Es sind zwei Hände mit entzündeten Innenflächen zu sehen (Symbolbild).
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Desinfektionsmittel, Seife und andere chemische Stoffe können die Haut an den Händen reizen (Symbolbild).

Intensive Hygiene

Trockene Haut und entzündliche Handekzeme: Das hilft bei Neurodermitis

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Eine gründliche Handhygiene ist besonders in Corona-Zeiten wichtig. Übermäßiges Händewaschen und der ständige Gebrauch von Desinfektionsmitteln können die Haut empfindlicher Menschen aber stark reizen. Um entzündlichen Handekzeme vorzubeugen, braucht die Haut intensive Pflege.

Bonn – Regelmäßiges und gründliches Händewaschen zählt gerade in Zeiten der Corona-Pandemie zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen im Kampf gegen das Virus. Doch während Wasser und Seife einerseits den Körper vor Bakterien und Viren schützen, trocknen die Maßnahmen andererseits die empfindliche Haut an den Händen aus. Rötungen, Brennen und Juckreiz können die Folge sein. Dringen Keime in die Haut ein, lösen diese zudem häufig unangenehme Entzündungen und Ekzeme an den Händen aus. So sind rund sechs bis zehn Prozent der Erwachsenen mindestens einmal jährlich von einem Handekzem betroffen. Laut der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) sind besonders Menschen, die bereits unter trockener Haut oder Erkrankungen wie Neurodermitis leiden, gefährdet. Wie sich Ekzeme an den Händen vermeiden lassen und was Betroffene tun können.

Trockene Haut und Handekzeme bei Neurodermitis: Gestresste Haut ist besonders gefährdet

Ekzeme an den Händen entstehen immer dann, wenn die Haut durch äußere Reize besonders beansprucht wird. Denn kommt die Hautoberfläche ständig mit Wasser, Feuchtigkeit und Schadstoffen in Berührung, schädigt dies langfristig die natürliche Schutzfunktion. Greifen Seife, Desinfektionsmittel, aber auch Waschmittel oder andere reizende Stoffe die Haut an, führt das bei empfindlichen Menschen zu Rötungen, Juckreiz, Schwellungen und der Bildung von Bläschen*. Das berichtet auch merkur.de.

Auch nässende, schuppige Krusten sind typische Symptome eines Handekzems. Meist gehen die Beschwerden zudem mit Schmerzen einher. Vor allem Neurodermitiker leiden häufig an der psychischen Belastung, verursacht durch das gestörte Hautbild. Stress wiederum führt nicht selten dazu, dass sich die Beschwerden zum Leidwesen der Betroffenen weiter verschlechtern.

Trockene Haut und Handekzeme bei Neurodermitis: Häufige Berufskrankheit

Die Ursachen und Auslöser der entzündlichen Hautkrankheit können vielfältig sein. In vielen Fällen kann die Erkrankung jedoch auf die berufliche Tätigkeit zurückgeführt werden. Denn Handekzeme zählen zu den häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland. So treten rund 50 Prozent der Ekzeme bei Menschen auf, die tagtäglich mit Waschmitteln, Chemikalien oder allergieauslösenden Stoffen arbeiten.

Besonders oft betroffen sind neben Friseuren auch viele medizinische und pflegerische Berufe. Auch Menschen, die in der Gastronomie, Baubranche, Landwirtschaft oder in der metallverarbeitenden Industrie arbeiten, leiden nicht selten unter den Beschwerden. „Rote, zum Teil nässende Hände sind schambehaftet, und gerade im Kundenkontakt kann ein Handekzem Schwierigkeiten bereiten“, erklärt Professor Swen Malte John, Leiter der Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie der Universität Osnabrück gegenüber der Apotheken Umschau.

Trockene Haut und Handekzeme bei Neurodermitis: Häufige Berufskrankheit

Um zu verhindern, dass sich trockene und rissige Stellen an den Händen bilden, müssen Patienten zunächst mögliche Auslöser identifizieren. Ist die Ursache für das Handekzem einmal bekannt, können Betroffene den auslösenden Faktoren in Zukunft aus dem Weg gehen. Wer beruflich mit chemischen Stoffen oder anderen potenziell allergieauslösenden und reizenden Substanzen zu tun hat, sollte wenn möglich Handschuhe tragen, um die Haut an den Händen zu schützen.

Auch ist es ratsam die Haut vor und nach Kontakt optimal zu pflegen. So können sanfte Pflegeprodukte die natürliche Schutzbarriere der Haut unterstützen und Handekzeme vorzubeugen. Neben der Ursachenforschung und Kontaktvermeidung können Betroffenen zudem bestimmte Medikamente helfen. Arzneimittel lindern meist jedoch lediglich die Symptome und nicht die Ursachen. *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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