Verbraucherschutz

Werbeversprechen bei Kosmetik: Was die Aufschrift „Von Hautärzten empfohlen“ bedeutet

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Umstrittene Produktversprechen: Viele Kosmetikartikel sind laut Herstellern „Von Hausärzten empfohlen“ und „Klinisch geprüft“ – doch können die Produkte diese Versprechen auch alle halten?

Berlin – Inhaltsstoffe in Kosmetika sollen Falten verringern, den Teint strahlen lassen und die Widerstandsfähigkeit der Haut stärken. Um Vertrauen bei ihren Kunden zu wecken, versehen viele Hersteller ihre Produkte mit zahlreichen Siegeln und Prüfzeichen. So finden sich in Drogerien und Apotheken immer häufiger Kosmetikprodukte, die mit Werbeversprechen wie „klinisch geprüft“ oder „von Hausärzten empfohlen“ werben. Doch was bedeuten diese Aussagen und können sie das Prüfen von Siegeln und Inhaltsstoffen wirklich ersetzen?

Produktversprechen bei Kosmetik: Was die Aufschrift „dermatologisch geprüft“ wirklich bedeutet

Produktversprechen auf Kosmetika wie „klinisch geprüft“ oder „dermatologisch geprüft“ klingen zwar gut, haben aber erst mal nichts zu bedeuten. „Es wird nur gesagt, dass dieses oder jenes Produkt geprüft worden ist – nicht aber, welches Ergebnis dabei herausgekommen ist“, erklärt der Dermatologe Torsten Zuberbier, Leiter des Allergie-Centrums an der Berliner Charité, im Interview mit geo.de.

Auch über verwendete Testverfahren klären entsprechende Werbeversprechen keinesfalls auf. Ob eine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt wurde oder ob ein Hausarzt lediglich einige seiner Patienten ein bestimmtes Produkt hat ausprobieren lassen, bleibt daher unklar. Anders sieht es bei Aussagen über enthaltene Konservierungs- oder Duftstoffe aus. Ist auf der Verpackung angegeben, dass ein Produkt „frei von Konservierungsstoffen“ oder „frei von Duftstoffen“ ist, dürfen diese Substanzen darin auch nicht zu finden sein.

Produktversprechen bei Kosmetik: Was hinter dem Hinweis „Von Hausärzten empfohlen“ steckt

Wird ein Kosmetikartikel „von Hausärzten empfohlen“, weckt das beim Kunden ein gewisses Vertrauen. Doch warum das Produkt besonders geeignet ist und auf welcher Grundlage es empfohlen wird, ist auch hier fraglich. „Diese Aussage bedeutet nur, dass es mindestens zwei Hautärzte gibt, die das Produkt empfehlen. Meist ist es sogar so, dass die Hersteller einfach 20 Ärzte bitten, das Mittel zu bewerten“, so Torsten Zuberbier im Interview mit geo.de.

Immer mehr Kunden setzen zudem auf Naturkosmetik und möchten mehr auf Umwelt und Nachhaltigkeit achten*. Nun hat Stiftung Warentest verschiedene Cremes die als Naturkosmetik zertifiziert sind, in einem Test unter die Lupe genommen, wie ruhr24.de berichtet.

Produktversprechen bei Kosmetik: Vom Hersteller durchgeführte Studie ausreichend

Trotzdem dürfen Hersteller von Hautpflegeprodukten ihren Kunden nicht das Blaue vom Himmel versprechen. So ist in der EU-Kosmetikverordnung festgeschrieben, dass Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel nicht durch:

  • Bezeichnungen
  • Angaben
  • Aufmachung
  • oder Aussagen zur Wirkung

vortäuschen dürfen, Eigenschaften zu besitzen, die sie gar nicht haben.

Anders als Medikamente müssen kosmetische Mittel allerdings nicht offiziell zugelassen werden. Gesundheitsbezogene Aussagen müssen laut der Verbraucherzentrale zwar wissenschaftlich geprüft sein, in der Regel ist eine vom Hersteller durchgeführte Studie als Beweis für die Wirksamkeit eines Produkts jedoch ausreichend. *ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Faustino Carmona via www.imago-images.de

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