Eine Frau mit dunklen Haare und Seitenscheitel hat den Kopf nach unten geneigt und kratzt sich an der Kopfhaut (Symbolbild).
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Das seborrhoische Ekzem kann sich durch gelblich-fettige Schuppen und Juckreiz äußern und zählt zu den häufigsten Hautkrankheiten (Symbolbild).

Ekzem der Kopfhaut

Seborrhoische Dermatitis: Das hilft bei Entzündungen und Schuppen auf der Kopfhaut

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Das seborrhoische Ekzem (seborrhoische Dermatitis) äußert sich durch gelblich-fettige Schuppen auf der Kopfhaut und zählt zu den häufigsten Hautkrankheiten. Die Erkrankung kann Betroffene sehr belasten. Welche Behandlung hilft und die Symptome lindert.

Bonn – Bei der seborrhoischen Dermatitis bildet die Kopfhaut weißlich-gelbliche, manchmal auch fettige, Schuppen. Unter den Schuppen ist die Haut entzündlich gerötet und kann jucken. Die seborrhoische Dermatitis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten, ihre Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Es sind jedoch Faktoren bekannt, die die Erkrankung begünstigen können. Je nach Auslöser und Krankheitsbild kommen verschiedene Therapien zur Behandlung in Frage.

Seborrhoische Dermatitis: Diese Symptome können auftreten

Eine seborrhoische Dermatitis wird auch als seborrhoisches Ekzem bezeichnet und ist eine nicht ansteckende Entzündung der Haut, bei der es vor allem im Gesicht und auf der Kopfhaut zu roten Flecken und fettigen Schuppen kommt. In einigen Fällen werden sie von Juckreiz begleitet, vor allem auf der Kopfhaut. Häufig bilden sich nach Angaben von gesund.bund.de des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auch zusammenhängende gelbliche Herde an Hautstellen wie:

  • der behaarten Kopfhaut und der Haargrenze
  • den Augenbrauen
  • den Wangen, insbesondere in den Hautfalten zwischen den Nasenflügeln und Mundwinkeln (Nasolabialfalten)
  • im Bereich des Bartes

Auch an anderen Körperstellen können Ekzeme auftreten, etwa im Bereich des Brustbeins, am Rücken im Bereich der Brustwirbelsäule und an Hautfalten, zum Beispiel unterhalb der Brust, in den Achseln oder der Leistengegend. Bei Säuglingen (seborrhoische Säuglingsdermatitis) ist in der Regel die Kopfhaut von fest haftenden, gelblich-fettigen Schuppen betroffen. Auch bei ihnen kann sich die Krankheit auf andere Körperareale ausbreiten, etwa auf das Gesicht, den Windelbereich und Hautfalten. Meist tritt sie innerhalb der ersten 3 Lebensmonate auf und heilt nach wenigen Wochen auch ohne Behandlung wieder ab.

Seborrhoische Dermatitis: Mögliche Ursachen der Erkrankung

Als Ursache der seborrhoischen Dermatitis kommen nach Angaben der Pharmazeutischen Zeitung verschiedene Faktoren in Frage. So werden Stress, genetische Veranlagung, klimatische Faktoren (Kälte im Winter), ein geschwächtes Immunsystem und eine gestörte Talgdrüsenfunktion als Auslöser diskutiert. Darüber hinaus kann eine Besiedelung der Haut mit dem Hefepilz Malassezia furfur seborrhoische Ekzeme hervorrufen.* Dabei handelt sich jedoch nicht um eine Pilzinfektion, da der Hefepilz Teil der natürlichen Hautflora ist. Experten gehen davon aus, dass er sich bei einigen Menschen mit entsprechender Veranlagung aber besonders stark vermehrt, auf die die Haut wiederum mit Entzündungen reagiert. Auch männliche Geschlechtshormone und Allergien können Auslöser der seborrhoischen Dermatitis sein.

Seborrhoische Dermatitis: Diagnose der Erkrankung

Zunächst sollten Betroffene bei entsprechenden Symptomen von einem Hautarzt abklären lassen, ob es sich bei den entzündlichen Schuppen wirklich um eine seborrhoischen Dermatitis oder andere Ursachen, wie eine Neurodermitis oder Schuppenflechte handelt. Ist die Abgrenzung schwierig, kann laut Apotheken Umschau eine Gewebeprobe der Haut (Biopsie) und eine anschließende Untersuchung der Probe unter dem Mikroskop Klarheit bringen.

Besteht der Verdacht, dass eine Allergie Auslöser des seborrhoischen Ekzems ist, wird der Arzt nach einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung noch einen Allergietest durchführen.

Seborrhoische Dermatitis: Welche Therapien helfen bei einem seborrhoischen Ekzem?

Eine seborrhoische Dermatitis ist zwar kosmetisch störend und kann immer wiederkehren, gefährlich ist die Hauterkrankung aber nicht. Bakterien können jedoch betroffene Hautstellen infizieren und starke Entzündungsreaktionen auslösen. Bei starkem Befall der Kopfhaut kann es außerdem zu Haarausfall kommen.

Eine dauerhafte Heilung des seborrhoischen Ekzems ist nicht möglich. Je nach Ausprägung der Beschwerden gibt es aber verschiedene symptomatische Behandlungsansätze. In den meisten Fällen ist es nicht nötig, bei einer seborrhoischen Dermatitis Medikamente einzunehmen. Bekannt ist, dass Sonnenlicht die Symptome lindern kann. Es besteht deshalb die Möglichkeit, die Hauterkrankung mit Fototherapie (UV-B-Licht) zu behandeln.

Jugendliche und Erwachsene mit einer seborrhoischen Dermatitis können die entzündeten Hautstellen mit Arzneimitteln zum Auftragen behandeln, zum Beispiel mit teerhaltigen Shampoos, Cremes mit Salicylsäure, Cremes oder Shampoos mit Antipilzmitteln, entzündungshemmenden Cremes oder Gelen mit Cortison.

Seborrhoische Dermatitis: Bei Babys meist keine Behandlung nötig

Bei Säuglingen ist normalerweise keine Therapie erforderlich. Das seborrhoischen Ekzems heilt bei ihnen von selbst ab und beeinträchtigt sie auch nicht. Verkrustete Schuppen lassen sich über Nacht mit Olivenöl einweichen und anschließend mit Babyshampoo abwaschen. Bei nässenden Hautstellen, zum Beispiel im Windelbereich, hilft Zinkpaste. In den meisten Fällen verschwindet die seborrhoische Dermatitis bis zum vollendeten ersten Lebensjahr vollständig. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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