Ein dunkelhaariger Mann mit hochgekrempelten Ärmeln kratzt sich am linken Unterarm (Symbolbild).
+
Für Millionen Menschen ist der Frühling eine schwierige Zeit. Pollen bereiten nicht nur den Atemwegen Problemen, sondern häufig auch der Haut (Symbolbild).

Neurodermitis

Hautschutz im Frühling: Pollen können schmerzhafte Ekzeme auslösen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
    schließen

Damit sich auch Menschen mit Neurodermitis über das milde Frühlingswetter freuen können, sollten sie auf eine gut abgestimmte Basispflege der Haut achten. Sie schützt vor Pollenallergene, die Ekzemschübe auslösen können.

Bonn – Wenn die Temperaturen steigen und die ersten kräftigen Sonnenstrahlen des Jahres rauskommen, zieht es viele nach draußen. Doch nicht alle können den einsetzenden Frühling genießen. Für Millionen von Menschen ist diese Jahreszeit vor allem eines: eine beschwerliche Zeit. Denn viele Pflanzen wie Birken setzen jetzt ihre Pollen frei und sorgen bei Allergikern für juckende und geschwollene Augen, eine laufende Nase und Atemwegsbeschwerden. Auch Menschen, die von Neurodermitis betroffen sind, haben es jetzt nicht leicht: durch die geschädigte Hautbarriere können Pollenallergene in den Körper eindringen und Ekzeme auslösen.

Hautschutz im Frühling: Pollen belasten nicht nur Augen und Atemwege

Nicht alle Neurodermitis-Betroffenen leiden gleichzeitig an Heuschnupfen, Asthma bronchiale oder einer anderen allergischen Erkrankung. Nach Angaben der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) reagieren aber bis zu 80 Prozent empfindlich auf Umweltallergene wie Pollen. Besonders stark kann die Reaktion ausfallen, wenn Sonne (UV-Strahlen) und Pollen aufeinandertreffen, erklärt Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin und Leiterin des Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München, gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. Das liege am sogenannten Inflammasom, einem Eiweißkomplex, der in menschlichen Zellen steckt und zum angeborenen Immunsystem gehört. Dringen Pollen in die Haut ein, schütten sie spezielle Stoffe aus, die an menschliche Zellrezeptoren binden. Bei einigen Neurodermitis-Patienten löst das Inflammasom dann eine Entzündungsreaktion aus, die durch UV-B-Strahlen noch verstärkt wird. Dabei mache es keinen Unterschied, ob der Kontakt mit Birken- und Gräserpollen oder aggressiven Ambrosiapollen stattfindet, so Traidl-Hoffmann.

Hautschutz im Frühling: Auch verträgliche Cremes achten

Doch was können Betroffene dagegen tun? Ein Ekzemschub lässt sich laut den Experten der DHA am besten durch einen geeigneten Hautschutz verhindern. Die wichtigste Maßnahme ist dabei eine geeignete Basispflege, die vor allem aus täglichem Eincremen der Haut besteht. Am besten eignen sich spezielle medizinische Hautcremes, deren Fett und Feuchtigkeitsgehalt an die jeweiligen Bedürfnisse der Haut angepasst sind und die die natürliche Schutzfunktion der Haut unterstützen. Bestimmte Inhaltsstoffe wie Glycerin legen sich dann wie ein Schutzfilm auf die Haut, sodass Pollen auch bei starkem Pollenflug nicht eindringen können.

Hautschutz im Frühling: Worauf ist bei Pflegecremes zu achten?

Wichtig ist, dass Pflegecremes für Neurodermitis-Haut frei von kritischen Inhaltsstoffen sind. Eine lange Liste an Substanzen sollte Betroffene eher warnen. Denn viele Inhaltsstoffe in solchen Produkten sind nicht nur unnötig, sie können die empfindliche Haut auch reizen und Kontaktallergien auslösen. Zu ihnen zählen:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare