,5 Millionen Erwachsene von den juckenden Hautrötungen betroffen. Neben der genetischen Veranlagung, Neurodermitis zu entwickeln, beeinflussen verschiedene äußere Faktoren das Auftreten und den Verlauf der Hautkrankheit. Häufig sind die Auslöser von Patient zu Patient verschieden. Trotzdem lassen sich verschiedene Trigger identifizieren, die einen direkten Einfluss auf das Krankheitsgeschehen haben.

1. Auslöser bei Neurodermitis: Allergene

Viele Neurodermitiker leiden nicht nur unter der Hautkrankheit, sondern haben auch mit allergischen Erkrankungen wie allergischem Asthma, Heuschnupfen oder einer Nahrungsmittelallergie zu kämpfen. Schuld daran ist eine übermäßige Reaktion des Immunsystems. Dabei bildet der Körper Antikörper (Immunglobuline E) gegen eigentlich harmlose Substanzen in der Umwelt, welche wiederum Entzündungsprozesse in der Haut verursachen.

Typische Auslöser der allergiebedingten Neurodermitis sind Allergene wie Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel. Vor allem bei einer allergisch bedingten Neurodermitis, ist die Allergenkarenz enorm wichtig. Steht die Hautkrankheit beispielsweise in Zusammenhang mit einer Nahrungsmittelallergie, ist eine Ernährungsumstellung sinnvoll.

2. Auslöser bei Neurodermitis: Übermäßige und falsche Hautpflege

Neben der Vermeidung der Auslöser ist ebenso eine kontinuierliche Hautpflege wichtig. Neurodermitis-Patienten sollten dazu der Haut mehrmals täglich mit einer reichhaltigen, rückfettenden Creme behandeln. Diese muss allerdings unbedingt auf die speziellen Bedürfnisse der Haut abgestimmt sein. So kann eine falsche Hautpflege mit nicht geeigneten Kosmetikprodukten die Haut unnötig schädigen und reizen.

Betroffene sollten laut der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) daher Pflegeprodukte vermeiden, deren Inhaltsstoffe häufig allergische Reaktionen auslösen. Dazu zählen insbesondere Duft- und Konservierungsstoffe. Auch eine übertriebene Hauthygiene kann die Haut schädigen. So entziehen ausgiebiges Baden oder Duschen zu häufiges Waschen mit heißem Wasser sowie übermäßige Verwendung von Seife der Haut, Fett und Feuchtigkeit.

3. Auslöser bei Neurodermitis: Infektionen und Entzündungen der Haut

Menschen, die an Neurodermitis erkranken, leiden unter einem starken Juckreiz, welcher meist in Schüben auftritt. Das quälende Hautjucken ist häufig so stark, dass sich besonders Kinder durch ständiges Kratzen Linderung erhoffen.

Es kommt zu:

Ist die Hautbarriere sehr geschädigt, haben Viren, Pilze und Bakterien leichtes Spiel in die oberen Hautschichten einzudringen. Die Krankheitserreger schwächen das Immunsystem und können so Entzündungen der Haut verstärken.

4. Auslöser bei Neurodermitis: Klima und Jahreszeit

Auch das Klima und die Jahreszeit beeinflussen die Beschaffenheit der Haut. Viele Neurodermitis-Patienten leiden daher besonders im Winter unter trockener Haut, Ausschlägen und Juckreiz. So reizen Kälte und warme Heizungsluft die Haut zusätzlich. Doch auch warme Temperaturen und eine geringe Luftfeuchtigkeit wirken sich auf den Krankheitsverlauf aus.

Grund dafür: Wird die Haut durch extreme Wetterlagen oder -wechsel gereizt, verliert sie an Feuchtigkeit. Dadurch wird wiederum die Hautbarriere geschädigt. Schon kleinste Reize oder Infektionen können bei Neurodermitikern so zu unangenehmen Hautausschlägen und Ekzemen führen.

5. Auslöser bei Neurodermitis: Psychische Belastung und Stress

Neben äußerlichen und körperlichen Faktoren scheint auch die Psyche einen Einfluss auf die Symptome bei Neurodermitis zu haben. So können psychische Belastung und dauerhafter Stress, aber auch Vorfreude bei Neurodermitikern zu einem akuten Krankheitsschub führen. Experten gehen zudem davon aus, dass neben einer gestörten Hautbarriere und einem überempfindlichen Immunsystem psychoneurogene Entzündungen maßgeblich an der Entstehung der Neurodermitis beteiligt sind. Wie sehr Psyche und Haut miteinander verbunden sind, wissen viele Patienten nur zu gut. Denn verschlechtert sich das Hautbild, leidet meist auch die Seele darunter. Frust, Stress und Aufregung wirken sich wiederum negativ auf die Haut aus. *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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