1. 24vita
  2. Allergien & Unverträglichkeiten
  3. Symptome & Diagnose
  4. Haut

Neurodermitis: So finden Eltern die richtige Kleidung für empfindliche Baby- und Kinderhaut

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmina Deshmeh

Ein Junge mit weißem T-Shirt küsst ein Baby mit weißem Body auf den Kopf, während beide im Bett liegen (Symbolbild)

Um stark beanspruchte Neurodermitis-Haut zu schützen, sollten Eltern von Säuglingen und Kleinkindern auf verträgliche Kleidung achten (Symbolbild). © imago images / Westend61

Die richtige Kleidung spielt bei Neurodermitikern eine große Rolle, denn bestimmte Textilien können die empfindliche Haut zusätzlich reizen und die Neurodermitis-Symptome verstärken. Worauf Eltern achten müssen.

Köln Neurodermitis ist die häufigste Hauterkrankung bei Kindern. Charakteristische Merkmale sind eine gerötete Haut, Juckreiz, Schuppungen und nässende Ekzeme. Meist wechseln sich Schübe mit akuten Beschwerden und symptomfreie Phasen ab. Bei vielen Kindern verschwindet die Krankheit im Laufe des Lebens sogar ganz. Die Ursachen der Neurodermitis sind wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. In Frage kommen eine genetische Veranlagung (Atopie) sowie verschiedene Umweltfaktoren, wie etwa Infekte, Allergene (zum Beispiel Pollen oder bestimmte Nahrungsmittel), Wetter, eine falsche Hautpflege sowie Stress und Belastung. Auch bestimmte Textilien können die Symptome verstärken. Welche Kleidung für Säuglinge und Kleinkinder mit Neurodermitis geeignet ist und auf welche Stoffe Eltern besser verzichten sollten.

Neurodermitis bei Baby und Kleinkind: Glatte und weite Stoffe am besten

Kleidung hat einen intensiven Kontakt mit der Haut, umso wichtiger ist es, bei Neurodermitis auf hautfreundliche Textilien zu achten.* Um Hautreizungen zu vermeiden, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Kindern mit Neurodermitis möglichst weite Kleidung aus Baumwolle oder Leinen anzuziehen, denn die Materialien sind wärmedurchlässig und atmungsaktiv. Baumwolle lässt sich zudem bei hohen Temperaturen in der Waschmaschine waschen. Um zu verhindern, dass sich Babys und Kleinkinder im Schlaf aufgrund des starken Juckreizes blutig kratzen, können Eltern ihnen über Nacht Baumwollhandschuhe anzuziehen.

Beim Einkauf von Neurodermitiker-freundlicher Kleidung helfen verschiedene Qualitätssiegeln, die auf strenge Qualitätskontrollen hinweisen: Etwa das ECARF-Logo, das Öko-Tex-Label oder Öko-Test. Mittlerweile gibt es auch spezielle Neurodermitiker-Kleidung, deren Stoff von feinen Silberfäden durchzogen ist und die antibakteriell wirken soll. In einigen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Weniger geeignet sind bei Neurodermitis dagegen enge Kleidung und Textilien aus Wolle und Seide, auch wenn es sich dabei um Naturfasern handelt. Zum einen kann die Oberfläche des Materials durch die feinen Härchen die Haut reizen, zum anderen kann tierische Wolle Allergien auslösen. Kommt es durch die Neurodermitis zu blutigen, aufgekratzten Hautstellen, können die feinen Haare außerdem an den entzündlichen Stellen haften bleiben und die Entzündung verstärken. Auch Kunstfasern sind bei Neurodermitis ungünstig, da sie die Schweißproduktion anregen und das Wachstum von Bakterien und Keimen auf der Haut fördern. Zudem kann Schweiß ein Triggerfaktor sein und die Beschwerden verstärken.

Neurodermitis bei Baby und Kleinkind: Kleidung vor dem ersten Tragen waschen

Dass bestimmte Kleidungsstücke die Neurodermitis-Haut irritieren, muss nicht allein an den Materialien liegen. Auch die Behandlung der Textilien mit chemischen Substanzen und Farbstoffen kann die Haut belasten und Allergien fördern. Das Problem: Oft fehlen auf den Kleidungsstücken entsprechende Hinweise. Eltern sollten neue Klamotten deshalb vor dem ersten Tragen mindestens einmal gründlich waschen. Auch dabei gilt es einiges zu beachten: Herkömmliche Waschmittel enthalten oft Allergene wie Duftstoffe, die durch die geschädigte Hautbarriere leicht in die Haut eindringen können. Eltern von Babys und Kleinkindern mit Neurodermitis sollten deshalb auf spezielle Allergiker-freundliche Produkte ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe zurückzugreifen. Eltern erkennen sie an speziellen Allergiker-Siegeln, wie dem DAAB-Logo des Deutschen Allergie- und Asthmabunds, dem ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) oder dem DHA-Siegel der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA).

Neurodermitis bei Baby und Kleinkind: Weitere Tipps, wie Sie Hautreizungen vermeiden

Neben der Wahl der richtigen Textilien, können Eltern Neurodermitis-Schübe beim Kind durch folgende Tipps reduzieren:

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant