Ein Mann in grauem T-Shirt kratzt sich am Hals (Symbolbild).
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Urtikaria (Nesselsucht) wird meist von heftigem Juckreiz begleitet (Symbolbild).

Nesselsucht erkennen und behandeln

Nesselsucht: Symptome, Ursachen und Therapie – Hilfe und Tipps gegen Urtikaria

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Treten plötzlich juckende Quaddeln auf der Haut auf, kann eine Nesselsucht (Urtikaria) dahinterstecken. Wie Sie die Hautkrankheit erkennen und die Symptome behandeln.

  • Nesselsucht ist eine nicht-ansteckende Hautkrankheit, die Juckreiz, Schwellungen und Brennen auslöst.
  • Typische Auslöser einer Nesselsucht sind meist Infektionen oder Stress.
  • Die Urtikaria heilt in der Regel allein ab – um die Symptome zu lindern, helfen aber auch Antihistaminika in Form von Tabletten.

München – Nesselsucht – medizinisch auch Urtikaria genannt – ist eine häufig auftretende Hautkrankheit, die etwa 20 Prozent aller Menschen mindestens einmal akut in ihrem Leben betrifft. Wissenschaftler schätzen im Gegenzug, dass nur etwa ein Prozent der Bevölkerung chronisch unter Nesselsucht leidet. In Deutschland sind etwa 800.000 Menschen von Urtikaria betroffen, wobei allerdings keine Ansteckungsgefahr besteht. Unter den Betroffenen sind alle Altersklassen vertreten, häufiger tritt Urtikaria aber bei Kindern, Jugendlichen und jungen Heranwachsenden auf.

Nesselsucht: Symptome der Hautkrankheit – So sieht die Nesselsucht aus

Zu den typischen Symptomen der Nesselsucht gehören laut Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum Münchens Juckreiz, Schwellungen und Brennen. Dabei bilden sich auf der Haut Quaddeln, die jucken und manchmal sogar brennen. Manche Patienten berichten, von „wandernden“ Quaddeln – das erscheint ihnen so, da sich die Quaddeln meist innerhalb einer Dauer von 24 Stunden zurückentwickeln und sich an einer anderen Stelle neu bilden.

Darüber hinaus wird eine Nesselsucht typischerweise von Rötungen und Hautschwellungen begleitet – medizinisch als Angioödeme bezeichnet. Diese Schwellungen können ebenfalls Juckreiz und sogar Schmerzen auslösen und benötigen bis zu drei Tage, um zu verschwinden. In ihren schlimmsten, aber auch seltensten Formen können bei einer Nesselsucht sogar die Mundschleimhaut und der Rachen anschwellen, was zur Atemnot führen und lebensgefährlich sein kann.

Mediziner sprechen von einer akuten Erkrankung, sofern die Beschwerden entweder einmalig oder innerhalb von sechs Wochen mehrmalig auftreten. Bei chronischen Erkrankungen leiden Betroffene über sechs Wochen an den Symptomen – in manchen Fällen sogar mehrere Jahre, bis die Symptome wieder von allein verschwinden.

Nesselsucht: Ursachen und Auslöser

Auch bei den Ursachen und Auslösern von Nesselsucht unterscheiden Mediziner zwischen einer akuten und chronischen Erkrankung. Eine akute Nesselsucht trifft meist aufgrund einer viralen oder bakteriellen Infektion auf, wobei Medikamente rasch Hilfe leisten können. Außerdem kann eine allergische Reaktion Nesselsucht hervorrufen, wie zum Beispiel bei Wespengift oder bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Letzteres ist allerdings eher selten der Fall.

Chronische Krankheitsbilder entstehen hingegen meist durch länger anhaltende Infektionen, wie zum Beispiel bei Streptokokken, durch Parasiten oder auch bei Schilddrüsenerkrankungen. Unwahrscheinlich, aber dennoch möglich sind auch empfindliche Reaktionen auf Hitze, Sonne und Kälte, die zur Nesselsucht führen können.

Unabhängig davon, ob eine akute oder chronische Nesselsucht vorliegt, berichten Mediziner, dass psychische Ursachen wie Stress einige der Hauptauslöser sind: Daher sollten Betroffene sich in dieser Zeit besonders schonen und sowohl psychischen als auch physischen Stress vermeiden. Stressvermeidung sollte allerdings nicht nur im Falle einer Infektion oberstes Gebot sein, sondern auch im Alltag, da viele weitere (Haut-)Krankheiten dadurch entstehen können.

Nesselsucht: Behandlung und Tipps gegen Juckreiz

Die gute Nachricht: Symptome von Nesselsucht heilen nach einigen Tagen meist von allein ab und werden in der Regel ausschließlich symptomatisch behandelt. Der Besuch eines Arztes ist hier ratsam, da dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann. Bei Verdacht auf eine chronische Erkrankung nehmen Ärzte eine Blutprobe, um mögliche Entzündungsherde und Reizauslöser zu identifizieren. Bei einer akuten Urtikaria können Antihistaminika und bei schweren Verläufen Cortison Linderung verschaffen.

Um die Symptome zu lindern, nehmen Patienten antiallergische Medikamente wie Antihistaminika ein, die aufgrund moderner Wirkstoffe nicht schlapp und müde machen. Eine homöopathische Behandlung ist nur möglich, wenn die Ursachen der Nesselsucht bekannt sind – dann kann Homöopathie mit passenden Mitteln wie Brennnesseln und Ameisensäuren helfen. Dennoch sollten Betroffene vorher einen Arzt konsultieren, um Schulmedizin mit Homöopathie zu verbinden. 

Um den Juckreiz zu Hause schnell zu lindern, helfen folgende altbewährte Hausmittel:

  • Backpulver mit Wasser verrühren und auf die betroffene Stelle auftragen.
  • Die Haut kühlen - dabei können Kühlpads helfen
  • Ein kühles Bad nehmen und mit etwas Natron versetzen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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