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Hauthygiene: Wie viel Duschen ist eigentlich noch gesund?

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Von: Jasmina Deshmeh

Rückansicht einer jungen Frau mit dunklen Haaren, die unter der Dusche Wasser über ihren Rücken laufen lässt (Symbolbild).
Duschen ist für viele Menschen ein tägliches Ritual - Stress für die Haut? (Symbolbild). © Panthermedia/imago-images

Viele Menschen springen täglich unter die Dusche. Doch was bedeutet häufiges Waschen eigentlich für unsere Haut? Und wann wird es zu viel mit der Hygiene? 

Bonn – Viele Menschen duschen täglich. Für gesunde Haut ist das verkraftbar, auch wenn Duschen jedes Mal ihren natürlichen Säureschutzmantel angreift. Duschgel und Wasser spülen also nicht nur Schmutz, Schweiß und Keime von der Haut, sondern auch wertvolle körpereigene Fette und Mineralstoffe, die eigentlich eine wichtige Funktion erfüllen. Wer zu häufig duscht, läuft deshalb Gefahr, seine Haut auszutrocknen und riskiert Rötungen, Juckreiz und Ekzeme.

Schonende Hauthygiene: Worauf man beim Duschen achten sollte

Viele Menschen brauchen die Dusche am Morgen, um richtig wach zu werden, oder abends, um vor dem Schlafengehen zu entspannen.* Würde man seine Haut fragen, wäre diese wohl auch mit zweimal duschen pro Woche zufrieden. Davon ausgenommen sind Gesicht, Intimbereich und Achselhöhlen, die häufiger mit Waschlappen, Wasser und einer milden Seife gereinigt werden sollten. Für den Intimbereich reicht warmes Wasser.

Ist die Haut gesund, spricht nichts gegen tägliches Duschen. Vorausgesetzt man übertreibt es nicht mit aggressiven Hygieneprodukten. Besser eignen sich Duschgele mit niedrigem pH-Wert, die frei von Duftstoffen und anderen reizenden Substanzen sind, rät das Verbrauchermagazin Öko-Test. In zertifizierter Naturkosmetik sind viele dieser Substanzen verboten. Das Duschen möglichst kurz zu halten (maximal zehn Minuten) und die Wassertemperatur nicht zu hoch zu drehen (hier gilt je kühler, desto besser) schont die Haut ebenfalls.

Etwas andere Regeln gelten bei Sportlern, die viel schwitzen. Für sie ist regelmäßiges Duschen sogar wichtig, um zu verhindern, dass die Haut durch den Schweiß wund wird.

Schonende Hauthygiene: Sparsam mit Duschgel und Seife sein

Auch bei der Menge des Duschgels übertreiben es die meisten Menschen eher. Dabei muss gesunde Haut nicht von oben bis unten eingeseift werden. Im Gegenteil: Es reicht, sich auf Körperstellen, die viel Fett, Schweiß oder Gerüche produzieren, zu beschränken. Hautareale, an denen die Haut eher trocken ist wie Arme, Beine und Bauch lassen sich auch mit klarem Wasser abspülen. Bei allen anderen Körperpartien gilt: Weniger ist mehr. Das schont übrigens nicht nur die Haut. Da die meisten Duschgele in Plastikverpackungen verkauft werden, freut sich auch die Umwelt.

Auch bei der Haarwäsche gilt die Regel: Bei normaler Kopfhaut reicht zweimal pro Woche! Wer fettige Haare hat, sollte diese maximal alle zwei Tage mit einem milden Shampoo waschen. Denn Shampoo wirkt stark entfettend und bringt die Talgproduktion und den Feuchtigkeitsgehalt der Kopfhaut durcheinander. Wer die Haare zu oft wäscht, riskiert eine trockene Kopfhaut und Schuppen.

Schonenden Hauthygiene: Was tun bei Neurodermitis und trockener Haut?

Normalerweise schützt eine natürliche Barriere aus Hornzellen und Fetten die Haut vor äußeren Einflüssen. Bei trockener und zu Neurodermitis neigender Haut ist diese Barriere geschädigt, es kommt zu kleinen Rissen, Rötungen und Juckreiz. In der Folge haben Reizstoffe wie Erreger und Allergene leichtes Spiel in die Haut einzudringen, Entzündungen entstehen. Eine allzu intensive Körperhygiene würde die bereits angegriffene Haut weiter strapazieren und die Schutzfunktion der Haut noch mehr schädigen. Bei trockener Haut gilt deshalb umso mehr: Auf schonendes Waschen und eine anschließende Pflege achten!

Wer die richtigen Produkte wählt und beim Duschen einiges beachtet, kann aber auch bei trockener Haut täglich duschen, informiert die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA). Wichtig ist dabei:

Schäumende Produkte sind eher ungeeignet, eine gute Wahl sind dagegen rückfettende Duschgele und -öle. Von Shampoo zur Körperreinigung raten die Experten vor allem bei trockener Haut ab. Die darin enthaltenen waschaktiven Tenside wirken zu stark entfettend. Bei besonders empfindlicher Haut ist es deshalb sinnvoll, das Shampoo beim Haarewaschen nicht über den Körper laufen zu lassen und das Wasser beim Einschäumen auszustellen. Wird der Schaum nicht direkt vom Körper gespült, greifen die meisten Menschen erfahrungsgemäß zu weniger Duschgel.

Nach dem Duschen darf eine Pflegelotion bei trockener Haut nicht fehlen. Am besten die noch leicht warme und feuchte Haut eincremen und dabei eine reichhaltige Wasser-in-Öl-Emulsion mit pflanzlichen Ölen wie Sheabutter oder Mandelöl verwenden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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