Avocado, Knoblauch, Walnüsse, Kirschtomaten, Zwiebel, Rettich und Eier auf einem dunklen Holztisch (Symbolbild).
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Auch die Ernährung hat einen Einfluss auf die Haut (Symbolbild).

Neurodermitis-Trigger

Ernährung bei Neurodermitis: Diese Lebensmittel sollten Patienten meiden

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Einige Lebensmittel stehen im Verdacht, eine bestehende Neurodermitis verschlechtern oder sogar hervorrufen zu können. Nahrungsmittel pauschal wegzulassen ist jedoch wenig sinnvoll.

Berlin – Häufig wird die chronisch-entzündliche Hautkrankheit mit der Ernährung in Zusammenhang gebracht. So stehen bestimmte Nahrungsmittel im Verdacht, eine bestehende Neurodermitis verschlechtern oder sogar hervorrufen zu können. Doch kann die falsche Ernährung tatsächlich der Haut schaden und sogar akute Neurodermitis-Schübe auslösen?

Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Während Neurodermitiker im Internet zahlreiche, meist widersprüchliche Tipps zu einer schonenden Ernährung finden, sehen viele Ärzte die Empfehlungen kritisch. Denn häufig sind diese mit großen Einschränkungen verbunden. Zudem gibt es bisher laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz-Zentrum München nur wenige Studien, die den Zusammenhang von Ernährung und Neurodermitis untersucht haben.

Liegt keine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit vor, raten Experten daher, auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu achten. Lebensmitteln wie Milch, Zucker oder Eiern pauschal wegzulassen ist laut der Europäischen Allergiestiftung (ECARF) jedoch nicht sinnvoll. Die Wirksamkeit einer solchen „Auslassdiät“ sei bisher nicht bestätigt und könne schnell zu Mangelerscheinungen führen.

Ernährung bei Neurodermitis: Verdächtige Lebensmittel

Auch wenn es keine allgemeingültige Ernährungsempfehlung bei Neurodermitis gibt, stehen einige Lebensmittel im Verdacht, typische Beschwerden auszulösen. Zu den häufigen Neurodermitis-Triggern zählen:

1. Verarbeitete Nahrungsmittel bei Neurodermitis: Zusatzstoffe in Fertiggerichten

Oft ist bei verarbeiteten Nahrungsmitteln nicht direkt zu erkennen, welche Zusatz- und Konservierungsstoffe enthalten sind. Diese stehen jedoch im Verdacht, das Hautbild von Neurodermitikern zu verschlechtern. Besonders viele Zusatzstoffe sind in Fertigprodukten enthalten. Patienten mit Neurodermitis sollten daher vor allem naturbelassene Lebensmittel einkaufen. Denn auch Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe können allergieähnliche Reaktionen, sogenannte Pseudoallergien, auslösen.

2. Zuckerhaltige Lebensmittel wie Süßigkeiten und Backwaren

Industriell hergestellte Backwaren und Süßwaren enthalten ebenfalls viele Zusatzstoffe. Diese werden über den Magen schnell ins Blut aufgenommen. Patienten mit Neurodermitis sollten sehr sparsam mit schnell resorbierbaren Zuckern sein, denn dieser fördert entzündliche Prozesse im Körper. Auch auf Honig und andere Süßungsmittel wie Dicksäfte sollten Neurodermitiker besser verzichten. Diese sind meist zwar besser verträglich, aber nicht unbedingt gesünder. So konnten wissenschaftliche Studien nachweisen, dass sie ähnlich wie Haushaltszucker aus Saccharose bestehen. (Getreidesorten ohne Gluten: Das sind die besten Alternativen zu Weizenmehl, Roggenmehl und Co.)

3. Ernährung bei Neurodermitis: Alkohol und Kaffee sind tabu

Alkohol und koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Schwarztee sind für manche Betroffene problematisch. Die enthaltenen Stoffe können die Durchblutung der Haut steigern, was wiederum den unangenehmen Juckreiz verschlimmert. Besser geeignet sind Wasser und grüne Kräutertees. (Verdauungsbeschwerden: Auf diese 11 blähenden Lebensmittel sollten Sie verzichten)

4. Neurodermitis und Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Brot und Getreide

Brot und Getreideprodukte aus Weizen oder Roggen werden häufig nur schlecht vertragen. Auch Produkte mit Zuckerzusatz wie Müsli, Erdnussbutter, Nutella können sich zudem negativ auf die Symptomatik auswirken. Besser geeignet sind meist Getreidesorten wie Hirse, Hafer, Dinkel oder Buchweizen. Bei einer Unverträglichkeit sollten Betroffene jedoch vollständig auf glutenhaltiges Getreide verzichten. (Glutenunverträglichkeit: Diese Symptome können Anzeichen für eine Zöliakie sein)

5. Abwechslungsreiche Diät bei Neurodermitis: Obst und Gemüse

Obst und Gemüse gehören auf jeden Speiseplan. In ihnen stecken nicht nur viele Vitamine und Ballaststoffe, sondern auch entzündungshemmende Antioxidantien. Doch auch hier sollten Patienten mit Neurodermitis auf die individuelle Verträglichkeit achten. So werden süße Apfelsorten, Heidelbeeren, Mango und Wassermelone meist besser vertragen als saures Obst wie Erdbeeren, Johannisbeeren, Kiwis, Pfirsiche oder Zitrusfrüchte. Auch Bananen und Birnen sind meist individuell verträglich.

Auch beim Gemüse gibt es Sorten, die weniger verträglich sind als andere. Zu den Gemüsesorten, die Menschen mit Neurodermitis besser meiden sollten, gehören:

  • Knoblauch
  • Möhren
  • Rhabarber
  • Rettich
  • Sauerkraut
  • Sellerie
  • Sojabohnen
  • Tomaten
  • Zwiebeln
  • Auberginen
  • Gemüsekonserven
  • eingelegtes Gemüse
  • Keine und Sprossen
  • Schnittlauch
  • scharfe Kräuter wie Pfeffer, Curry und Chili

Besser bekömmlich sind Blattsalate, Kohl, Brokkoli, Kartoffeln, Kürbis, Mais, Mangold, Pilze, rote Beete, Salatgurken, Spargel und Zucchini. Einige Neurodermitiker können zudem Paprika, Bohnen, Erbsen, Linsen und Spinat ohne Probleme zu sich nehmen. Auch kann es helfen, schlecht verträgliches Gemüse vor dem Verzehr anzudünsten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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