Eine Frau krümmt sich vor Bauchschmerzen (Symbolbild).
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Blähungen können sehr unangenehm sein - meist sind sie jedoch harmlos (Symbolbild).

Nicht immer steckt eine Unverträglichkeit dahinter

Verdauungsbeschwerden: Deshalb sind Blähungen ganz normal

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Keiner spricht gerne über Blähungen, denn sie sind nicht nur unangenehm, sondern auch peinlich. Warum Blähungen wichtig für eine gesunde Verdauung sind und welche Lebensmittel Flatulenzen verursachen können.

Mönchengladbach – Rund acht bis zehn Mal täglich - so oft pupst jeder Mensch im Durchschnitt. Doch Blähungen sind nicht nur unangenehm, sondern vielen Menschen auch ziemlich peinlich. Dass die Darmwinde ganz normal - und sogar gesund sind - wissen nur die wenigsten. So sind Blähungen in der Regel ein Zeichen dafür, dass die Verdauung normal funktioniert. Erfahren Sie, ab wann Flatulenzen zum Problem werden und was Betroffene dagegen unternehmen können.

Ursachen von Blähungen: So entstehen die unangenehmen Darmwinde

Bei der Verdauung entstehen Gase, die später zu Blähungen führen können. Schon mit der Nahrungsaufnahme gelangt Luft in Form von Sauerstoff (O2) und Stickstoff (N2) in den Magen. Ein kleiner Teil davon entweicht direkt wieder über den Magen als Rülpser. Die restliche Luft wandert dagegen weiter vom Magen in den Darm.

Im Dünn- und Dickdarm verarbeiten Bakterien den Nahrungsbrei weiter. Bei der Verdauung entstehen dabei Abfallprodukte wie Wasserstoff (H2), Stickstoff (N2), Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4). Diese Gase entweichen in der Regel als Flatulenzen über den Darmausgang. (Beschwerden bei Reizdarmsyndrom: Welche Hausmittel und Maßnahmen helfen - und welche nicht)

Blähungen: Wie viel pupsen ist normal?

Rund acht bis zehn Mal täglich pupst jeder Mensch. Wie laut und geruchsintensiv die Blähungen sind, hängt dabei maßgeblich davon ab, was zuvor gegessen wurde. So entstehen Gase im Darm häufig bei der Verdauung ballaststoffreicher Nahrungsmittel. Rohes Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und Lebensmittel mit Milch können Blähungen begünstigen. Auch Hülsenfrüchte, Nüsse und bestimmte Gemüsesorten wie Kohl und Zwiebeln wirken laut der Gastro Liga (PDF) blähend.

Neben der falschen Ernährung kann sich auch das Essverhalten auf die Verdauung auswirken. Wer sein Essen hastig verschlingt, viel Stress hat oder sich zu wenig bewegt, hat ebenfalls häufig mit einem gesteigerten Gasgehalt im Darm zu kämpfen.

Verdauungsbeschwerden: Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Nicht immer sind Blähungen ausschließlich auf eine vermehrte Bildung von Gasen zurückzuführen. So kann auch eine unerkannte Nahrungsmittelunverträglichkeit hinter den Beschwerden stecken. Wer empfindlich auf Milch (Laktoseintoleranz), glutenhaltiges Getreide (Zöliakie) oder Fruchtzucker (Fructoseintoleranz) reagiert, hat typischerweise mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen. Ebenfalls kann eine gestörte Darmflora zu Blähungen führen. Sind die Bakterien im Darm im Ungleichgewicht, kann schon ein kleiner Bissen Nahrung, Flatulenzen und Verstopfungen verursachen.

Wer ständig das Gefühl hat, aufgebläht zu sein, sollte einen Arzt aufsuchen. Treten die Blähungen öfter als 20 Mal pro Tag auf oder sorgt der aufgeblähte Bauch für Schmerzen, kann eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken. So können laut dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) chronische Entzündungen des Darms (Reizdarmsyndrom), Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Darminfektionen und Darmparasiten einen Blähbauch verursachen. (Instagram-Star: Pamela Reif spricht über ihren Blähbauch – Hilft ein Stuhltest?)

Blähungen: Flatulenzen vermeiden und behandeln

Blähungen sind zwar lästig, in der Regel sind die Darmwinde jedoch harmlos. Wer auf blähende Lebensmittel verzichtet, wird die unangenehmen Flatulenzen meist schnell wieder los. Um einen Blähbauch zu vermeiden, hilft es, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Ebenfalls raten Mediziner, in Ruhe zu essen und ausreichend zu kauen. Zudem unterstützt ein Verdauungsspaziergang nach dem Essen den Darm bei seiner Arbeit. (Gesunde Verdauung: Fünf spannende Fakten über den Darm)

Steckt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hinter den Beschwerden, müssen Betroffene kritische Lebensmittel vom Speiseplan streichen. Patienten mit Laktoseintoleranz sollten daher strikt auf Milchprodukte verzichten. Auch wer glutenunverträglich oder fructoseintolerant ist, sollte den Konsum von glutenhaltigem Getreide und Fruchtzucker einschränken.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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